Kategorie: Fakten!

Enth. alles was man über die Ausbildung wissen möchte

Fragen über Fragen

Die Arbeit im Info-Team der SuUB habe ich als einen der vielfältigsten Bereiche während meiner Ausbildung empfunden. Am Info-Tresen ist man erste Anlaufstelle für alle Belange, die die Nutzer haben. Ob es Probleme beim Kopieren gibt, ein Gebäude auf dem Campus nicht gefunden werden kann, Bücher im Regal verschwunden sind oder ganz, ganz dringend die nächste Toilette benötigt wird – die Information weiß alles.

Wovor ich zu Beginn in der Abteilung am meisten Angst hatte, war die Masse an Fragen unterschiedlichster Art, die mich überrennen würde. Zwar ist das Info-Team bei uns immer am Ende der Ausbildung, damit man das Haus gut genug kennt um alle Fragen beantworten zu können, dennoch  hatte ich großen Respekt vor der Arbeit.
Was mir aber im Laufe der Zeit aufgefallen ist, ich muss nicht alles wissen, ich sollte aber wissen wo es steht. Für uns ist es einfach auch nicht möglich jedes Buch zu kennen, aber wir haben die nötigen Tools in die Hand bekommen, mit dem Nutzer zusammen die gewünschte Literatur zu finden.

Neben dem Auskunftsservice haben wir auch weitere Aufgaben. Das sind meist verschiedene Projekte, die den Azubis in die Hand gegeben werden. Mir wurde das Gestalten eines Schulungsfilms anvertraut. Ich habe das Konzept erarbeitet und sollte auch die nötigen Materialien für den Film anfertigen. Hierbei ging es um einen kurzen Info-Film, der erklären sollte, wie Magazinbestellungen in unserem Bibliothekskatalog abgesetzt werden.
Ein weiteres Projekt war die Gestaltung und Erstellung eines Fachinformations- flyers zu wichtigen Datenbanken aus den Fächern Bildungs- und Erziehungswissenschaften und Wirtschaftswissenschaft.
Kleinere dauernde Aufgaben waren z.B. das Bearbeiten von Suchaufträgen (also wenn ein Nutzer am Regal ein Buch nicht wiederfinden konnte und wir davon ausgehen, dass es verloren oder unauffindbar verstellt wurde).
Im Aufgabenfeld des Info-Teams liegt auch die Planung und Durchführung von Schulungen für SchülerInnen und StudentInnen. Dies ist ein Bereich den wir Azubis uns angucken durften (wir haben dann an den Schulungen teilgenommen) aber nicht aktiv mitgewirkt haben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Info einen Meilenstein in der Ausbildung setzt. Zum einen weil es die letzte Abteilung vor Ausbildungsende ist, zum anderen aber auch, weil alles Wissen was sich im Azubi-Gehirn so angesammelt hat auf den Prüfstand gestellt wird.

Zwischenprüfung

Hallo ihr Lieben!
Heute wollte ich euch gerne von meiner im Frühjahr 2017 abgelegten Zwischenprüfung berichten.
In der dreijährigen Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- Informationsdienste ist ab der Halbzeit eine schriftliche Zwischenprüfung fällig.
Die wird zum einen geschrieben um alle Famis auf die Abschlussprüfung vorzubereiten (die jetzt bald bei uns ins Haus steht), aber zum anderen auch um dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule einen Zwischenstand der Leistungen des Azubis zu geben.
Abgefragt werden alle Unterrichtsfächer aus der Berufsschule, die zu drei verschiedenen Prüfungsmodulen zusammengefasst werden, die dann auch nacheinander an einem Tag geschrieben werden.
Das erste Modul setzt sich aus den  drei Bibliotheksfächern zusammen. Hier ist die bibliotheksfachliche Kompetenz gefragt, vom Katalogisierungsregelwerk RDA, über die Arbeitsabläufe einer Informations- und Dokumentationseinrichtung und den anderen Fachrichtungen.
In der nächsten Prüfung geht es dann um Informatik, Englisch und ein Bisschen Betriebslehre. Und mit Informatik meine ich Informatik-Management,  wir lernen weder krasse Hacker-Skillz noch Programmieren. Der Unterricht ist auf die Arbeitsbedürfnisse der Famis angepasst, also Buchsicherungsysteme, ISBNs und Grundkurse zum Datenschutz.
Der Letzte Teil ist das WiSo- Modul (Wirtschaft und Soziales). Die Fächer Betriebslehre und Politik bilden dafür die Grundlage.
Zwischen jeder Prüfung ist eine halbe Stunde Pause angedacht und die einzelnen Prüfungen laufen 90 Minuten.
Wenn man dann soein Prüfungsflattern hat wie ich, bleiben dann, auch mit guter Vorbereitung, schwitzige Hände nicht aus. Die Prüfung wird ganz offiziell im Aus- und Fortbildungszentrum abgehalten und nicht an unserer guten, alten Berufsschule.
Zur Vorbereitung selbst lässt sich dann nur soviel sagen, dass schon weit im Voraus Inhalte aus den vorherigen Lehrjahr in der Berufsschule wiederholt werden. Wenn man sich selbst dann auch dazu überwinden kann, mehr als nur den Tag vor der Prüfung zu lernen, dürfte die Zwischenprüfung kein Problem darstellen.
Die Ergebnisse zählen dann auch nicht weiter in die Zeugnisnoten rein, auch spätere Arbeitgeber zeigen kein Interesse an den Noten der Zwischenprüfung: Wie erwähnt, sie dient in erster Linie der Übung.

Alle meine Praktika

Halli-Hallo,

wie ihr vielleicht schon mal gehört habt, gehören zu unserer Ausbildung so einige Praktika. (Wir haben als Famis verschiedene Fachrichtungen und sollen diese auch während unserer Zeit kennen lernen)
Ich habe mir, da war ich so frei, noch zusätzliche Praktika zu den Pflichtpraktika dazu geholt. Wir als Spezialisten für wissenschaftliche Bibliotheken haben in unserem Ausbildungsplan nicht vorgesehen, die Fachrichtungen medizinische Dokumentation (meDoc) und Information und Dokumentation (IuD) außerhalb unseres Berufsschulunterrichts kennen zu lernen.
Da ich nun ein neugieriger Mensch  bin, habe ich mich um Einblicke in eben jene Bereiche gekümmert. Für die Fachrichtung meDoc war ich im Kompetenzzentrum für Klinische Studien, welches auf unserem Unigelände ist. Ich war dort für 2 Wochen und habe allerhand über die Arbeit mit Datenbanken und mit medizinischen Unterlagen (in meinem Fall waren es Studienbögen zu Ödemen am Auge) erfahren. Die Daten aus den Fragebögen in die Datenbanken einzutragen war dann mein Job. 10 Tage lang… War jetzt als Praktikantenaufgabe ganz in Ordnung, aber halt nicht das Gelbe vom Ei. Ich konnte mir da in der Zeit jedoch trotzdem einen guten Einblick erhaschen, grade in ein Thema, worüber wir sonst nicht viele Informationen erhalten.
Mein Praktikum für den IuD-Bereich habe ich dann in der Weserburg für Künstlerpublikationen gemacht. Das Museum hat eine eigene Bibliothek und das war dann auch mein Einsatzort. Es war durchaus spannend zu sehen, wie dort die Bücher eingearbeitet werden, da die Künstlerbücher und Kunstbücher eine ganz eigene Spezialität darstellen. (Künstler – haben nie an den Arbeitsalltag eines Famis gedacht. Alles anders bei denen, an Seitenzahlen ist nicht zu denken -tztztz) Die Zeit dort war auch sehr lehrreich und vor allem anders als bei uns.
Beide Praktika haben sich auf ihre Art und Weise sehr für mich gelohnt und ich kann jedem empfehlen bei Interesse die Möglichkeiten zu erfragen :)

Schulfächer eines FaMIs

Nachdem wir uns schon zu genüge über das alltägliche Schulleben eines FaMIs  (Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste) ausgelassen haben, sollen an dieser Stelle die Schulfächer kurz vorgestellt werden

  • Deutsch: Themen sind hier u.a. Kommunikation, Literaturepochen und Geschäftsbriefe. Im ersten Lehrjahr wird ein Projekt über Schullektüre bearbeitet, das wir angehenden Deutschlehrern im Bremer Landesinstitut für Schule vorstellen
  • Betriebslehre: hier lernen wir wirtschaftliche Grundlagen über Zahlungsarten, Mahnwesen, Vertragsarten, Marketing oder auch Buchhaltung
  • Politik: Themen sind hier z.B. Versicherungen, Steuern oder auch aktuelle politische Geschehnisse
  • Informatik: hier lernen wir theoretisch Dinge über die Funktionsweise von PCs, Datenbanken oder binäre Zahlen und arbeiten praktisch mit Word, Excel und Access
  • Methoden + Verfahren-Bibliothek: hier lernen wir u.a. wie Bibliotheken Medien erwerben, erschließen und ihren Nutzern bereit stellen
  • Methoden + Verfahren-Fachübergreifend: fachübergreifend, da hier auch die Arbeitsweisen von anderen Einrichtungen wie Archiven oder Bildagenturen miteinbezogen werden. Themen sind beispielsweise das Urheberrecht oder neue Informationsquellen
  • Methoden + Verfahren-Wahlplicht: der Name trügt, wählen können wir hier nicht. Im ersten Lehrjahr lernt man das Katalogisierungsrichtwerk RDA (etwas trocken) und im dritten Lehrjahr stellt man als Gruppe eine Informationseinrichtung seiner Wahl vor und besucht solche in Bremen und Umgebung. In den letzen Jahren wurden z.B. das Überseemuseum, das Auswandererhaus und das Werder Bremen-Museum besucht (nicht öde, oder?)
  • Sport: alles worauf die Klasse Lust hat: Handball, Badminton, Fitness, Hockey mit überdimensionalen Q-Tips (kein Scherz) oder Tanzen
  • Englisch: ein bisschen Film gucken, ein bisschen Hörspiel, ein bisschen Klassenlektüre, in der Abschlussprüfung im Fach Englisch werden die Fragen eh auf Deutsch gestellt, man muss nur einen englischen Text lesen

 

Nicht alle Fächer werden wöchentlich unterrichtet und ab und zu gibt es Aktionstage an denen “Promis” oder Hilfsorganisationen die Schule besuchen und ihre Arbeit vorstellen.

Auswahlgespräche

Moin,

sollte es vorkommen, dass einer unser Leser in Kürze an den Bewerbungsgesprächen für die neuen FaMI-Auszubildenden teilnehmen wird, kann ich folgende Ratschläge geben

  • seht euch genau die Homepage der  Bibliothek an
  • informiert euch welche Services die Bibliothek bietet
  • schaut im Netz nach typischen FaMI-Tätigkeiten
  • denkt über eure Stärken und Schwächen nach
  • und bleibt vor allem entspannt :)

Bewerbungsverfahren

Wer schon immer – oder erst seit kurzem – FAMI (Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste) werden wollte, fragt sich wahrscheinlich, wie das Bewerbungsverfahren genau abläuft und auf was man sich einstellen muss, nachdem man seine schriftliche Bewerbung abgeschickt hat. Für den Fall, dass eure schriftliche Bewerbung an die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen gehen soll oder bereits gegangen ist, soll dieser kurze Beitrag euch einen kleinen Einblick in das weitere Verfahren verschaffen, um das Kniezittern und die Anfälle von Hyperventilation – wenn wahrscheinlich auch nur minimal – zu verringern.

Nachdem ihr eure großartige schriftliche Bewerbung an die SUuB geschickt hab, bekommt ihr irgendwann per Post und – weil doppelt besser hält und die Post manchmal Dinge verschlampt – E-Mail eine Einladung zu einem Einstellungstest. Das ist die nächste Hürde, die ihr mit Vollgas nehmen müsst. Der Einstellungstest findet im AFZ in der Aula statt. Alle näheren Infos dazu stehen in eurer Post.

Für alle natürlichen Todfeinde der Mathematik – und eventuell auch der Wirtschaft und Politik: In dem Brief steckt womöglich ein Beiblatt, dass euch erklärt, dass ihr gute Kenntnisse in Mathe und Wirtschaft mitbringen solltet.

Keine Panik!

Das Beiblatt bezieht sich nicht wirklich auf euch und in dem Test kommt keinerlei Zins- oder Prozentrechnung dran. Das sei euch vorher gesagt, damit ihr nicht wie ich zwei Wochen vorher versucht, all eure womöglich nicht vorhandenen Mathematik-Kenntnisse aufzufrischen und am Ende festzustellen, dass all das Blut und Wasser, was ihr geschwitzt habt, umsonst war.

In dem Einstellungstest gibt es drei Teile: Deutsch, Englisch und Logik. Für den Logik-Teil dürft ihr einen Taschenrechner benutzen, braucht ihn aber wahrscheinlich nicht. Die einzelnen Teile sind unterschiedlich lang und zeitlich begrenzt – aber es ist alles gut zu schaffen!

Wenn ihr diesen Test mit Bravur bestanden habt, bekommt ihr wiederum Post, und – ihr habt es euch wahrscheinlich schon gedacht! – noch eine E-Mail, die euch zu einem Vorstellungsgespräch in der SUuB einlädt! Wenn ihr pünktlich am vereinbarten Treffpunkt erscheint, werdet ihr von freundlichen Auszubildenden abgeholt und in ein gemütliches Zimmerchen geführt, wo es Süßkram und Getränke für die Nerven gibt.

In besagtem Zimmerchen dürft ihr die Azubis mit Fragen löchern und schon mal gucken, ob ihr euch vorstellen könnt, mit diesen Leuten zu arbeiten. Das nimmt einem ein wenig die Nervosität und man kann Fragen stellen, die man immer schon hatte, und im offiziellen Gespräch vielleicht nicht unbedingt vorbringen möchte.

Anschließend geht’s in einen Besprechungsraum und da sitzt ihr dann etwa vier bis fünf freundlichen Leuten gegenüber, die euch Wasser und noch mehr Süßigkeiten anbieten. Kleiner Tipp: Überlegt euch vorher, was ihr über euch erzählen wollt, damit ihr nicht wie ich eure Selbstvorstellung mit einem panischen „…und ich mag Katzen.“ beenden müsst und euch deswegen noch drei Wochen später in Grund und Boden schämt.

 

Wenn ihr euch gut vorbereitet habt, muss euch das Gespräch keine Angst machen. Informiert euch einfach gründlich über den Beruf und die damit verbundenen Aufgaben und macht euch unbedingt den Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen Bibliothek wie der SUuB und einer öffentlichen Bibliothek klar. Bei uns gibt’s keine Kinderveranstaltungen und stattdessen jede Menge Büroarbeit!

Wenn ihr das alles hinter euch gebracht habt, könnt ihr erst einmal tief durchatmen und wenn alles geklappt hat, dann sehen wir uns nächstes Jahr als frisch gebackene Kolleginnen in der SUuB :)

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