Tierschutz ist seit dem Vertrag von Lissabon in der EU-Grundlage verankert. Doch leider leiden immer noch Tiere in ganz Europa. Seit 2013 dürfen in Rumänien Straßenhunde getötet werden. Dies ist leider seit über einem Jahrzehnt ein bekanntes Problem. Eine parlamentarische Anfrage an die Kommission vom 26.6.2025 legt den Verdacht nahe, dass diese Hundemassaker indirekt mit EU-Mitteln finanziert werden, die eigentlich für das städtische Management oder die Tiergesundheit vorgesehen sind.
Die Situation in Rumänien
Die Problematik der Straßenhunde in Rumänien entstand in den 1980er Jahren in der Ceausescu-Ära. Das Programm der Systematisierung der Dörfer und der Bau von Plattenbauwohnungen in den Städten führte dazu, dass die Menschen ihre Hunde aus Platzmangel und Not massenhaft aussetzten. Daraus entstand im Laufe der Zeit eine riesige Straßentierpopulation. Rumänien ist heute das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in Europa.
2013 folgte eine schockierende Meldung. Das „Euthanasiegesetz“ erlaubt das massenhafte Fangen und Töten von Hunden. Wenn Hunde nicht innerhalb von 14 Tagen adoptiert werden, dürfen sie euthanasiert werden. Appellationsgerichte erklärten Teile des Gesetzes für verfassungswidrig. Weiterhin ist dieses Gesetz nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch nachweislich wirkungslos. Der sogenannte „Vakuum-Effekt“ beschreibt das Phänomen, dass Gebiete, die durch Tötungen „gesäubert“ sind, durch andere unkastrierte Hunde wieder besiedelt werden und diese sich schneller vermehren.
Leider stellt das Töten von Tieren für viele in Rumänien ein lukratives Geschäft dar. Der Staat zahlt eine Prämie von bis zu 50 Euro pro gefangenen Hund an die Fänger*innen. Betreibende und Veterinäre der Tierheime erhalten Steuergelder für die Verwahrung und Betreuung. Das sind bis zu 250 Euro pro Hund. Daraus ist leider eine „Catch & Kill“ Industrie entstanden. In 2024 wurden zum Beispiel 3.871 Hunde gefangen und 3.286 getötet. Dies hat Einnahmen von über 2,7 Mio. RON eingebracht. Seit dem Gesetzerlass sollen allein in Bukarest 50.000 Hunde eingefangen und ca. 30.000 Hunde eingeschläfert werden. Dabei fehlt es natürlich wieder an genauen und gesetzlich vorgeschriebenen Zählungen.
Die Realität in den Heimen
In den etwa 170 staatlichen Tierheimen sind die Zustände katastrophal. Die Hunde sind krank und unbehandelt, teilweise verhungern sie. Es mangelt an Futter, Wasser und tierärztlicher Behandlung. Viele Tiere sterben aufgrund von unbehandelten Krankheiten. Durch die fehlende Kastration vermehren sich die Hunde auch in den Heimen weiter.
Trotz der öffentlichen Gelder für die Verwaltung werden die Hunde oft durch brutale Methoden getötet. Dazu zählt zum Beispiel Erschießen, Erhängen, Erschlagen oder Vergiften. Diese brutalen Methoden stehen im direkten Widerspruch zum oft verwendeten Begriff der „Euthanasie“.
Unser Steuergeld für die Tötungen
Es besteht ein begründeter Verdacht, dass EU-Mittel in Rumänien in großem Ausmaß missbräuchlich verwendet werden. Die Tötungsaktionen werden nämlich zu einem großen Teil indirekt mit EU-Geldern aus Brüssel bezahlt. Dazu gehört anteilig auch deutsches Steuergeld. Das EU-Geld für die Straßenraumbewirtschaftung und die Abfallwirtschaft wird für das Fangen und Töten der Hunde verwendet. Die beauftragten Schlächter der Hunde erhalten öffentliche Aufträge und Kopfprämien. Die Kommunen definieren die EU-Mittel für die regionale Entwicklung auch im Sinne des „Stray-Dog-Managements“ und somit für das Töten der Hunde. Die EU gibt somit kein Geld für die direkte Tötung aus, stabilisiert aber die Haushalte und ermöglicht eine lokale Finanzierung des Tötungssystems.
Da der Tierschutz ausdrücklich in Artikel 13 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verankert ist und Tiere als fühlende Lebewesen zu behandeln sind, wurde eine parlamentarische Anfrage (E-002593/2025 (2025)) an die Kommission gestellt.
3. Kann die Kommission konkret bestätigen, dass keine EU-Mittel – unter Heranziehung des zur Ergänzung des Tiergesundheitsrechts erlassenen delegierten Rechtsakts zur Ausrottung von Infektionskrankheiten[1] als Vorwand – für die Tötung streunender Tiere verwendet wurden?
Eingang: 26.6.2025
Widerstand leisten
Wie schon so oft angesprochen, ist das Tötungssystem wirkungslos bei der Reduzierung der Population. Frei gewordener Lebensraum wird schnell von anderen Hunden wieder besetzt. Die einzige nachhaltige Lösung sind gut organisierte Kastrationskampagnen und mehr Aufklärung. Leider gibt es viele Hürden für Tierschützer*innen. Diese erhalten oft kein Zugang zu den Heimen. Das „Stören“ oder Dokumentieren der Fangstationen in Bukarest ist verboten. Leider ist auch die Vermittlung der Hunde nicht immer die beste Lösung. Schlecht organisierte Vermittlung unterstützen unter Umständen sogar das rumänische System, indem sie Platz schaffen oder unseriöse Menschen finanzieren.
Die Kommission kann sich nicht länger hinter der Komplexität der lokalen Budgets verstecken. Artikel 13 über die Arbeitsweise der Europäischen Union ist eine rechtliche Verpflichtung und muss eingehalten werden. Die aktuelle parlamentarische Anfrage zeigt Aufforderungen der Abgeordneten und der Zivilgesellschaft, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln. Es muss eine sofortige und unabhängige Untersuchung der Mittelverwendung passieren. Weiterhin müssen klare Auflagen erlassen werden, die die Verwendung von EU-Mitteln für die Tiertötung ausschließen. Flächendeckende Programme für Kastration, Impfung und Registrierung müssen finanziert werden.
Falls ihr unterstützen wollt:
Strassenhunde Rumänien in Not e.V.
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PETA
Ihre Spende hilft Tieren in Rumänien: Um das große Leid der heimatlosen und vernachlässigten Tiere in Rumänien zu verringern, haben wir von PETA gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm ins Leben gerufen: Jedes Jahr werden etwa 8.000 Tiere kastriert, registriert und medizinisch versorgt.