Im Jahr 1785 erregte ein Collier mit Diamanten von außergewöhnlicher Größe und Reinheit und einem Marktpreis von 1,8 Millionen Livres (umgerechnet ca. 18 Millionen Euro) große Unruhen am Hof von Versailles. 

Angefertig von den Pariser Juwelieren Charles Auguste Boehmer und Paul Bassenge wurde es zahlreichen Königen angeboten, unter anderem Ludwig XV. und auch seinem Nachfolger Ludwig XVI. Ludwig dem XVI. wurde es als Geschenk an seine Königin Marie-Antoinette von Frankreich unterbreitet. 

Hier sah der Hofkardinal Louis de Rohan, der die Gunst des Königs erlangen wollte, seine Chance. Wie in dieser Zeit üblich, gelang es Interessenten die Gunst des Königs häufig über deren Geliebte zu erlangen. Allerdings hatte Ludwig der XVI. unüblicherweise keine Affären und war seiner Frau Marie-Antoinette treu. Die einzige Möglichkeit, die Kardinal de Rohan blieb, um das Vertrauen des Könighauses zu gewinnen, war also über die Königin. 

In ihm sah die Gräfin Jeanne de la Motte, die zwar aus ärmlichen Verhältnissen kam, deren Abstammung sich aber bis auf König Heinrich II. zurückführen lässt und die deswegen am Hof Versailles tagte, ihre Möglichkeit auf den wohl größten Diamantenbetrug in der Geschichte des Ancien Régime. 

Gräfin de la Motte war eine Dame, die stehts auf Kriegsfuß mit der gesellschaftlichen Ordnung war, und sich gern über Gesetze und Moral hinwegsetzte. Durch ihr Leben in Versailles war ihr auch der Kardinal und seine heimliche Vorliebe für die Königin, sowie sein Wunsch nach Anerkennung seitens des Königs bekannt. Mit dem Vorwand, eine Vertraute der Königin zu sein, schlug sie Rohan einen Deal vor, um sich sowohl bei der Königin, als auch bei dem König einen guten Ruf zu verschaffen. Sie wolle ihn mit den Juwelieren des Diamantenhalsbandes in Kontakt setzen, denn die Königin würde dieses unbedingt besitzen wollen. 

Der Kardinal solle sich für den Kauf verbürgen und würde das Geld in Raten an die Juweliere zurückzahlen können. Was Rohan allerdings nicht wusste war, dass Marie-Antoinette kein Interesse an dem Collier hatte, und es auch als Geschenk des Königs abgelehnt hatte, aus Angst um ihren Ruf. Ihr verschwenderischer und fauler Lebensstil war im Volksmund bereits bekannt. 

Um den Kardinal in dem Glauben zu lassen, die Königin sei sehr interessiert an dem Schmuckstück, ließ die Gräfin de la Motte ihm gefälschte Briefe von der Königin zukommen, in denen sie unter anderem klagte, in Geldnot zu sein. Auch wegen des schlechten Rufs des Königshauses dürfe aber niemand von dem Handel erfahren. 

Der Kardinal willigte nach Vorlage eines gefälschten Kaufvertrags mit Marie-Antoinettes Unterschrift ein, das Collier für sie zu kaufen und in Raten abzubezahlen. De la Motte sollte der Königin das Collier zukommen lassen und im Gegenzug dem Kardinal sein Geld zurückerstatten, womit Rohan auch endlich die Aufmerksamkeit des Königshauses zu haben glaubt. 

Die Übergabe des Colliers beschrieben Zeitzeugen als filmreif. 

In der Wohnung des Kardinals überreichte Gräfin Jeanne de la Motte das wertvolle Collier einem angeblichen Boten des Königshauses, um es dem Königspaar auszuhändigen. Dieser Bote brachte das Schmuckstück aber auf direktem Wege zu der Gräfin und ihrem Ehemann, die das Collier in derselben Nacht in seine Einzelteile zerlegten, um es am nächsten Tag weiterzuverkaufen. Euphorisiert wurden De la Motte und ihr Mann immer dreister im Verkauf, was das Misstrauen der Pariser Juweliere soweit weckte, dass am nächsten Tag der Hofjuwelier des Versailles vor Jeanne de la Mottes Tür stand. 

Jeanne de la Motte wurde darauf verhaftet, schaffte es aber einige Zeit später auszubrechen und nach England zu fliehen, wo sie von der Bildfläche verschwand. 

Für den Kardinal de Rohan hat das Geschehen allerdings noch kein Ende. 

Einige Zeit später traten die Juweliere vor die Königin, die Freude um ihr Interesse an dem Schmuckstück ausdrückend und um die Bezahlung des von ihnen gefertigten Colliers mit dem gefälschten Kaufvertrag einzufordern. Marie-Antoinette von Frankreich war außer sich vor Wut. Weder hatte sie Interesse an dem Halsband gezeigt, noch einen Kaufvertrag unterschrieben. 

Der Kardinal, dessen Unterschrift sich ebenfalls auf dem Kaufvertrag fand, wurde am 15. August 1785 während eines Gottesdienstes zu Mariä Himmelfahrt vom Hofminister Baron de Breteuil festgenommen. Im Prozess wird er wegen Fälschung des Kaufvertrags, aber auch Austragung von Rivalitäten und Intrigen auf Hof angeklagt. Letztendlich wurde er aber freigesprochen. 

Schlussendlich waren das Königspaar und vor allem Marie-Antoinette nach dem Betrugsskandal diejenigen, die im Volk am meisten in Ungnade fielen. Damit verschlechterte sich ihr Ruf soweit, dass sogar Goethe der Meinung war, dass das der Auftakt der späteren französischen Revolution war, die wenige Jahre später das Ancien Régime stürzte.