von Svantje Guinebert

[work in progress]

Am 7. November 1913 wird Albert Camus in Mondovi, Algerien, als zweiter Sohn von Lucien Camus und Catherine Camus, geb. Sintès, geboren. Seinen Vater lernt Camus nie kennen: Als der Junge fast 1 Jahr alt ist, im Oktober 1914, fällt der Vater in der Marneschlacht. Die Mutter zieht mit ihm und seinem drei Jahre älteren Bruder nach Algier um, wo die Familie im Arbeiterviertel Belcourt fortan mit der verwitweten Großmutter und dem fast taubstummen Onkel von Albert Camus zusammenlebt. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf: es gibt zuhause weder Elektrizität noch fließend Wasser, keine Zeitungen, keine Bücher, keinen Radioapparat. Ab Mai 1920 besucht Albert Camus die Grundschule in Belcourt, Algier, im Oktober 1923 tritt er in Algier ins Gymnasium ein. Die Schule ist für Camus der Zugang zu Bildung, Büchern, Dichtern, Intellektuellen, Eingang in eine ihm vollkommen unbekannte und fremde Welt. Dies ist zugleich Chance und Last: seine Begeisterung und sein Fleiß öffnen ihm den Weg zum Schriftstellertum, Schule und Bildung entfernen ihn aber von seinem durch Analphebitismus und Schweigen geprägten Elternhaus. Camus‘ Grundschullehrer, Louis Germain, gelingt es, die Großmutter dazu zu überreden, Albert dank eines Stipendiums aufs Gymnasium gehen zu lassen. Dort ist Jean Grenier, sein späterer Freund, sein Philosophielehrer. Sechzehnjährig erleidet Albert Camus einen Erstickungsanfall und spuckt Blut — es wird eine schwere Lungentuberkulose diagnostiziert, gegen die keine wirksamen Medikamente verfügbar waren. Von da an wird der drohende Tod ihm ständige Begleitung sein; der unmittelbaren Lebensgefahr entronnen aber nicht geheilt, lebt er von da an bei der Schwester seiner Mutter und deren Mann, in einem besseren Viertel, da die klamme Wohnung in Belcourt allzu gesundheitsschädigend ist. Im jahr 1930 hatte Albert Camus den ersten Teil seines Abiturs abgelegt, durch die Krankheit verhindert legt er schließlich 1932 den zweiten Teil ab. 1934 geht er seine erste Ehe ein: Er eheligt Simone Hie; 1936 trennt er sich von ihr. Albert Camus tritt 1935 in die Kommunistische Partei ein, 1937 tritt wieder aus. Er gründet das «Arbeitertheater» in Algier. Im Mai 1936 wird das Kollektivdramas ‹Revolte in Asturien› durch das «Arbeitertheater» veröffentlicht und aufgeführt. Im Juli und August desselben Jahres unternimmt Camus eine Reise nach Mitteleuropa, mit Stationen in Österreich, Deutschland, Tschechoslowakei und Italien. Im Mai 1937 wird ‹Licht und Schatten› (‹L’envers et l’endroit›) veröffentlicht, im August macht Camus seine erste Reise nach Paris. 1938 arbeitet er an der Zeitschrift ‹Rivages› mit und gründet die Zeitung ‹Alger Républicain›, an der er auch mitarbeitet. Im Mai 1939 wird ‹Hochzeit des Lichts› (‹Noces›) veröffentlicht, im September wird Camus Chefredakteur von Soir Républicain in Algier. Ab März 1940 arbeitet Camus bei Paris-Soir in Paris, im Dezember heiratet Francine Faure. Im Juni 1942 wird ‹Der Fremde› (‹L’étranger›) veröffentlicht, im Oktober ‹Der Mythos des Sisyphos› (‹Le Mythe de Sisyphe›). 1943 hält sich Camus aufgrund seiner Krankheit im Massif Central auf. Er wird Lektor im Verlag Gallimard. 1944 nimmt Camus Mirwirkung in der Widerstandsgruppe «Combat» auf sowie bei der gleichnamigen Zeitung bis zur Befreiung von den Deutschen.  1945 unternimmt er eine Reise nach Algerien. Am 5. September werden seine Zwillinge Cathérine und Jean Camus geboren. Von März bis Juni 1946 unternimmt er eine Reise in die USA und nach Kanada. Da das Blatt die politische Linie wechselt, verlässt Camus im Juni 1947 Combat. Der Roman ‹Die Pest› (‹La Peste›) wird im gleichen Monat veröffentlicht, für den Roman bekommt er den  «Prix des Critiques». Im Oktober 1948 wird ‹Der Belagerungszustand› (‹L’état de siège›) aufgeführt. 1949 unternimmt Camus im Sommer eine Reise nach Südamerika. Er erleidet einen erneuten Tuberkuloseanfall. Im Dezember wird ‹Die Gerechten› (‹Les justes›) aufgeführt. Im Oktober 1951 wird ‹Der Mensch in der Revolte› (‹L’homme révolté›) aufgeführt. Im Sommer des Jahres 1952 dann der Streit und Bruch mit Sartre und ‹Les Temps Modernes›. Im März 1954 wird ‹Heimkehr nach Tipasa› (‹L’été›) veröffentlicht, im November unternimmt er eine Italienreise. Im Januar 1956 der Aufruf für einen Burgfrieden in Algerien, im Mai wird ‹Der Fall› (‹La chute›) veröffentlicht. 1957 folgt die Veröffentlichung der Novellensammlung ‹Das Exil und das Reich› (‹L’exil et le royaume›) und ‹Gedanken über die Todesstrafe› in Zusammenarbeit mit Arthur Koestler. Am 10. Dezember 1957 empfängt er den Nobelpreis für Literatur in Stockholm. 1958 kauft Camus ein kleines Haus in Lourmarin in der Provence. 1959 wird seineDostojewski-Bearbeitung ‹Die Besessenen› (‹Les possédés›) aufgeführt und er arbeitet an einem neuen Roman ‹Der erste Mensch› (‹Le premier homme›). Am 4. Januar 1960 kommt Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben.