Fusionsgerüchte bei norddeutschen Terminalbetreibern

Bei Hafenkoorperation denken viele zunächst an die politische Zusammenarbeit zwischen Hafenstandorten. Wie wir aber in der Lerneinheit über Hafengovernance schon gesehen haben, gibt es im Hafen die verschiedensten Unternehmen und komplexe Interaktionen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Zwei große norddeutsche Terminalbetreiber, die Bremer Eurogate (eine Kooperation von BLG Logistics und EUROKAI) und die teilstaatliche Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), planen nun laut taz nord offenbar eine Fusion.

Damit könnte ein neues Hafenmonopol entstehen und Verluste von Marktanteilen an die Nordrange-Häfen Rotterdam und Antwerpen wettgemacht werden. Eurogate betreibt schon heute nicht nur Terminals in Bremerhaven, Wilhelmhaven und Hamburg, sondern auch an vielen weiteren europäischen Standorten. Die HHLA entstand bei der Teilprivatisierung des Hamburger Hafens, betreibt Terminals in der Ukraine und Estland und ist, wie viele andere Logistikunternehmen, durch die Coronakrise in erhebliche Probleme geraten.

Die Kooperation von Terminalbetreibern ist auch eine reaktion auf die großen Allianzen der Containerreedereien, die die Verhandlungsmacht der Häfen zuletzt enorm geschwächt hatten. Die Organisation der Häfen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich ausdifferenziert und erfolgt mittlerweile durch eine Vielzahl verschiedener staatlicher, teilstaatlicher und privater Unternehmen.

Ein Gedanke zu „Fusionsgerüchte bei norddeutschen Terminalbetreibern

  1. Neben den genannten möglichen positiven Folgen einer Fusion, kann es auch negative geben. So geht Mechthild Schrooten, Wirtschaftswissenschaftlerin der Hochschule Bremen, davon aus, dass durch die Nutzung der Synergieeffekte ein Abbau der Überkapizitäten stattfinden könnte. So könnte eine Kostenreduzierung durch Arbeitsplatzabbu entstehen und somit auch eine beschäftigungspolitische Gefahr.

    Desweiteren würde Hamburg mit einer Fusion Zugang zum Jade-Weser-Port erhalten, bei dem Hamburg während der Planungsphase ausstieg. Fortan war es ein Gemeinschaftsprojekt von Niedersachsen und Bremen.

    Quelle (letze Absätze) : https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-was-die-fusion-von-eurogate-und-hhla-fuer-folgen-hat-_arid,1915882.html

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