Aktuell (Februar 2026) führt die Tisza Bewegung geführt von Péter Magyar die Umfragewerte gegenüber Orbáns Fidesz Partei mit rund fünfzehn Prozent an (PolitPro, 2026) und stellt so einen Hoffnungsschimmer gerade für viele junge Ungarn dar. Der im Vergleich junge 44-jährige Oppositionsführer Péter Magyar polarisiert die politische Landschaft Ungarns seit nun gut zwei Jahren – und das mit Erfolg. Doch wer steckt hinter diesem Namen? Zeit sich den jungen Mann mal genauer anzuschauen.
Der am 16.03.1981 in Budapest geborene Rechtsanwalt absolvierte seinen Hochschulabschluss an der katholischen Pázmány Péter Univerität für Rechts- und Geisteswissenschaften im Jahr 2003. 2002 absolvierte er einen Erasmus+ Aufenthalt an der Humboldt Universität Berlin. Im Anschluss an seine vollendete Ausbildung zum Rechtsanwalt (2006) begann Magyar 2010 als Beauftragter für EU-Recht im ungarischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel zu arbeiten. Acht Jahre später folgte die Ernennung zum Leiter der Direktion für EU-Recht bei der Ungarischen Entwicklungsbank. Zwischen 2019 und 2022 nahm Magyar die Rolle als Geschäftsführer des Student Loan Centre Ltd. wahr. Im selben Jahr wurde er geschäftsführender Direktor des Good Farming Ltd. (Magyar, 2025). Im Jahr 2024 veränderte sich sein politisches Schaffen maßgeblich. So gründete er seine eigene politische Bewegung Tisza, welcher er bis heute vorsitzt. Gleichzeitig wurde Magyar als Abgeordneter in das Europäische Parlament (EP) gewählt, in welchem er als Teil der Fraktion der Europäischen Volksparteien (EVP) sitzt, in welcher auch die deutsche CDU vertreten ist. Seine wesentliche Popularität und politische Reichweite erlangte Magyar erst durch den Skandal um seine damalige Ehefrau und Justizministerin Judit Varga, aufgrund der Veröffentlichung von Audioaufnahmen zwischen ihr und ihm, über die Entlassung von anderen Amtsinhabenden im Rahmen einer Freisprechung eines „Kinderheimleiters“ (Die Zeit, 2025). Dem folgte der Austritt aus der Fidesz Partei und die Gründung seiner eigenen Bewegung. Der Tisza Bewegung. Mit und unter welcher er als zentrale Führungsfigur nun in rund 80 Etappen durch Ungarn reist und zahlreiche Veranstaltungen bei unterschiedlichsten Wählergruppen veranstaltet – wobei Magyar gerade durch seine charismatische Persönlichkeit bei vielen punktet und seine Nähe zum Zuhörer betont (Die Zeit, 2025). Es handelt sich bei der pro-europäisch konservativen Tisza (Deutschlandfunk, 2026) weniger um eine „gewöhnliche“ Partei, sondern vielmehr um eine Bewegung, die sich über eine App Zugang zu neuen Mitliedern sucht, welche sich auf lokaler Ebene engagieren und vernetzen (Die Zeit, 2025).
Auch jüngst kritisiert Magyar den amtierenden Präsidenten und besonders dessen Beziehungen zu Moskau scharf. Seine Haltung gegenüber der EU scheint dabei zumindest integrativer, als die Victor Orbáns, so wünscht er sich ein „normales, lebenswertes Ungarn“, das in einem „guten Verhältnis zu der EU steht“, weiter müsse „Ungarn im Westen verankert bleiben, wo es hingehöre“ (Magyar in Die Zeit, 2025). Weiter möchte er „ein souveränes, modernes, europäisches Ungarn“ (Tagesschau, 2024). Dabei stellt sich jedoch die Frage, was Magyar unter einem „normalen“ Ungarn versteht, zumindest wohl eins, wo sich der Ministerpräsident auch um die schwächsten kümmert [1] (ORF, 2025)
Es bleibt also nun mit Spannung auf die kommenden Parlamentswahlen am 12.04.2026 zu schauen und abzuwarten inwiefern sich die aktuellen Umfragewerte im finalen Ergebnis wiederfinden.
[1]: „Es kann keinen ungarischen Ministerpräsidenten geben, der die Schwächsten nicht schützen kann oder will“ (ORF, 2025)
Verwendete Quellen:
Die Zeit (2025): Péter Magyar: Orbáns ärgster Feind. In: Zeit.de am 23.10.2025. Text abrufbar unter: https://www.zeit.de/2025/45/peter-magyar-viktor-orban-ungarn-fidesz-gxe/komplettansicht#print (Zugriff am 10.02.2026)
Deutschlandfunk (2026): Opposition in Ungarn – Wahlprogramm von Tisza im Duell gegen Orbáns Fidesz. In Europa heute. Dlf vom 10.02.2026. Sendung abrufbar unter: https://www.deutschlandfunk.de/opposition-in-ungarn-wahlprogramm-von-tisza-im-duell-gegen-orb-ns-fidesz-100.html (Zugriff a, 10.02.2026)
ORF (2025): Ungarn. Kräftemessen von Orban und Magyar in Kecsemet. In ORF.at am 06.12.2025) Bericht abrufbar unter: https://orf.at/stories/3413687/ (Zugriff am 12.02.2026)
PolitPro (2026): Aktuelle Sonntagsfrage zur Parlamentswahl in Ungarn. 21 Kutatóközpont. Auf politpro.eu vom 02.02.2026. Seite abrufbar unter: https://politpro.eu/de/ungarn/wahlumfragen/21-kutatokozpont-2026-02-02/parlamentswahl (Zugriff am 12.02.2026)
Péter Magyar (2025): Péter Magyar. Fraktion der Europäischen Volkspartei. Lebenslauf. In Abgeordnete Europaparlament vom 27.03.2025. Inhalte abrufbar unter: https://www.europarl.europa.eu/meps/de/256868/PETER_MAGYAR/cv?cvLanguage=en (Zugriff am 10.02.2025)
Tagesschau (2024): Budapest. Wieder Großdemonstrationen gegen Orban. Größte politische Demonstrationen seit Jahren. In tagesschau24 vom 06.04.2024. Bericht abrufbar unter: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/proteste-ungarn-orban-102.html (Zugriff am 12.02.2026)