Die Europäische Mobilitätswoche (EMW) ist eine Kampagne der europäischen Kommission zur nachhaltigen städtischen Mobilität. Sie findet jedes Jahr vom 16. bis zum 22. September statt und mündet damit am internationalen World Car Free Day.
Um sich für die EMW zu registrieren, müssen Teilnehmende Städte, Unternehmen oder andere Akteure mindestens einen der drei folgenden Bestandteile umsetzen: eine Aktionswoche, eine permanente Maßnahme und einen Autofreien Tag. Für diesen sollten eine oder mehrere Straßen für den Autoverkehr gesperrt, aber für die Öffentlichkeit zugänglich gelassen werden. Bis Juli 2026 haben sich laut Website der EMW 365 Städte in 17 Ländern angemeldet. Aus Deutschland haben sich 57 Städte und Gemeinden registriert – Bremen ist bis jetzt nicht dabei. 2025 hatten sich insgesamt 2771 Städte aus 46 Ländern angemeldet.
Um außerhalb der EMW eine Aktion anzumelden, die der Förderung nachhaltiger urbaner Mobilität dient, können sogenannte Mobilitätsaktionen (MA) registriert werden. Dies können beispielsweise Aktionen von Unternehmen, Schulen oder sozialen Bewegungen sein. 2026 wurden bis jetzt 62 Aktionen in 16 Ländern angemeldet. 2025 waren es insgesamt 889 Aktionen in 43 Ländern. Ein Beispiel einer solchen Aktion ist ein öffentliches Mobilitätstraining, das 2025 von der Nienburger Stadtbusgesellschaft organisiert wurde. Auf der Website des Umwelt Bundesamtes Deutschland befindet sich eine Ideenkiste, die zur Inspiration für diese Mobilitätsaktionen dienen soll.
Jedes Jahr wird ein Motto festgelegt, dass der Kampagne einen Rahmen geben soll. 2026 steht die EMW unter dem Motto der intergenerationalen Gerechtigkeit. Es soll Mobilität für alle geschaffen werden, unabhängig von Einkommen, Standort, Geschlecht oder Fähigkeiten. Aber eben auch spezifisch unabhängig des Alters. Da Personenunterschiedlichen Alters auch unterschiedliche Bedürfnisse haben, müssen Verkehrsmittel an diese angepasst werden, um tatsächlich inklusiv zu sein. Im Kontext dieser intergenerationalen Gerechtigkeit hat die Europäische Kommission bereits eine erste Strategie veröffentlicht, die Zukunft-gerichtetes Denken und die stärkere Einbeziehung jüngerer Personen sicherstellen soll.
Außerdem werden jährlich der EMW-Preis und der Mobilitätsaktionspreis verliehen. 2025 hat Riga als Stadt den EMW-Preis gewonnen und eine Aktion in Südtirol gewann den Preis für die beste Mobilitätsaktion. Dort wurde ein neuer Gästepass etabliert, der Touristen unlimitierten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichte. Riga hatte vor allem durch Kreativität und aktive Einbeziehung der Gesellschaft überzeugt. Um sich für den EMW-Preis zu qualifizieren, müssen alle drei oben genannten Bestandteile erfüllt werden, also die Aktionswoche, eine permanente Maßnahme und der autofreie Tag.
Bremen hat sich bis 2025 über 10 Jahre an der EMW beteiligt, dann wurde die Teilnahme jedoch eingestellt. Hier wurde die Woche von dem Verein Stadtneudenken organisiert. 2024 wurden beispielsweise eine Silent Cinema Filmreihe gezeigt, mit anschließenden Publikumsgesprächen, es gab Aktionen zur nachhaltigen Stadtentwicklung, Barrierefreiheit und Mobilität sowie Fahrradtouren durch die Stadt.
Die Europäische Mobilitätswoche kann jährlich tolle Anreize für Städte und andere Akteure bieten, sich für ein nachhaltiges und faires Mobilitätssystem einzusetzen. Durch die Mobilitätsaktionen bezieht sie die gesamte Gesellschaft mit ein und kann dadurch mit Kreativität und Spaß zu einem inklusiveren Blick auf die Mobilität führen.
Quellen:
Foto:
https://mobilityweek.eu/fileadmin/user_upload/materials/participation_resources/2026
/2026_EMW_Banner_EN.PNG
https://mobilityweek.eu/home/
https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr/nachhaltige-
mobilitaet/europaeische-mobilitaetswoche
https://stadtneudenken.de