Autor: Maike

Die Fernleihe – was sie kann und wofür man sie braucht

Jeder der regelmäßig auf Literatur zugreifen muss oder möchte kommt gezwungenermaßen irgendwann an den Punkt, an dem die gesuchte Literatur leider nicht in der eigenen Bibliothek vorhanden ist oder man hat nicht die Möglichkeit, die eigene Bibliothek aufzusuchen. Vor allem in Zeiten von Corona kann dies aus bekannten Gründen öfter vorkommen.  Für beide Möglichkeiten kommt die Fernleihe ins Spiel.

Die Fernleihe ist eine eigene Abteilung in unserer Bibliothek und kümmert sich um verschiedene Angebote rund um Literaturzugang. Ich will euch die einzelnen Angebote an dieser Stelle näher vorstellen und erklären, wie die Abläufe hier funktionieren.

Die Fernleihe bearbeitet kurzgefasst vor allem drei große Bereiche: die GBV Bestellungen, den Subito-Dokumentenlieferdienst und den Campuslieferdienst.

Der GBV ist der „Gemeinsame Bibliotheksverbund“ der Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Nutzer der SuUB haben die Möglichkeit, sich ein Fernleihe Konto in der Leihstelle anzulegen und dann aus dem GVK (Gemeinsamer Verbundkatalog) zu bestellen.  In diesem sind neben den Beständen aus dem GBV auch weitere Datenbanken verzeichnet oder es kann sogar verbundübergreifend bestellt werden.
Es sind sowohl Leihbestellungen von ausleihbaren Werken, wie auch Kopie Bestellungen einzelner Kapitel möglich. Dies ist besonders praktisch, wenn ein Kapitel aus einem Buch aus dem Präsenzbestand benötigt wird. Nutzer unserer Bibliothek haben somit die Möglichkeit, Bücher und Kopien aus ganz vielen Bibliotheken hierher in die SuUB zu bestellen. Diese Bücher landen dann bei uns in der Fernleihe und werden für euch in der Leihstelle bereitgestellt. Kopien werden wie heutzutage üblich per Mail zugesendet, oder aber bei uns ausgedruckt und ebenfalls in der Leihstelle bereitgestellt. Diese werden die „passiven“ Fernleihen genannt.
Genauso wie unsere Nutzer von anderen Bibliotheken über den GVK Literatur bestellen können, so können auch Nutzer aus anderen Bibliotheken Literatur von uns bestellen. Diese Bestellungen werden immer am nächsten Werktag bearbeitet. Die Bücher werden zu uns in die Fernleihe gebracht und entweder für den Versand in andere Bibliotheken vorbereitet oder die entsprechenden Kapitel werden von uns kopiert. Diese werden die „aktiven“ Fernleihen genannt.
Eine Fernleihe kostet in der Regel 1,50€ pro Bestellung. Diese Einheiten könnt ihr in der Leihstelle auf euer Fernleihkonto einzahlen.

Eine weitere Möglichkeit an Literatur zu kommen ist der Subito-Dokumentenlieferdienst. Es handelt sich dabei ebenfalls um eine Datenbank, in dem vielfältig Literatur angeboten wird und wo unterschiedliche Einrichtungen teilnehmen. Es ist eine Registrierung notwendig. Vorteil an eine Subito Bestellung – wie der Name schon vermuten lässt – sie wird sofort bei uns ausgedruckt. Bis 15 Uhr können Bestellungen damit abgesetzt werden und werden dementsprechend noch am gleichen Werktag bearbeitet, weswegen ein schnellerer Zugang zu der benötigten Literatur möglich ist. Es sind ebenfalls Leih- und Kopie Bestellungen möglich, wobei wegen Urheberrechtlichen Gründen immer nur 10% eines Werkes kopiert werden dürfen. Die Kosten für so eine Bestellung können der Webseite entnommen werden.

Relativ neu ist das eigene Angebot der SuUB, der sogenannte Kopienlieferdienst oder Campuslieferdienst. Hier haben die Nutzer der SuUB Bremen die Möglichkeit aus den Beständen der Bibliothek Kopien zu bestellen. Dies ist besonders praktisch, wenn man derzeit aufgrund der Pandemie nicht die Bibliothek besuchen möchte oder kann. Diese Bestellungen werden über ein Bestellformular auf unserer Bibliothekswebseite abgesetzt und am nächsten Werktag von uns bearbeitet und euch zugeschickt.

Meine Arbeitsaufgaben

Mein Tag beginnt damit, dass ich die Subito Bestellungen, die nach 15 Uhr vom vorherigen Tag oder in der Nacht eingegangen sind, ziehen gehe. Ziehen bedeutet, dass ich auf die einzelnen Ebenen der Bibliothek gehe und das gewünschte Buch heraussuche. Leihbestellungen gebe ich an eine Kollegin weiter, die diese für den Versand vorbereitet und ich kümmere mich um die Kopien. Diese werden mit einem professionellen Scanner eingescannt und mit einer speziellen Software bearbeitet. Dies läuft alles über ein System, worüber ich die Dokumente dann ganz einfach hochladen kann.

In der Zwischenzeit kommen die Buchaufsteller der einzelnen Ebenen zu uns und bringen uns die GBV- und Campuslieferdienstbestellungen. Diese müssen sortiert werden. Die GBV Leihbestellungen werden nach den einzelnen Einrichtungen sortiert und müssen verbucht und für den Bücherwagen versandfertig gemacht werden. Die GBV Kopie- und Campuslieferdienstbestellungen werden dann genauso wie die Subito Bestellungen von mir am Scanner eingescannt, bearbeitet und hochgeladen. Ebenfalls kommen in der Zeit auch die Rückgaben zusammen mit den Zusendungen aus anderen Einrichtungen zu uns. Diese gilt es ebenfalls  zu sortieren.  Die Rücksendungen werden ganz normal zurück gebucht und landen wieder bei uns auf den Ebenen. Die Zusendungen werden für den jeweiligen Nutzer vor verbucht und in der Leihstelle bereitgestellt.

In der Leihstelle werden diese Fernleihen nach Ablauf der Frist zurückgegeben. Fernleihen können nicht automatisch verlängert werden, es ist aber möglich bei uns eine Verlängerung anzufragen. Die Rückgaben, sowie nicht abgeholte Fernleihen, werden von uns aus der Leihstelle abgeholt und ebenfalls an die Einrichtungen zurückgeschickt.

Bis 15 Uhr können jederzeit neue Subito Bestellungen eingehen. Diese gilt es dann zu prüfen. Dabei ist es wichtig, ob das Buch, die Kapitel oder die Seiten bei uns verfügbar sind, die Anzahl der bestellten Seiten unter 10% ist usw.. Ist eine Bestellung geprüft wird diese gezogen und bearbeitet.

Dies sind meine Hauptaufgaben. Daneben durfte ich auch in die Arbeitsbereiche meiner Kolleginnen reinschnuppern, darunter in die Mahnverfahren, Auslandsbestellungen oder in schwierige Bestellungen, die Recherche benötigen.

Und wie gefällt es mir hier?

Super! Nachdem ich 4 Jahre in der Leihstelle als Studi gearbeitet habe war ich sehr glücklich darüber eine andere Abteilung in der Bibliothek ausführlich kennenzulernen. Mir macht die Arbeit hier sehr viel Spaß – die Kolleginnen sind alle sehr nett und das Arbeitsklima ist ganz wunderbar, sodass man jeden Tag gerne hierherkommt. Die Aufgaben sind manchmal zwar Routinetätigkeiten, aber es kommen immer mal spannende und abwechslungsreiche Neuerungen oder Probleme auf, weswegen man ständig etwas Neues lernen kann. Neben meinen oben erwähnten täglichen Arbeitsaufgaben habe ich in anderen Bereiche öfter mal reingeschnuppert, sodass mir die Vielseitigkeit der Fernleihe aufgezeigt wurde. Ebenfalls finde ich es schön zu sehen, wie sehr man unsere Nutzer – egal ob Hauseigene oder Externe – mit einer einfachen Kopie glücklich machen kann. Gerade in der Pandemiezeit kann nicht jeder unbedingt aus dem Haus gehen und Bibliotheken aufsuchen, daher ist mir die Bedeutung der Fernleihe für Literaturzugang nochmal deutlich bewusst geworden.

Noch ca. 3 Wochen darf ich hier verbringen, dann geht es für mich erst ins Praktikum und danach in eine neue Abteilung, wo wieder neue und spannende Aufgaben auf mich warten.

Schaut euch auch gerne den den Beitrag über die Fernleihe von der lieben Noomi an, die zuletzt aus der Abteilung berichtet hat :-)

Bleibt Gesund und bis zum nächsten Mal!

Maike

Begrüßungstag der Universität Bremen

Hallo ihr Lieben!

Gestern (am Mittwoch) fand der Begrüßungstag der Universität für alle Auszubildenden statt die an der Uni eine Ausbildung angetreten haben, darunter auch für Leonie und mich.
Angekommen konnte schon das imposante Büffet bestaunt werden – es standen Schnittchen, verschiedene Getränke, Obst und auch was zum naschen  für uns bereit.
Die Tischplätze wurden ausgelost und von uns gezogen, sodass wir alle – mit Namensschildern natürlich – bunt gewürfelt im Raum zusammensaßen. So waren wir gezwungen, uns mit den Azubis zu unterhalten, die nicht in der gleichen Einrichtung arbeiten und man konnte sich schon etwas kennenlernen.

Die Begrüßung fand durch die Direktorin und die Koordinatorin Silke Heinrich statt, die uns erst mal etwas zum Ablauf mitgeteilt haben.
Zum Einstieg gab es ein kleines, aber dafür sehr witziges Spiel, welches ich mir auch im Freundeskreis auf dem nächsten Treffen gut vorstellen könnte:

  • Jeder macht sich Gedanken über zwei Geschichten oder Fakten, die die eigene Person betreffen
  • Eine Geschichte/ein Fakt davon ist wahr, der andere ist falsch
  • Die anderen müssen in der Gruppe raten welches davon wohl wahr ist – und welches falsch und dürfen der Person dazu fragen stellen

Nach und nach haben ein paar von uns ihre Geschichten/Fakten erzählt und wir haben in der Gruppe versucht herauszufinden, welche Story nicht der Wahrheit entspricht. Darunter waren einige sehr kreative Beiträge und man konnte schon gut etwas über die einzelnen Personen erfahren.

Anschließend durften wir uns über das Büffet hermachen und auch eine ganz klassische Vorstellungsrunde durfte nicht fehlen. Dabei ist aufgefallen, das es wirklich sehr unterschiedliche Ausbildungsplätze an der Universität Bremen gibt und viele der Azubis, bevor sie sich beworben haben, nichts von der Möglichkeit wussten. Deswegen stellt die Universität für die kommenden Einstellungszeiten die Ausbildungsplätze auch bei azubiyo online, sodass man diese leichter finden kann. Vom Tischler, Informatiker, Laborant und Betriebstechniker ist alles dabei. Falls das euer Interesse geweckt hat, schaut gerne auf der verlinkten Webseite vorbei und sucht nach “Universität Bremen” um das Angebot einzusehen!

Als Verdauungsspaziergang folgte dann die Campusführung, durchgeführt von zwei freiwilligen Studierenden, die uns einen guten Einblick über den Campus geben konnten. Wichtig waren dabei vor allem die unzähligen Dinier Möglichkeiten für die Pausenzeiten, aber auch wirklich wichtige Stellen wie die Psychologische Beratungsstelle der Uni, die natürlich auch für uns offen und verfügbar ist.

Nach der Führung konnten wir eine Mittagspause einlegen – das hatte schon wieder etwas mit Essen zu tun – und danach ging es weiter mit der sehr informativen Vorstellung von unserem Personalrat.

Alles in allem war der Tag sehr angenehm und ich freue mich darauf, die nun bekannten Gesichter auf dem Campus wiederzuerkennen und sich über die einzelnen Ausbildungsplätze auszutauschen!

Schaut gerne mal bei der Instagram Seite der Uni Bremen vorbei, dort findet ihr alle Bilder des gestrigen Tages und vieles mehr.

Macht’s gut und bis bald!

Eure Maike

Warum ausgerechnet eine Ausbildung zum FAMI?

Huhu,

ich bin Maike, 22 Jahre alt und komme aus Grasberg (hinter Lilienthal – ja, der Weg zur Arbeit ist weit – aber das ist es wert). Ich habe gerade ab dem 1.9 meine Ausbildung als FAMI in der SuUB angefangen. Vorher habe ich bereits 5 lange Jahre an der Uni Bremen studiert und zwar Germanistik und Kulturwissenschaften. Nebenbei habe ich in der Leihstelle als Studi gearbeitet – 4 Jahre insgesamt. Die Arbeit hat mir sehr gut gefallen, also habe ich irgendwann beschlossen, dass ich dies gerne nach meinem Bachelor Abschluss weiter machen möchte. Ausschlaggebend waren mit Sicherheit vor allem die netten Kollegen und das insgesamt sehr angenehme Arbeitsklima der Bib.
Ursprünglich wollte ich nach meinem Bachelor in einem Verlag anfangen – lesen und Bücher waren also schon immer meins –  diese stellen allerdings nicht mehr fest ein & das war mir dann einfach zu doof. Als ich mich dann quasi umentscheiden musste, hab ich mich gefragt, wo ich mich denn so sehe. Als Studi war ich immer gerne in der Bib, für die Arbeit sowieso, deswegen war die Entscheidung dann gar nicht mehr so schwer. Dann habe ich mich beworben, die Stelle bekommen und bin jetzt umso glücklicher, dass das alles so geklappt hat!

Nach meiner ersten Woche hier (nach Startschwierigkeiten wegen dem bösen C.) bin ich immer noch schwer begeistert. Ich darf in der Fernleihe anfangen, wo mich neue Aufgaben und Herausforderungen erwarten (ich werde im Dezember berichten!).
Allgemein sehe ich den nächsten 3 Jahren mit Spannung und Vorfreude entgegen und sicherlich werde ich von einigen meiner Erfahrungen hier berichten.

So das war es erstmal von mir :-)

Bis zum nächsten Mal!

 

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