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Wie komme ich an Bücher, die es nicht in meiner Bibliothek gibt?

Mit dieser Frage, bzw. der Antwort darauf beschäftigt sich meine aktuelle Abteilung: die Fernleihe.

Das Ziel der Fernleihe ist es, einen möglichst guten / uneingeschränkten Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu haben. Nutzer von kleineren Bibliotheken haben den Nachteil, dass ihre Bibliothek weniger Bücher besitzt und deshalb die gewünschten Bücher nicht immer zu finden sind. In diesem Fall kann man Bücher oder Teile davon in einer anderen Bibliothek bestellen.

Die Abteilung der Fernleihe hat  4 Hauptaufgaben:

  1. Die aktive Fernleihe: Wenn Nutzer aus anderen Bibliotheken ein Buch aus unserem Bestand bestellen, wird zu allererst die Bestellung geprüft. Ist das Buch im Moment ausgeliehen? Anschließend muss das Buch aus dem Regal gesucht, auf das Konto der bestellenden Bibliothek gebucht und verschickt werden. Das passiert eintweder per Post oder mit dem Büchertransportdienst, das heißt, das Buch wird erst nach Göttingen gebracht, dort der jeweiligen Zielbibliothek zugeordnet und dann weitertransportiert.
    Wenn nur ein Teil (z.B. ein Kapitel oder ein Aufsatz aus einer Zeitschrift) gewünscht ist, wird dieser eingescannt und verschickt. Dabei muss darauf geachtet werden, das Urheberrecht einzuhalten. Das bedeutet konkret, dass maximal 10% des Buchs kopiert werden dürfen.
  2. Die passive Fernleihe: Wir als größere Bibliothek haben schon ganz schön viele Bücher, aber es gibt natürlich auch ganz viele Bücher, die wir nicht haben. Wenn ein Nutzer aus unserer Bibliothek ein Buch aus einer anderen Bibliothek bestellt, schickt die Bibliothek uns das Buch. Damit unser Nutzer das Buch auch ausleihen kann, muss ein Behelfsdatensatz angelegt werden. Anschließend kann das Buch auf das Bibliothekskonto des Nutzers gebucht werden und er kann es ausleihen.
  3. Subito: Das ist ein kommerzieller Dokumentenlieferdienst. Hier kann sich jeder anmelden und bei allen Bibliotheken, mit denen Subito einen Vertrag hat, bestellen. Der Fokus liegt, wie der Name schon sagt, darin, Kopien von Teilen eines Buches zu liefern, aber auch hier kann man ganze Bücher zur Ausleihe bestellen. Die eingehenden Bestellungen müssen zunächst, wie bei der Fernleihe, auf Verfügbarkeit und Urheberrecht geprüft werden. Dann muss das Buch aus dem Regal gezogen werden und entweder die entsprechenden Seiten kopiert werden, oder das Buch wird verbucht und an den Nutzer geschickt.
  4. Kopienlieferservice: Diese Aufgabe wurde auf Grund von Corona ins Leben gerufen. Damit unsere Nutzer weniger in die Bibliothek kommen müssen, können sie auf der Homepage ein Formular ausfüllen und bekommen dann den gewünschten Abschnitt eines Buchs als Kopie.

Die Kopiebestellungen und aktiven Fernleihen werden ein Mal am Tag morgens ausgedruckt, werden dann geprüft und dann den Tag über bearbeitet. Subitobestellungen werden automatisch ausgedruckt, sobald sie eintreffen und dann so schnell wie möglich bearbeitet. Das ist einer der großen Vorteile von Subito gegenüber der Fernleihe: die kurzen Lieferzeiten. Dafür müssen die Nutzer allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Entschuldigung, können Sie mir kurz helfen?

Auskunftsplatz an der Zentralen Information

Auskunftsplatz an der Zentralen Information

So oder so ähnlich beginnen viele Gespräche, die man am Tresen der Zentralen Information in der SuUB führt. Am Auskunftsplatz ist man für fast alle Nutzerfragen die erste Ansprechpartnerin. Deshalb ist das Infoteam auch mit die letzte Abteilung im Ausbildungsplan, damit man die internen Abläufe im Haus größtenteils kennt und all das gesammelte Wissen an die Nutzer*innen bringen kann.

Das ist auch nötig, denn die Fragen sind so vielfältig wie die Nutzer*innen der Bibliothek. Es wird nach Hilfe beim Drucken gefragt, nach dem Passwort für die PCs, nach Toiletten, verschwundenen USB-Sticks, nicht auffindbaren Büchern, dem WLAN, Lernräumen, Bücherwagen, Datenbankrecherche, Gebäuden auf dem Campus, Fernleihen, Magazinbestellungen, und und und. Zum Glück muss man nicht die Antwort auf jede Frage kennen, viel wichtiger ist zu wissen, wo oder bei wem man eine Antwort bekommt. Mit die wichtigsten Hilfsmittel an der Auskunft sind das Bibliotheks-Intranet, das Telefon und manchmal auch einfach Google. Und wenn man wirklich gar nicht weiter weiß, gibt es die Kolleg*innen aus dem Infoteam, die einem zur Seite stehen und ihr gesammeltes Wissen teilen. Im Normalfall ist die Auskunft auch mit zwei Personen besetzt, momentan durch die Corona-Beschränkungen aber nur von einer Person.
Zusätzlich zu den Nutzer*innen vor Ort erreichen uns natürlich auch Fragen per Telefon und Mail. Die Anfragen, die uns per Mail erreichen, werden von den Kolleg*innen übernommen und selbst bearbeitet oder an die entsprechenden Stellen weitergeleitet. Wenn das Telefon klingelt, ist zuständig, wer grade am Auskunftstresen sitzt und davor hätte ich mich am Anfang gerne drücken wollen. Telefonieren gehört wirklich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber nach ein paar Wochen hab selbst ich mich daran gewöhnt und kann jetzt auch meistens fehlerfrei “Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Information, hallo!” sagen. Und bisher hat auch noch niemand gemeckert, falls ich doch mal bei jemandem nachfragen musste.

Zusätzlich zu den Schichten am Auskunftstresen werden durch das Infoteam auch die Schulungen der Bibliothek durchgeführt. Das Angebot hier umfasst zum Beispiel Einführungen für Schüler*innen und Studis, Sprechstunden zur Recherche, einen Rundgang durch die Bibliothek und Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi. Corona-bedingt finden grade keine Schulungen in Präsenz statt, sondern virtuell über Zoom. Das funktioniert aber auch sehr gut. Zur Unterstützung wurden auch eine ganze Reihe von Videotutorials erstellt, die auf dem Youtube-Kanal der Bibliothek zu finden sind. Bei den meisten dieser Schulungen habe ich hospitiert und mir mal angeschaut, wie die Kolleg*innen ihr Wissen da gebündelt weitergeben.

Als Azubi hat man auch einige regelmäßige Aufgaben zu bearbeiten, wenn man nicht grade am Auskunftstresen sitzt. Dazu gehört unter anderem die Bearbeitung von Suchaufträgen. Wenn Nutzer*innen die Bücher nicht am Standort finden, können sie ein Formular ausfüllen. Dann geht für mich die Suche los. Erste Station ist meistens der eigentliche Standort. Vielleicht war das Buch ja noch auf dem Weg zurück aus dem Sortierraum oder wurde vor Ort benutzt. Wenn es da nicht steht, kann man eigentlich nur Glück haben und zufällig über den Titel stolpern, weil bei den Millionen an Büchern hier kann man nicht mal kurz alle durschauen. Bei manchen Fächern lohnt es sich, auch mal an ganz anderen Orten zu suchen. So manches BWL-Buch steht dann eigentlich richtig – nur in den Regalen für VWL.
Wenn das Buch dann aber doch nicht auftaucht, kann entweder über einen Kaufvorschlag ein neues Exemplar bestellt werden oder man sucht über die Fernleihe eine andere Bibliothek, von der man den Titel ausleihen kann.

Zusätzlich zu all dem steht im Infoteam auch noch die Bearbeitung eines eigenen Projekts an. Es gibt eine lange Liste an Vorschlägen, Ideen und Wünschen, aus denen man sich je nach Lust und Begabung etwas aussuchen kann. Bei mir geht es dabei einerseits um die Umsetzung von virtueller Auskunft mit Hilfe eines Roboters und andererseits unterstütze ich eine Kollegin bei der Arbeit an einem Audio Guide für die Bibliothek. Beides ist momentan noch in Arbeit, aber ich hoffe natürlich, möglichst bald die Ergebnisse zu sehen.

Ich hoffe, ihr habt einen guten Einblick gewonnen, was die Arbeit im Infoteam alles mit sich bringt.
Wascht brav eure Hände, haltet Abstand, tragt eure Maske über der Nase und bleibt hoffentlich gesund!

Fragen über Fragen

Die Arbeit im Info-Team der SuUB habe ich als einen der vielfältigsten Bereiche während meiner Ausbildung empfunden. Am Info-Tresen ist man erste Anlaufstelle für alle Belange, die die Nutzer haben. Ob es Probleme beim Kopieren gibt, ein Gebäude auf dem Campus nicht gefunden werden kann, Bücher im Regal verschwunden sind oder ganz, ganz dringend die nächste Toilette benötigt wird – die Information weiß alles.

Wovor ich zu Beginn in der Abteilung am meisten Angst hatte, war die Masse an Fragen unterschiedlichster Art, die mich überrennen würde. Zwar ist das Info-Team bei uns immer am Ende der Ausbildung, damit man das Haus gut genug kennt um alle Fragen beantworten zu können, dennoch  hatte ich großen Respekt vor der Arbeit.
Was mir aber im Laufe der Zeit aufgefallen ist, ich muss nicht alles wissen, ich sollte aber wissen wo es steht. Für uns ist es einfach auch nicht möglich jedes Buch zu kennen, aber wir haben die nötigen Tools in die Hand bekommen, mit dem Nutzer zusammen die gewünschte Literatur zu finden.

Neben dem Auskunftsservice haben wir auch weitere Aufgaben. Das sind meist verschiedene Projekte, die den Azubis in die Hand gegeben werden. Mir wurde das Gestalten eines Schulungsfilms anvertraut. Ich habe das Konzept erarbeitet und sollte auch die nötigen Materialien für den Film anfertigen. Hierbei ging es um einen kurzen Info-Film, der erklären sollte, wie Magazinbestellungen in unserem Bibliothekskatalog abgesetzt werden.
Ein weiteres Projekt war die Gestaltung und Erstellung eines Fachinformations- flyers zu wichtigen Datenbanken aus den Fächern Bildungs- und Erziehungswissenschaften und Wirtschaftswissenschaft.
Kleinere dauernde Aufgaben waren z.B. das Bearbeiten von Suchaufträgen (also wenn ein Nutzer am Regal ein Buch nicht wiederfinden konnte und wir davon ausgehen, dass es verloren oder unauffindbar verstellt wurde).
Im Aufgabenfeld des Info-Teams liegt auch die Planung und Durchführung von Schulungen für SchülerInnen und StudentInnen. Dies ist ein Bereich den wir Azubis uns angucken durften (wir haben dann an den Schulungen teilgenommen) aber nicht aktiv mitgewirkt haben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Info einen Meilenstein in der Ausbildung setzt. Zum einen weil es die letzte Abteilung vor Ausbildungsende ist, zum anderen aber auch, weil alles Wissen was sich im Azubi-Gehirn so angesammelt hat auf den Prüfstand gestellt wird.

In der Digitalisierungswerkstatt

Eine der Besonderheiten einer Ausbildung an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen ist, dass man auch als Azubi in der Digitalisierung arbeiten kann, denn nicht jede wissenschaftliche Bibliothek digitalisiert Teile seiner Altbestände.

In Bremen werden besondere Sammlungen und sogenannte regionalhistorische Werke digitalisiert. Praktisch sieht es so aus, dass man ein Buch auf einen Scanner legt, die Einstellungen festlegt und Seite für Seite scannt. Sofern keine Seiten mit Überformat dabei sind, ist man nach ein paar Stunden damit auch schon durch. Leider ist es damit noch nicht getan, denn die Digitalisate müssen noch strukturiert und erschlossen werden. Dafür werden in einem speziellen Programm die Seiten in bestimmte Abschnitte umgewandelt und die Kapitel festgelegt und paginiert (das ist die Strukturierung). Beispielsweise fängt jedes Buch mit dem Vorderdeckel an und hört mit dem Abschnitt Rückdeckel auf. Wenn die Abschnitte festgelegt sind, müssen noch bibliographische Daten erfasst werden (das ist die Erschließung).

Bei den derzeit bearbeiteten Theaterzetteln (für jedes Theaterstück, das vor vielen vielen Jahren im Bremer Stadttheater lief, wurde eine Art Beiblatt mit den Namen der Schauspieler erfasst) werden für jeden einzelnen das Datum, die Verfasser/Komponisten/Bearbeiter und der Titel erfasst. Da man sich erstmal mit der Frakturschrift vertraut machen muss, ist das aufwendig, aber spannend.

Während meiner einmonatigen Station in der Digitalisierung durfte ich mich neben den Scan- und Erschließungstätigkeit  jeden Nachmittag einem weiteren interessanten Projekt widmen, nämlich der Verlinkung der Bremer Digitalisate mit einem großen, internationalen Onlinelexikon.

 

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