Rund um das Depot sind sämtliche Zufahrtswege mit etwa zehn Meter langen Metallketten blockiert. Der Überfall dauert inzwischen mehr als fünfzehn Minuten an. Die Polizei benötigt Luftunterstützung und fordert deshalb Polizeihubschrauber an. Mittlerweile haben sich rund zehn Streifenwagen im Umkreis positioniert, doch keiner kommt weiter. Die Ketten machen die Weiterfahrt unmöglich. Der Einsatzleiter ordnet an, alle erreichbaren Zufahrten zum Gebäude zu sichern. Den Hubschrauber dürfen die Beamten nicht beschießen, das Risiko, Menschenleben zu gefährden, sei zu hoch. Zusätzlich fordert der Einsatzleiter die Bereitschaftspolizei an. Während die Beamten auf die Polizeihubschrauber warten, sollen gepanzerten Fahrzeugen sich bis zum Depot vorarbeiten.
In Mälarhöjden, wo die Hubschrauber stehen, erhält die Polizei um 5:30 Uhr den Alarm, sofort wollen sie in die Helikopter springen, Doch dann entdecken sie die dunklen Boxen mit blinkendem Licht auf dem Hangar. Ist das etwa eine Bombe? Die Polizisten entscheiden sich auf Nummer sicherzugehen und die Bombensicherung zu alarmieren. Ohne die angeblichen „Bomben“, hätten die Polizisten gerade einmal 15 Minuten zum Einsatzort mit den Hubschraubern gebraucht.
5:50 Uhr in Västberga . Die drei Männer erscheinen mit etwa sieben Säcken voller Geldscheine im Innenhof. Sie wirken ruhig, fast schon gelassen. Die Säcke werden mithilfe der Seile hochgezogen, dann springen die Eibrecher in den Helikopter. Der gesamte Überfall dauerte gerade einmal 30 min. Als die Bereitschaftspolizei, das Gebäude mit den gepanzerten Fahrzeugen erreicht, sehen sie den Helikopter noch davon fliegen. Im Gelddepot geht nun endlich die Schleusentür auf.
In Mälarhöjden kann die Bombensicherung nun feststellen, dass es sich bei den Paketen nicht um Bomben, sondern um Attrappen handelt. Zur selben Zeit löscht, die Feuerwehr ein kleines Feuer an der Bushaltestelle, die ca. 1 km vom Hangar in entfernt ist. Sie kann jedoch noch die Reste der Ski-Maske, und der Handschuhe sicherstellen.
Gegen 6 Uhr, etwa 30 Autominuten nördlich von Västberga, berichten Zeugen einen weißen Helikopter gesehen zu haben. Dort findet die Polizei den Helikopter schließlich an einem See in einem kleinen Waldstück. Von den Tätern, der Beute und dem Großteil der Werkzeugen, fehlt jede Spur.
Noch am gleichen Tag des Überfalls, verhaftet die Polizei zwei Verdächtige, lässt sie jedoch wieder laufen, da sie nichts mit dem Raub zu tun hatten.
Mittlerweile, ist der Einbruch überall in den Medien zu sehen, und viele Experten melden sich zu Wort. Sie alle gehen davon aus, dass die Einbrecher Profis seien müssen. Um solch einen Coup auszuführen, muss man erfahren sein. Auch die Polizei, stuft die Verbrecher als militärisch ausgebildet ein, aufgrund des so schnellen und präzisen Ablaufs des Überfalls. In ganz Schweden gibt es nur wenige, die dafür in Frage kommen könnten. Im Verlauf der Ermittlungen kommt heraus, dass der weiße Hubschrauber vom Typ Bell 206 JetRanger kurz nach 4 Uhr an einer Flugschule gestohlen worden ist.
Quellen:
https://www.theguardian.com/world/2009/sep/23/sweden-helicopter-gang-robbery-cash
https://www.reuters.com/article/world/spektakulrer-raub-per-hubschrauber-in-schweden-idUSBEE58M0IG/
https://www.cbc.ca/news/world/swedish-helicopter-heist-takes-off-with-loot-1.780789