Newsletter “Welthafen aktuell”

Unser Hafenseminar ist zwar beendet, aber die Bremischen Häfen arbeiten natürlchh weiter und produzieren regelmäßig neue Nachrichten. Wer auch über das Seminar hinaus auf dem Laufenden bleiben will, kann sich neben den zahlreichen Forschungsdaten auch den regelmäßig erscheinenden bremenports Newsletter “Welthafen aktuell” ansehen. In der neuen Ausgabe vom 27.08. gibt es u.a. aktuelle Zahlen zur Bremischen Hafenwirtschaft, ein Interview mit dem Vorsitzenden der Bundesvereinigung Logistik und ein Portrait der ersten weiblichen Präses der Bremer Handelkammer, Janina Marahrens-Hashagen. Bei den Umschalgszahlen ist das Bild differenziert: Durch die Corona Pandemie ist zwar der Automibilumschalg in Bremerhaven stark eingebrochen 8-36,3%), der Containerumschlag ist aber im 1. Halbjahr 2020 weniger zurückgegangen als befürchtet (-4,8%).

Unsichere Zukunft für die Bremerhavener Innenstadt

Wie wir schon in den Lerneinheiten 7 und 10 gesehen haben, ist die Stadtentwicklung Bremerhavens eng mit der Entwicklung der maritimen Wirtschaft und mit der Globalisierung verknüpft. Aber natürlich gibt es auch andere Einflussfaktoren. Aktuell wird in der Seestadt über die möglichen Folgen der Karstadt-Pleite für die Innenstadt diskutiert. Die Bremerhavener Filialen von Karstadt und Saturn im markanten Columbus Center sollen geschlossen werden, was Oberbürgermeister Grantz noch verhindern will. Damit würden nicht nur viele Menschen ihren Arbeitsplatz, sondern auch das Columbus Center und die Innenstadt vermutlich auch viele Besucher*innen verlieren. Es sind also kreative Ideen gefragt. Insgesamt gefährdet die Coronakrise die Erfolge des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Seestadt. Die Arbeitslosigkeit steigt hier seit einiger Zeit erneut, nachdem sie in den vergangen Jahren kontinuierlich gesunken war.

Von Räubern & einer neuen Hanse: HHLA-Chefin im Zeit-Interview

Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logist AG (HHLA), hat der Wochenzeitung Die Zeit ein Interview gegeben, in dem viele Themen unseres Seminars angesprochen werden. In Bezug auf den Nordrange-Wettbewerb mit Rotterdam und Antwerpen verweist Titzrath auf die aggressive Preispolitik der Nachbarhäfen und spricht von Räubern, denen man im Stile der Bremer Stadtmusikanten (also mit vereinten Kräften) begegnen müsse. Weiterlesen

#hornsforhope für #CrewChange

Am 8.7. erklingen um 12Uhr weltweit wieder die Schiffshörner um auf die prekäre Situation der Seeleute in der Coronakrise aufmerksam zu machen. Zu einer ähnlichen Aktion hatten am 1. Mai schonmal der internationale Dachverband der Transportgewerkschaften (ITF) und der internationale Reedereiverband (ICS) aufgerufen. Erst kürzlich wurde am zudem Tag der Seeleute auf die prekären Bedingungen aufmerksam gemacht. Viele Schiffcrews können unter den aktuellen Bedingungen in den Häfen nicht ausgetauscht werden, was zu einer erzwungen Verlängerung der ohnehin schon sehr langen Schiffszeiten für die Seeleute führt. Auf Twitter wird u.a. unter #HerosAtSea, #hornsforhope und #CrewChange darüber berichtet.

Folgen von Corona für die Bremer Häfen

Das Coronavirus, auch COVID-19 genannt, hält uns seit Anfang des Jahres in Atem und hat unseren Alltag gravierend verändert. Es dürfen sich nur eine bestimmte Anzahl an Menschen treffen, es muss ein Mindestabstand eingehalten werden und in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Zeitweise waren ein Großteil der Geschäfte geschlossen oder sind es bis heute noch, Kindergärten und Schulen mussten geschlossen werden, zahlreiche Betriebe mussten ihre Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit schicken oder gar Insolvenz beantragen. Die Wirtschaft wurde weitgehend heruntergefahren, was sich nicht nur auf jeden einzelnen von uns auswirkt, sondern auf ganz Deutschland. Weiterlesen

Containerhandel in der Krise

Die Tagesschau hat einen aktuellen Beitrag zu der Situation des Containerhandels veröffentlicht, der auch die Perspektive der Spediteure anreißt (u.a. 35-40% Warenrückgang). So sind die Spediteure auf die Container, die bspw. aus Asien kommen angewiesen, um ihre Waren zu exportieren. Nach Einschätzung der Branche werden zudem wohl 1.500 deutsche Schiffe die Krise nicht überstehen und derzeit sind rund 500 Schiffe außer Betrieb. Zu diesen außer Betrieb gesetzten Schiffen (Auflieger) gehören auch Containerschiffe mit einem Fassungsvermögen von 2,5 Mio. TEU. Weiterlesen

Bremer Reederei Zeamarine stellt Insolvenzantrag

Die Zeamarine Holding hat am Montag Insolvenz angemeldet. Hierbei handelt es sich um eine Reederei des Bremer Unternehmers Kurt Zech. Dieser ist insbesondere für seine diversen Bauprojekte in der Bremen bekannt (für Bauprojekte siehe https://www.zechbau.de/projekte/). Die Zeamarine Holding ist ein ehemaliges Joint Venture der Bremer Zeaborn Reederei von Zech und der US-amerikanischen Reederei Intermarine. Im April des vergangenen Jahres hat die Zeaborn Reederei die Anteile an der Zeamarine Holding vollständig übernommen. Als Gründe für die Insolvenz der Holding werden der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die Corona-Krise angeführt. Mehr dazu im Weser Kurier.

Meyer Werft in Schieflage

Diese Nachricht kommt zwar nicht aus Bremen, aber aus der weiteren Region und ist politökonomisch und politikwissenschaftlich hoch interessant: Die Meyer Werft in Papenburg an der Ems leidet aktuell erheblich unter der Krise in der Kreuzschifffahrtsbranche. Wegen der Coronakrise liegt der Tourismus lahm und einige Reedereien haben Aufträge bei der Meyer Werft storniert. Weitere Stornierung drohen und könnten den Weftstandort Papenburg gefährden. Bei einem runden Tisch berieten am Freitag die Werftbetreiber, Gewerkschaften und Landespolitik über mögliche Rettungsmaßnahmen. Das Problem ist aber: Die Meyer Werft ist mittlerweise ein luxemburgisches Unternehmen. Der Unternehmenssitz wurde, vermutlich aufgrund von Vorteilen in der Besteuerung und bei der betriebsrätlichen Mitbestimmung in das kleine Nachbarland verlagert. Daher steht nun die Forderung im Raum, diesen Schritt rückgängig zu machen, bevor das Land Niedersachsen Hilfen zahlt. Ausgang offen …

Bürgermeister besucht Hafen

Am 7. Mai hat sich der Präsident des Bremer Senats, Andreas Bovenschulte (SPD), bei einem Besuch bei bremenports in Bremerhaven ein Bild von der aktuellen Sitution in den Häfen gemacht. Dabei hat er, laut bremenports Pressemitteilung, die Bedeutung der Häfen als “Kraftzentrum unseres Bundeslandes und unserer ganzen Region” und “wesentlicher systemrelevanter Teil der deutschen Wirtschaft” betont und angedeutet, dass er vom Bund eine Beteiligung an den hafenbezogenen Krisenmaßnahen des Landes (z.B. Stundung der Hafengebühren) erwartet. Bei dem Besuch ging es auch um die Hafeninfrastruktur und das Thema Nachhaltigkeit in der Hafenwirtschaft (green ports). In diesem Zusammenhang hat bremenports vor kurzem sowohl einen neuen Sustainability Report als auch eine Projekt-Website zur Integration erneuerbarer Energien veröffentlicht.

Konzert der Schiffshörner am 1. Mai

Um auf die Bedeutung der Arbeit von Seeleuten und auf ihre besonderen Herausforderungen hinzuweisen, beteiligen sich die Bremer Häfen an einer weltweiten Aktion der Schifffahrt. Diese finden heute am 1. Mai statt und soll insbesondere in der Zeit der Corona-Pandemie darauf aufmerksam machen, dass die Besatzungen der Schiffe eine großartige Leistung erbringen, um den weltweiten Handel aufrechtzuerhalten.

Häfen & Hafenpolitik im Krisenmodus

Die Coronakrise hat die Weltwirtschaft und damit auch den Welthandel in den letzten Wochen und Monaten massiv augebremst. Die Prognosen von WTO und IWF deuten auf eine starke Rezession in diesem Jahr hin. Das geht natürlich auch an der Hafenwirtschaft nicht spurlos vorbei. In der bremenports Reihe “Drei Fragen an” spricht die Hafensenatorin über die Auswirkungen auf die Bremischen Häfen. Claudia Schilling betont die Bedeutung der Häfen als kritische Infrastruktur gerade in der aktuellen Krise und mobilisiert dabei implizit auch das gängige Narrativ von den Häfen als Motor für die Stadtentwicklung, das wir im Seminar etwas genauer unter die Lupe nehmen werden. Weiterlesen

Welthandel in der Krise

Angesichts der aktuellen Coronavirus Pandemie und der damit verbundenen teilweisen Stilllegung der wirtschaftlichen Aktivität geht die Welthandelorganisation (WTO) von einem starken Einbruch des Welthandels aus. In einer heute veröffentlichten Studie wird für das laufende Jahr ein Rückgang des Handelsvolumen zwischen 13% (optimistisches Szenario) und 32% (pessimistisches Szenario) prognostiziert. Von dem Einbruch werden alle Weltregionen und Sektoren betroffen sein. Was bedeuten dieses Aussichten für Bremen? Weiterlesen