Jeder sich vegetarisch oder vegan ernährende Studierende kennt die typischen Sprüche zu seiner Ernährungsweise: „Woher bekommst du denn deine Proteine und dein Eisen, wenn nicht aus tierischem Fleisch?“, „müsstest du dann nicht mega viele Supplements schlucken, damit dein Körper nicht völlig unterversorgt ist?“ oder eins meiner persönlichen Highlights: „Was darfst du denn dann überhaupt noch essen?“. 

Seit über einem Jahr ernähre ich mich nun vegetarisch und esse auch eher selten mal einen „normalen“ Joghurt oder eine Scheibe Käse. Der normalen Kuhmilch habe ich bereits seit mehreren Monaten den Rücken zugekehrt, denn ich habe meine geheime Liebe zu Soja-Milch gefunden, die viel besser in Kaffee oder im Schwarzen Tee schmeckt. Und tatsächlich habe ich diese Fragen auch schon von meinen Familienmitgliedern zu hören bekommen, obwohl ich mich noch nicht vegan ernähre. Um mich aber nochmal besser über die pflanzliche Ernährung informieren zu können, die ich nun ansteuern möchte, habe ich mich also entschlossen an dem Informationsabend „Vegane Ernährung – Gesund für Mensch und Planet“ am vergangenen Donnerstagabend in der KlimaWerkStadt in der Neustadt teilzunehmen. Ich kenne zwar ein paar Veganer*innen persönlich, wollte mich aber nochmal komplett neutral von dem Thema überzeugen lassen. 

Um 19.30 Uhr trat Lisa Pörtner, eine Umweltaktivistin und Ärtzin, die sich ehrenamtlich beim Greenpeace Bremen engagiert, auf die Bühne. Ihr Vortrag fesselte von Beginn an. Pörtner sprach über die 70 Milliarden Tiere, die jährlich weltweit verzehrt werden, die hohen Treibhausgase, die von der Viehindustrie ausgehen und von den negativen Auswirkung einer fleischreichen Ernährung für den Menschen selbst und natürlich (um auf den Titel zurückzukommen) auch für unseren Planeten. Die möglichen Konsequenzen einer fleischreichen Ernährung waren mir zwar im Ansatz bewusst, da ich mich mit dem Thema bereits vertraut gemacht hatte, allerdings warfen mich die Ausmaße fast von meinem Holzstuhl. Weiter spricht Pörtner davon, dass der Fleischkonsum dennoch jährlich steigt und dass dadurch immer mehr Wälder gerodet werden müssen, um Ackerland freigeben zu können. Mehrere Grafiken, geschockte Gesichtsausdrücke im Publikum und wahnsinnige Fakten später, gingen wir über zu dem enormen Wasserverbrauch –  allein ein Hamburger verbraucht über 2000 Liter virtuelles Wasser.

Und das alles bereits bei einer Population von 7,75 Milliarden Menschen. Was machen wir, wenn wir laut Prognosen 2050 die 10 Milliarden Marke geknackt haben?

In Soya-Milch befindet sich viel pflanzliches Protein.

Doch wo bekommen Veganer und Veganerinnen eigentlich ihre Proteine her? Ihr Eisen? Ihr Vitamin B12?

Wie man bereits zu Schulzeiten gelernt hat: „Trink deine Milch, damit du groß und stark wirst“, „iss viel Fleisch, damit du auch groß und stark wirst“. Aber stimmt denn das überhaupt? Nein. Denn das tierische Protein, auf das die ganzen Bodybuilder setzen und sich dadurch den ganzen lieben langen Tag nur von Hähnchen ernähren möchten, wird von den Tieren selbst nicht produziert. Tatsächlich ist es so, dass die Tiere diese Proteine durch ihre pflanzliche Ernährung aufnehmen. Wenn ihr euch jetzt fragt, was denn als eine natürliche Proteinquelle gilt: Erbsen, Bohnen, Linsen, jegliche Sojaprodukte, Haferflocken und hunderte weitere Lebensmittel. Natürliche Eisenquellen sind dabei beispielsweise Brokkoli, Samen, Nüsse, Spinat, Linsen und und und. Mit dem Vitamin B12, das gut für unser Nervensystem wie auch die Blutbildung ist, kommen wir an einen Knackpunkt, denn dieses Vitamin wird nicht vom menschlichen Körper produziert. Die Tiere bekommen Vitamin B12 in ihr Futter untergemischt und so kann es der Mensch aufnehmen. Veganer*innen wie auch Vegetarier*innen müssen also Vitamin B12 in Form von Kapseln oder Tropfen aufnehmen – als einzige Supplementierung. Und es wird sogar fleischverzehrenden Menschen geraten, dieses Vitamin zusätzlich zu nehmen. 

Mein (persönliches) Fazit

Ich fand den Vortrag mehr als gelungen und bin seitdem total gefesselt von dem Thema Veganismus. Besonders mit Blick auf die durchaus aktuelle und globale Klimakrise, ist es doch einen Gedanken mal wert, den Fleischkonsum eventuell zu reduzieren. Und wenn man dann auch noch dem Körper und der Umwelt gleichzeitig etwas Gutes tut, lohnt es doch viel mehr. Im Endeffekt liegt die Entscheidung bei jedem selbst, aber Probieren geht immer noch über Studieren und unsere Uni bietet wunderbare vegetarische und vegane Alternativen an.

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  1. […] und da ich bereits ein paar natürliche Eisen- und Proteinquellen etc. in einem vergangenen Artikel erwähnt habe, werden hier jetzt Alternativen gezeigt, die man aufs Brot legen […]

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