Wem es nach Inselurlaub gelüstet, muss nicht den langen Weg in Richtung Karibik auf sich nehmen. Auch in der Mittelmeerregion gibt es einige Inseln, welche sehenswert und vor allem anders als europäisches Festland sind. Zum Beispiel wäre da Sardinien, eine Insel im Tyrrhenischen Meer. Das Tyrrhenische Meer grenzt im Norden an das Ligurische Meer und im Süden an das offene Mittelmeer. Sardinien ist eine der fünf autonomen Regionen Italiens, deren regionale Verwaltung einen Sonderstatus haben. Aber was genau macht Sardinien sehenswert? 

Der Norden Sardiniens ist geprägt von hügeligen Landschaften, welche eine schöne und sehenswerte Küstenregion bilden. Die Costa Smeralda ist ein Küstenabschnitt, welcher sich von Palau bis nach Olbia erstreckt. Urlaub auf Sardinien ist ganzjährig möglich, allerdings ist im Winter ein Großteil der Touristenattraktionen geschlossen. Die Hauptsaison ist zwischen Juni und September, im restlichen Jahr ist die Tourismusbranche weitaus weniger aktiv.

Ich habe bereits mehrere Monate im Norden Sardiniens gearbeitet und kann empfehlen über Olbia oder Santa Teresa einzureisen. Nach Olbia gehen von mehreren deutschen Flughäfen Direktflüge. Wer Flüge vermeiden möchte, kann die Fähre von Livorno oder Genua nehmen. Um sich auf Sardinien fortzubewegen ist ein Auto recht nützlich. Es gibt einige Busse, die von Olbia über Arzachena nach Palau und Santa Teresa fahren, allerdings fahren diese meist nur stündlich. Mit einem Auto oder einem Motorroller ist die Fortbewegung wesentlich entspannter und unabhängiger. Am Flughafen gibt es direkt einen Verleih von Mietfahrzeugen, die bereits im Vorraus reserviert werden können. 

Ein besonders sehenswerter Punkt im Norden Sardiniens ist meiner Meinung nach das La-Maddalena-Archipel, welches aus verschiedenen kleineren Inseln vor der Küste Sardiniens besteht. Die Größte ist La Maddalena selber,  auf der Insel leben ungefähr 10.000 Menschen. Das gesamte Archipel ist Teil des La-Maddalena-Archipel-Nationalparks. Andere Inseln sind unter anderem Spargi, Santo Stefano und Caprera. Im Nationalpark gibt es in der Hochsaison täglich Exkursionen mit Booten für Touristen. Die Preise variieren je nach Anbieter. Es gibt kleinere private Boote, welche relativ teuer sind aber den großen Vorteil der Privatsphäre anbieten. Größere Boote sind deutlich günstiger, haben allerdings auch deutlich mehr Menschen an Bord. 

Wer sich für Tauchsport interessiert, kann im gesamten Archipel fündig werden. Sowohl in Palau als auch auf La Maddalena gibt es mehrere Tauchbasen, welche täglich Tauchtrips und auch Tauchkurse anbieten. Aufgrund des dort geschaffenen Naturschutzgebietes können sich die ehemals stark angegriffenen Fischbestände seit 1990 wieder erholen. Heutzutage sind die Fischbestände deutlich gesünder und können von Tauchern bestaunt werden. Fischen ist allerdings nur mit sehr speziellen Genehmigungen erlaubt und es gilt das generelle Verbot, Fische und marines Leben anzufassen oder gar mitzunehmen. 

Für begeisterte Wanderer bietet das Archipel ebenfalls Aktivitätsmöglichkeiten, besonders Caprera und La Maddalena eignen sich für Wanderungen. Jedoch sollte sich jeder bewusst sein, wie heiß der sardische Hochsommer werden kann. Wanderungen bei 35 Grad Celsius und Sonnenschein werden schnell extrem anstrengend.

Für Touristen, welche auf der Suche nach ein wenig Kultur statt Natur sind, gibt es einen weiteren besonderen Ort: La Maddalena. Hier gibt es viele verschiedene Restaurants und Bars. Das Nachtleben ist im Hochsommer besonders gut besucht, da sich sowohl Einheimische als auch Touristen im Ort tummeln. 

Insgesamt bietet Sardiniens Norden viele Möglichkeiten, um sich zu entspannen, Neues zu entdecken oder verschiedenen Outdoor-Sport zu betreiben. Ich kann eine Reise absolut empfehlen, da ich Sardiniens Norden als sehr besonders empfunden habe und die Region mit Natur und Kulturgut für sehr sehenswert erachte.