Cyberangriffe auf Schifffahrt nehmen zu

Fahrtunterbrechungen von (Container-) Schiffen entstehen normalerweise aufgrund von Maschinenschäden oder Wetterverhältnissen, jedoch gibt es laut dem TÜV Rheinland zunehmend Unterbrechungen aufgrund von Angriffen auf die Informationstechnologie (IT) eine Schiffes oder sogar einer ganzen Flotte. Auch Bremer Reedereien sind nach Angaben des Bremer Rhedervereins schon attackiert worden. Die International Maritime Organization (IMO), eine Sub-Organisation der UNO schreibt den Reedereien vor, ab 2021 ein Cyber-Risikomanagement an Bord aller ihrer Schiffe einzuführen.

Doch welche möglichen Angriffsstellen besitzen Schiffe? Die Vernetzung in der Seeverkehrstechnik reicht von den Systemen an Bord wie elektronischen Seekarten und Satelliten-Navigationssystemen bis hin zur Hafenlogistik. So wird ein Cyberangriff auf ein einzelnes Schiff genauso wie auf einen Hafen oder eine Reederei möglich. Weiterlesen

Containerschiffe als Seenotretter

Wie wir im Hafenseminar an verschiedenen Stellen gesehen haben, sind Welthandel, Schifffahrt und Migration auf vielfältige miteinerander verwoben. Mit der zunehmenden Fluchtbewegung über das Mittermeer und die Einstellung der EU-Seenotrettungsmission Sofia werden Containerschiffe etwa immer häufiger zu Seenotrettern auf dem Mittelmeer, wie das ARD Magazin “Monitor” kürzlich berichtete. Sie sind laut Seerecht zur Rettung Schiffbrüchiger verflichtet und werden regelmäßig von staatlichen Rettungsstellen dazu angewiesen. Vor der libyischen Küsten sind die Kapitäne dabei allerdings in einem rechtlichen Dilemma, wie jüngst der Fall des unter portugiesischer Flagge fahrenden Schiffs “Anna” der deutschen Reederei Jens und Waller zeigt, über den die Journalistin Lucia Heisterkamp in der Wochenzeitung “DIE ZEIT” berichtet. Weiterlesen

Weltraumbahnhof in der Nordsee?

Die deutsche Wirtschaft plädiert für einen Weltraumbahnhof in der Nordsee für das Starten von kleineren Trägerraketen mit einer Nutzlast von bis zu einer Tonne, etwa für Satelliten. Die Startplattform soll in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staatlicher Unterstützung errichtet werden. Die Bundesregierung erwägt das Konzept des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zu prüfen. Diese Meldung beschäftigt sich auf den ersten Blick nicht viel mit dem Standort Bremen, jedoch sind mit Airbus und OHB zwei große Luftfahrtunternehmen in Bremen vertreten.

So könnte ein Startplatz in der Nordsee aussehen: Bis 1988 hat Italien die San-Marco-Plattform vor der Küste Kenias betrieben, die aus zwei ausrangierten Bohrinseln bestand. Das Bild aus dem Jahr 1974 zeigt sie mit einer Scout-B1-Rakete. (NASA) (Quelle: Weser-Kurier)

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Tourentag Überseestadt am 20.09.

Die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) veranstaltet am 20. September gemeinsam mit dem Überseestadt Marketingverein den “Tourentag Überseestadt“, an dem man den neuentstehenden Stadtteil rund um die alten Handelshäfen per Rad, Schiff oder zu Fuß erkunden kann. Den ganzen Tag über werden verschiedene geführte Touren zu vielen  Themen unseres Hafenseminars angeboten. Es gibt auch die durchaus seltene Gelegenheit, den sog. Koloss von Gröpelingen (also die Getreideverkehrsanalge in unmittelbarer Nähe zur Waterfront) zu besichtigen. Weitere Informationen zu Touren und Anmeldung gibt es hier.

Streit um Modernisierung der Stromkaje

Hafenbau ist eine teure Angelegenheit und die Mittel des Landes Bremens sind bekanntlich sehr begrenzt. Gleichzeitig erfordert das kontinuierliche Wachstum der Containerschiffe immer weitere Investitionen um im internationalen Hafenwettbewerb mitzuhlaten. Vor diesem Hintergrund streiten aktuell die Partner*innen der Bremischen Senatskoalition um die Frage, wieviel Geld das Land in die Modernisierung der Containerterminals an der Bremerhavener Stromkaje investieren sollen. Gerade weil es im Politifeld der Hafenpolitik meist einen hohen parteipolitischen Konsens gibt, ist öffentlich ausgetragener Dissenz aus politikwissenschaftlicher Perspektive besonders interessant. Wie der Weserkurier letzte Woche berichtete, sind sich v.a. SPD und Grüne unseins über die Notwendigkeit weiterer Investionenen.

Containerterminals an der Stromkaje | Foto: Ingo Wagner (dpa)

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Newsletter “Welthafen aktuell”

Unser Hafenseminar ist zwar beendet, aber die Bremischen Häfen arbeiten natürlchh weiter und produzieren regelmäßig neue Nachrichten. Wer auch über das Seminar hinaus auf dem Laufenden bleiben will, kann sich neben den zahlreichen Forschungsdaten auch den regelmäßig erscheinenden bremenports Newsletter “Welthafen aktuell” ansehen. In der neuen Ausgabe vom 27.08. gibt es u.a. aktuelle Zahlen zur Bremischen Hafenwirtschaft, ein Interview mit dem Vorsitzenden der Bundesvereinigung Logistik und ein Portrait der ersten weiblichen Präses der Bremer Handelkammer, Janina Marahrens-Hashagen. Bei den Umschalgszahlen ist das Bild differenziert: Durch die Corona Pandemie ist zwar der Automibilumschalg in Bremerhaven stark eingebrochen 8-36,3%), der Containerumschlag ist aber im 1. Halbjahr 2020 weniger zurückgegangen als befürchtet (-4,8%).

LMd-Artikel: Raue See

Quelle: Le Monde diplomatique (08/2020, S. 9), Adolf Buitenhuis

In der August-Augabe der Zeitung Le Monde diplomatique ist ein für unseren Seminarkontext sehr spannender und ausführlicher Artikel von Tom Stevenson mit dem Titel “Raue See. Die Geopolitik des maritimen Welthandels” abgedruckt. Darin geht es vor allem um die Politische Ökonomie der Handelsschifffahrt als zentraler Infrastruktur des gloablen Kapitalismus. Angesprochen wird u.a. das widersprüchliche Verhältnis von Staat und Markt bei den großen Reederein, das auch schon im letzten Podcast vom MdB Uwe Schmidt thematisiert wurde. Nicht nur die chinesische Container-Reederei COSCO ist, wie von Schmidt mehrfach betont, eng mit dem Staat verbunden, auch Maersk, CMA CGM und MSC erhalten viel Unterstützung von ihren jeweiligen europäischen Mutterländern. Diese 4 Unternehmen bilden im Grunde ein Oligopol im globalen Containerhandel. Der Autor arbeitet auch sehr gut die geopolitische Dimension der Handelsschiffahrt heraus. Zudem geht es auch um die Arbeitsbeziehungen in der Schiffahrt, die auch auf diesem Blog immer wieder Thema waren. Steveson schreibt von einer “Klassengesellschaft an Bord” und thematisiert die besonderen Probleme beim Crew Change während der Corona Pandemie.

Beiruter Hafen wird zum Ground Zero

Quelle: derstandard.at, APA/EPA

Die schwere Explosion in Beirut vor einer Woche, bei der viele Menschen ums Leben kamen, hat nicht nur die Stadt, die Menschen und die politische Elite Libanons erschüttert, sie wirft auch Fragen nach der Sicherheit von Hafenbetrieb und Schifffahrt auf. Schließlich ereognete sich die Explosion im Hafen von Beirut, der durch sie weitgehend zerstört wurde. Ausgangspunkt der Katastrophe war vermutlich das Schiff “Rhosus”, das 2013 beladen mit 2750t Ammoniumnitrat beladen Berirut erreichte. Die New York Times berichtet über die Geschichte dieses Schiffes, das im November 2013 auf der Route von Georgien nach Mozambik in Beirut festmachte, um zusätzliche Ladung aufzunehmen. Mit den Einnahmen aus diesem Extra-Transport von Beirut nach Jordanien sollten offenbar die Gebühren für den Transit durch den Suez Kanal bezahlt werden. In Beiraut ist die “Rhosus” dann aber mit ihrer gefährlichen Ladung gestrandet, vermutlich weil die Hafenbehörde die Weiterfahrt wegen zahlreicher technischer Mängel untersagte und die Reederei offenbar zahlungsunfähig war. Weiterlesen

Segelt das Schulschiff von Vegesack nach Bremerhaven?

Im Vegesacker Hafen in Bremen-Nord sind in den letzen Jahren schon viele Projekte der Stadtentwicklung grandios gescheitert, von Haven Höövt, über die Gläserne Werft bis zum Spicarium. Nun plant der Investor Max Zeitz ein neues Stadtquartier am ehemaligen Bremer Vorhafen mit einem umstrittenen Hochhaus für hochpreisiges Wohnen. Das ist aber nicht der einzige Grund für Kritik: Offenbar spielt auch das “Schulschiff Deutschland” in seinen Planungen keine Rolle mehr. Die taz nord berichtet in diesem Zusammenhang über Bremerhavener Begehrlichkeiten, das Schiff in die Seestadt zu holen, wo es 1927 gebaut wurde. Ob aber die Entwicklung des Quartiers in unmittelbarer Nähe zum Vegesacker Bahnhof und zur Groher Düne ein Erfolg wird, dürfte kaum von der Zukunft des Schulschiffs abhängen.

Eurogate vor massiven finanziellen Problemen

Der Bremerhavener Terminalbetreiber Eurogate steht laut einem Bericht von buten un binnen, dem folgendes Video vorliegt, vor massiven finanziellen Problemen. Der Verlust des ersten Halbjahres 2020 beträgt 23 Mio. €. Die Geschäftsführung kündigt Sparmaßnahmen in allen Bereichen zur Produktivitätssteigerung an. Von einem Personalabbau ist jedoch noch keine Rede.

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Auswandererhaus thematisiert Migrationskonflikte

Das Auswandererhaus in Bremerhaven beabsichtigt mit seinem zweiten Erweiterungs-bau, welcher 12 Mio. € kostet und von Bund und Land finanziert wird, Migrationskonflikte zu thematisieren und in diesem ein Bildungsinstitut zur Museumspädagogik für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ein Institut für Migrationsforschung (Academy of Comparative Migration Studies) einzurichten. Die geplante Eröffnung ist im Frühjar 2021.

Erweiterungsbau des Auswandererhauses (Quelle Radio Bremen)

Das Thema der Migration wurde auch schon hier auf dem Blog behandelt: Arbeitsmigration und Wandel in Gröpelingen oder Warum hat Bremen keine Chinatown? Weiterlesen

“Waller Sand” ausgezeichnet

“Waller Sand” in der Überseestadt (Quelle: WFB)

Der “Waller Sand”, ein neuer Strandpark in der Überseestadt (genauer an der ehemaligen Einfahrt des Überseehafens), an dem wir auch bei unser Hafen-radtour vorbeigekommen sind, wurde vom Bundesinnenminis-terium im Rahmen des Bundes-preis Stadtgrün als zukunfts-weisender Ort ausgezeichnet. In der Begründung wird darauf verwiesen, dass es bei diesem Projekt gelungen ist, durch den Klimawandel notwendige Anpas-sungen des Hochwasserschutzes mit einer Aufwertung des Stadtteils zu verbinden und die Trennung von Stadt und Wasser zu überwinden. Hervorgehoben wird auch das Potential die Stadtteile Walle und Gröpelingen zu verbinden. Wie findet ihr den “Waller Sand”?

Grundstücksdeal auf der Überseeinsel

Rickmers Reismühle auf der Bremer Überseeinsel (Quelle: Wikipedia)

Die Bremer Specht-Gruppe hat laut einer Weser Kurier Meldung das Areal rund um die Rickmers Reismühle auf der Überseeinsel erworben und plant es mit einer Mischung aus Wohn- und Gewerbeflächen zu entwickeln. Rickmers sucht nun für seine Produktionsstätte einen neuen Standort in Bremen. Auf der Überseeinsel sind nun mit WPD, Zech und Specht drei große Entwickler tätig. Nach Kellogs und Reimers Logistic zieht nun mit Rickmers ein weiteres großes traditionelles Unternehmen aus diesem Bereich der ehemaligen Handelshäfen weg. Die Transformation der Überseestadt zu einem neuen Stadtteil und die Bremer Stadtentwicklung an der Weser gehen damit rasant weiter.

Ex-Vulkan Manager Hennemann tot

Wie buten und binnen heute berichtet, ist Friedrich Hennemann vor wenigen Tagen verstorben. Der langjährige SPD-Staatsrat erlangte als letzter Chef des Bremer Vulkan Berühmtheit, allerdings waren seine Schlagzeilen in der Regel negativ: Sein zunächst von der Landes- und Bundespolitik durchaus begrüßter und geförderter Versuch aus der angeschlagenen Großwerft einen staatlich gelenkten Mischkonzern zu machen sind 1996 wegen großer Finanzierungslücken endgültig gescheitert. Nach dem Ende der AG Weser 1983 war der Vulkan-Konkurs die 2. große Werftenpleite in Bremen. Hennemann fiel nicht nur beim damaligen Senatspräsident und Bürgermeister Henninfg Scherf in Ungnade, der sich politisch von seinem Genossen absetzte, sondern musste sich später auch juristisch verantworten. Die Radio Bremen Dokumentation “Machtspieler” rekonstruiert das Ende des Vulkan sehr eindrucksvoll.

Koloniale Spuren: Brinkmann-Mosaik

Wer den Bremer Hauptbahnhof betritt, kann das bunte Mosaik über der Anzeigetafel in der Haupthalle kaum übersehen. Darauf sind sind nicht nur Bremer Stadtmusikanten, Rathaus, Dom, Weser und Hafenkräne zu sehen, sondern auch Bündel mit Brinkmann-Tabak. Auf dem benachbarten Mosaik sieht man u.a. einen schwarzen Plantagenarbeiter. Das Mosaik verweist damit nicht nur auf die Vergangenheit Bremens als europäische Tabakhauptsadt, sondern eben auch auf seine Verstrickungen im Kolonialismus und stellt diese unkritisch dar. In dern 1950er Jahren wurden die prägnanten Wandbilder von der Tabakfirma Brinkmann gestiftet. Eine kleine Anfrage der Bremer Bundestagsabgeorndneten Kirsten Kappert-Gonther, über die taz nord heute berichtet, könnte nun eine Diskussion über diese koloniale Spur und die NS-Vergangheit des Fabrikanten Hermann Ritter anstoßen.

Brinkmann-Mosaik (Foto: Jürgen Howaldt, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BremenHauptbahnhof-Mosaik-03b.jpg)

Unsichere Zukunft für die Bremerhavener Innenstadt

Wie wir schon in den Lerneinheiten 7 und 10 gesehen haben, ist die Stadtentwicklung Bremerhavens eng mit der Entwicklung der maritimen Wirtschaft und mit der Globalisierung verknüpft. Aber natürlich gibt es auch andere Einflussfaktoren. Aktuell wird in der Seestadt über die möglichen Folgen der Karstadt-Pleite für die Innenstadt diskutiert. Die Bremerhavener Filialen von Karstadt und Saturn im markanten Columbus Center sollen geschlossen werden, was Oberbürgermeister Grantz noch verhindern will. Damit würden nicht nur viele Menschen ihren Arbeitsplatz, sondern auch das Columbus Center und die Innenstadt vermutlich auch viele Besucher*innen verlieren. Es sind also kreative Ideen gefragt. Insgesamt gefährdet die Coronakrise die Erfolge des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Seestadt. Die Arbeitslosigkeit steigt hier seit einiger Zeit erneut, nachdem sie in den vergangen Jahren kontinuierlich gesunken war.

Ausstellung zu See- & Meereskarten im Haus der Wissenschaft

Im Haus der Wissenschaft findet vom 20.07. bis zum 17.10. eine Ausstellung zu See- und Meereskarten statt, welche auch für uns Seminarteilnehmer (insbesondere für die Geographen) von Interesse sein könnte. Inhalt der Ausstellung “Karten Wissen Meer. Globalisierung vom Wasser aus“: Wie das Kartenmachen und -lesen den Blick des Menschen auf die Meere geprägt und auch verändert hat. Dabei kam der Meereskartographie bei der Intensivierung des globalen Schiffsverkehrs und bei der Herausbildung eines Globalbewusstseins im 19. und 20. Jahrhundert eine Schlüsselrolle zu.

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Von Räubern & einer neuen Hanse: HHLA-Chefin im Zeit-Interview

Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logist AG (HHLA), hat der Wochenzeitung Die Zeit ein Interview gegeben, in dem viele Themen unseres Seminars angesprochen werden. In Bezug auf den Nordrange-Wettbewerb mit Rotterdam und Antwerpen verweist Titzrath auf die aggressive Preispolitik der Nachbarhäfen und spricht von Räubern, denen man im Stile der Bremer Stadtmusikanten (also mit vereinten Kräften) begegnen müsse. Weiterlesen

#hornsforhope für #CrewChange

Am 8.7. erklingen um 12Uhr weltweit wieder die Schiffshörner um auf die prekäre Situation der Seeleute in der Coronakrise aufmerksam zu machen. Zu einer ähnlichen Aktion hatten am 1. Mai schonmal der internationale Dachverband der Transportgewerkschaften (ITF) und der internationale Reedereiverband (ICS) aufgerufen. Erst kürzlich wurde am zudem Tag der Seeleute auf die prekären Bedingungen aufmerksam gemacht. Viele Schiffcrews können unter den aktuellen Bedingungen in den Häfen nicht ausgetauscht werden, was zu einer erzwungen Verlängerung der ohnehin schon sehr langen Schiffszeiten für die Seeleute führt. Auf Twitter wird u.a. unter #HerosAtSea, #hornsforhope und #CrewChange darüber berichtet.

Details zum Post-Brexit Zollsystem

Nach dem beschlossenen Brexit war die Frage nach der Grenzsituation mit Nord-Irland und Irland/Großbritannien lange ungewiss. Nun gibt es laut dem Guardian, dem ein Bericht der britischen Zollbehörde (HM Revenue and Customs) vorliegt, erste Details des neuen Zollsystems. Beginnend im Januar 2021 müssen britische Firmen drei Runden von Zoll-, Sicherheits- und Transitformularen für alle Waren, die nach Nord-Irland transportiert werden durchlaufen. Die elektronischen Dokumente müssen unabhängig davon, ob es ein Brexit-Deal gibt oder nicht, ausgefüllt werden und gelten ebenso für alle Lieferanten. Die Verfahren gelten jedoch nicht für Waren, die von Nordirland nach Großbritannien gehen. Weiterlesen

Übersichtskarte zum Hafenseminar

Um einen Überblick über die Orte zubekommen, die in unserem Seminar behandelt worden sind, habe ich eine Übersichtskarte mit Google Maps erstellt. Ihr findet hier in blau die Fotorätsel, in rot die Stopps unserer Hafenradtour und in gelb weitere Orte, die in den Seminarfolien behandelt wurden. Ihr könnt sie entweder alle gleichzeitig einblenden oder links im Menü unterschiedliche Ebenen ausblenden (beispielsweise alle Markierungen für Fotorätsel). Falls ihr noch weitere Orte ergänzt haben möchtet oder euch Fehler aufgefallen sind, dann schriebt es in die Kommentare.

Friedensforum vs. Marine-Werftverbund

Das Friedensforum Bremen hat gemeinsam mit dem Friedensforum Kiel eine Erklärung gegen den geplanten Marine-Werftverbund der Bremer Lürssen Werft und der German Naval Yards aus Kiel veröffentlicht. Darin kritiseren die Friedensaktivist*innen die Stärkung der Rüstungsindustrie als fatales Signal. Neben dem Bau von Yachten ist die Marine ein zentrales Standbein des Bremischen Schiffbaus, dessen golden Jahrzehnte mit dem Untergang der AG Weser und des Bremer Vulkans schon lang vorbei sind. Im Frühjahr wurde der marine Schiffbau zur nationalen Schlüsseltechnologie hochgestuft, um die heimische Industrie vor internationalem Wettbewerb zu schützen. Mitte Mai haben Lürssen und German Naval Yards ihre Zusammenarbeit offiziell verkündet. Entgegen den ursprünglichen Plänen ist der Kieler Ubootbauer Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) nicht dabei. TKMS plant offenbar eine Kopperation mit dem italienischen Unternehmen Fincantieri.

Tag der Seeleute: Grund zum Feiern?

Am 25. Juni wurde der internationale Tag der Seefahrer*innen begangen um ihren Beitrag zur Weltwirschaft und die Gefahren, die viele von ihnen auf hoher See in Kauf nehmen zu ehren. Unter #DayoftheSeafarer und #SeafarersAreKeyWorkes wurde auf twitter auf die oft prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht. Die International Transport Worker’s Federation (ITF), der globale Dachverband der Transport-gewerkschaften, hat diesen Tag allerdings mit Verweis auf #CrewChange nicht gefeiert, sondern erneut zum Anlass genommen um auf die vielen Seeleute aufmerksam zu machen, die wegen der Coronakrise auf Schiffen festsitzen. Schon am 1. Mai gab es eine weltweite Solidaritätsaktion für Seefahrer*innen. Der Tag der Seeleute wurde 2010 von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) ins Leben gerufen.

Abschlussbericht der BSU zur MSC Zoe

Quelle: Havariekommando

Anfang Januar 2019 kam es zu einer Havarie (ein Unfall, bei dem z.B. ein Schiff involviert ist). Die MSC Zoe geriet in der Nacht auf den 2. Januar 2019 nordwestlich von Borkum in schwere See und verlor dabei 342 Container. Dabei kamen nicht nur Unmengen von Müll sondern auch Gefahrengut ins Meer, das dann unter anderem an die Strände angespült wurde (siehe hierzu Pressemitteilung des Havarie Kommandos) Weiterlesen

Fusionsgerüchte bei norddeutschen Terminalbetreibern

Bei Hafenkoorperation denken viele zunächst an die politische Zusammenarbeit zwischen Hafenstandorten. Wie wir aber in der Lerneinheit über Hafengovernance schon gesehen haben, gibt es im Hafen die verschiedensten Unternehmen und komplexe Interaktionen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Zwei große norddeutsche Terminalbetreiber, die Bremer Eurogate (eine Kooperation von BLG Logistics und EUROKAI) und die teilstaatliche Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), planen nun laut taz nord offenbar eine Fusion. Weiterlesen

Bundesverwaltungsgericht weist Klage gegen die Elbvertiefung zurück

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Klagen von Umweltverbänden gegen die Elbvertiefung im Hamburger Hafen abgewiesen. Die Verbände BUND, NABU und WWF klagten gegen die Nachbesserungen der Planungen der Elbvertiefung aus dem Jahr 2017. Einer der Hauptsteitpunkte war die neue Ausgfleichsfläche für den Schierlings-Wasserfenchel auf der Billwerder Insel, welche nur in der Elbe vorkommt. Dort lässt Hamburg Becken eines ehemaligen Wasserwerks so umbauen, dass die bedrohte Pflanzenart angesiedelt werden kann. Es gibt aber erhebliche Zweifel, dass der Schierlingswasserfenchel dort dauerhaft wächst, weil auch mit jeder Flut neuer Schlick in die Becken getragen werde, so Manfred Braasch vom BUND. Weiterlesen

Containerhandel in der Krise

Die Tagesschau hat einen aktuellen Beitrag zu der Situation des Containerhandels veröffentlicht, der auch die Perspektive der Spediteure anreißt (u.a. 35-40% Warenrückgang). So sind die Spediteure auf die Container, die bspw. aus Asien kommen angewiesen, um ihre Waren zu exportieren. Nach Einschätzung der Branche werden zudem wohl 1.500 deutsche Schiffe die Krise nicht überstehen und derzeit sind rund 500 Schiffe außer Betrieb. Zu diesen außer Betrieb gesetzten Schiffen (Auflieger) gehören auch Containerschiffe mit einem Fassungsvermögen von 2,5 Mio. TEU. Weiterlesen