Fisch ist heutzutage Teil der täglichen Ernährung für einen Großteil der Weltbevölkerung. Doch was genau bedeutet es für den Klimawandel, wenn wir die Weltmeere überfischen?  Und welche Fischbestände sind bereits besonders gefährdet? 

Zunächst einmal die Definition von einem überfischten Meer: Eine Überfischung besteht dann, wenn es nicht mehr genügend Fische einer Art gibt, um das Fortbestehen einer nachfolgenden Generation Fische stabil zu sichern. Deswegen können auch weit verbreitete Arten, wie zum Beispiel der Hering in der Ostsee, langfristig vom Aussterben bedroht werden. 

Der hauptsächliche Grund für überfischte Meere ist die erhöhte Nachfrage nach Fisch. Heutzutage wird so viel Fisch wie noch nie konsumiert, welches zu immer drastischeren Fischmethoden führt. Es gibt in vielen Regionen Gesetze, welche die Menge an gefangenem Fisch regulieren, jedoch gibt es häufige Verstöße gegen solche Regulierungen. Hinzu kommt, dass die Gesetze nicht immer den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen. Das bedeutet, dass die tatsächlich erlaubte Menge von gefangenem Fisch höher ist, als es für die Art gesund wäre. Innerhalb der EU ist die europäische Kommission verantwortlich für die Entscheidungen, welche europäische Gewässer betreffen. Wenn nachhaltige Fangmengen ignoriert werden und mehr gefischt wird, können sich Gewässer nicht erholen. Die Langzeitfolgen wären fatal, da gesamte Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht werden könnten und die Klimakrise noch schneller vorangetrieben würde. 

Die Weltmeere fungieren als gewaltige Lunge unseres Planeten und sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass es genügend Sauerstoff gibt. Riesige Seegraswiesen nehmen Kohlenstoffdioxid auf und geben Sauerstoff als Abfallprodukt vom Seegras wieder ab. Durch den Klimawandel steigt die Temperatur des Meeres, was Ökosysteme wie Korallenriffe, Seegraswiesen und andere Meeresräume gefährdet. Korallenriffe dienen nicht nur als geschütztes Versteck für kleineres Meeresgetier, sondern sorgen auch dafür, dass Küstenregionen vor Erosion geschützt werden und Sturmfluten abgeschwächt werden können. Durch steigende Wassertemperaturen bleichen die Korallen aus und sterben ab. Je mehr die Klimakrise voranschreiten wird, desto mehr Korallenriffe werden absterben und damit viele weitere Arten, welche ohne die Riffe ihr geschütztes Zuhause verlieren.

Abgesehen davon, dass die steigende Temperatur eine Gefahr für die Ökosysteme darbietet, gibt es noch weitere. Große Industriefischereien benutzen zum Fangen meist Grundschleppnetze, die den Meeresboden umpflügen und Zerstörung bringen. Ganze Riffe werden wahllos zerstört und im Meeresboden gespeichertes CO2 wird freigegeben. In Regionen, in welchen diese Fangmethode genutzt wird, gleicht der Meeresboden einer toten Wüste.

Heutzutage hat sich die Lage extrem zugespitzt: 34% der Fischbestände gelten weltweit als überfischt, 1990 waren es nur 10%. Wenn die nachhaltigen Fangmengen weltweit nicht schleunigst eingehalten werden, ist als Folge mit massivem Artensterben und einem globalen Kollaps der marinen Ökosysteme zu rechnen. Besonders müssen Gebiete, in welchen das Fischen verboten ist, besser überwacht werden, damit sich die Bestände nachhaltig erholen können. Umweltorganisationen raten Verbrauchern, Fisch in gemäßigten Raten zu konsumieren und auf die Herkunft zu achten (zum Beispiel Bio-Siegel oder regionale nachhaltige Fischerei).

Insgesamt ist die Lage angespannt und droht sich in den nächsten Jahren zu verschlechtern. Es bleiben nicht mehr viele Handlungsmöglichkeiten. Die beste Option wäre, ab sofort keine Fischerei in überfischten Gewässern zu betreiben, um eine Erholung der Fischbestände zu garantieren. Dies ist jedoch nicht zu erwarten.