5:20 Uhr. In der nahegelegenen Polizeistation schrillt der Überfallalarm. Über Funk erhalten die Beamten die Überfallmeldung. Inspektor Göran Palm springt in den Einsatzwagen und rast in Richtung Gelddepot. Doch knapp einen Kilometer vor dem Ziel endet die Fahrt abrupt: Eine schwere Kette, die quer über die Straße gespannt wurde, schlitzt die Reifen des Fahrzeugs auf. Die Beamten kommen mit dem Auto nicht mehr weiter. Aus der Ferne sehen die Polizisten das Depot und den weißen Hubschrauber auf dem Dach des Gebäudes.

Im Gelddepot macht sich jetzt Panik breit. Einige Personen brechen zusammen, andere fangen an zu weinen, auch der Gruppenleiter ist überfordert. Der Zählraum hat zwei Zugänge. Direkt neben der Schleuse, gibt es auch noch eine Stahltür, die allerdings immer verschlossen ist. Durch diese Stahltür kommt plötzlich Rauch. Dann eine weitere Explosion, der Griff der Tür fliegt auf den Boden. Um alle in Sicherheit zu bringen, trifft der Gruppenleiter die Entscheidung so schnell wie möglich im Tresorraum Schutz zu suchen. Um diesen zu erreichen, muss man den Zählraum mithilfe der Schleuse verlassen, ein paar Stockwerke runter laufen und eine weitere Schleuse Richtung Tresorraum nehmen. Die Schleuse zum Tresorraum ist kein normaler Durchgang, sondern eine sogenannte Sicherheits-Mantrap, wie sie in Hochsicherheitsbereichen üblich ist. Sie besteht aus zwei massiven Stahltüren, von denen technisch immer nur eine gleichzeitig geöffnet werden kann. Zudem ist die Schleuse eigentlich nur für eine Person ausgelegt, jetzt müssen sich hier 14 Menschen mit panischer Angst durchquetschen. Nachdem die Angestellten also die Schleuse betreten, verriegelt sich die hintere Tür automatisch. Die vordere Tür zum Tresorraum bleibt aus Sicherheitsgründen aber blockiert, da die Zentrale nicht weiß, wo genau sich die Täter im Gebäude befinden und ausgeschlossen werden soll, dass die Täter in den Tresorraum gelangen. So sind die 14 Personen in dem engen Zwischenraum eingeschlossen – ohne Möglichkeit, vor oder zurück zu kommen. In der Schleuse gibt es auch keinen Mobilfunk-Empfang, sodass der Gruppenleiter die Alarmzentrale nicht erreichen kann. Die Luft wird zunehmend dünner und es wird immer wärmer. Falls sich die Räuber dazu entscheiden, sich durch die Schleuse in den Tresorraum zu sprengen, würde das wahrscheinlich keiner der Angestellten überleben.

Die Täter befinden sich zu der selben Zeit im Zählraum. Einer der Täter macht sich mithilfe einer Winkelschleifmaschine an den eisigen Metallkäfigen zu schaffen, in denen zuvor von den Angestellten das Geld „gesichert“ worden ist. Als die Käfige nachgeben, fangen die Täter damit an, die Geldbündel in die Säcke zu stopfen.

 

Quellen:

https://www.theguardian.com/world/2009/sep/23/swedish-cash-depot-helicopter-raid

https://www.cbc.ca/news/world/swedish-helicopter-heist-takes-off-with-loot-1.780789

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/raub-per-hubschrauber-stockholmer-polizei als-peinlich-verhoehnt-a-651029.html

https://www.sueddeutsche.de/panorama/schweden-geldraub-aus-der-luft-die-ueberflieger-1.26769

https://www.nytimes.com/2009/09/25/world/europe/25briefs-SwedenBrf.html