In diesem Erfahrungsbericht möchte ich über meine Erfahrungen als Fremdsprachenassistenzkraft im Akademiebereich Lille berichten.

Ich studiere Frankoromanistik im Zwei-Fächer Bachelor an der Universität Bremen und habe den obligatorisch vorgesehenen Auslandsaufenthalt als Fremdsprachenassistenzkraft im Akademiebereich Lille verbracht.

Im Folgenden möchte ich über meine Erfahrungen berichten, welche ich in diesen 6 Monaten gemacht habe.

Ich habe vom 01. Oktober 2019 bis zum 31. März 2020 in einem Lycée und in einem Collège in Maubeuge, sowie an einem weiteren Collège in Hautmont gearbeitet und konnte dort viele Eindrücke sammeln und mich pädagogisch weiterbilden. Teilgenommen habe ich während dieser Zeit am Deutschunterricht, doch ich hatte ich auch die Möglichkeit andere Unterrichtsfächer zu beobachten.

1. Vorbereitung
Vor Beginn meiner Assistenzzeit musste ich bereits einige Dinge erledigen, da man für die Behördengänge vor Ort zahlreiche Dokumente aus Deutschland mitbringen muss, wie beispielsweise eine internationale Geburtsurkunde, welche ich noch beim Standesamt meines Geburtsortes beantragen musste. Des Weiteren habe ich mich über die Universität Bremen für eine Förderung bei ERASMUS+ beworben, welche ich glücklicherweise erhalten habe.

Nach Erhalt der Kontaktdaten meiner Schulen, habe ich mich sofort mit den für mich zuständigen Lehrkräften in Kontakt gesetzt. Diese waren mir bei vielen Dokumenten, welche vor der Anreise zu bearbeiten waren behilflich.

Die Wohnungssuche gestaltete sich für mich relativ schwierig, da Maubeuge und Hautmont sehr kleine Orte sind und es dadurch verglichen mit einer Großstadt nicht besonders viele Angebote gibt. Schließlich habe ich jedoch ein schönes Zimmer über die Internetseite Airbnb gefunden. Weitere Möglichkeiten, eine Unterkunft zu finden sind die französischen Internetseiten www.leboncoin.fr, sowie www.appartager.fr .

2. Ankunft
Ich bin bereits einige Tage vor Schulbeginn nach Frankreich gefahren, um mich in Ruhe einzuleben und die Wege zu meinen Schulen abzufahren. Am 01. Oktober wurden alle Assistentinnen und Assistenten des Akademiebereiches Lille an die Universität Lille eingeladen, wo man viele wichtige Informationen für den Aufenthalt in Frankreich erhalten hat.

In den ersten zwei Wochen während meiner Assistenzzeit habe ich in unterschiedlichen Klassen hospitiert und hatte somit genügend Zeit, um mich mit dem sprachlichen Niveau, dem Verhalten der Schüler und der Unterrichtsweise der Lehrer vertraut zu machen. Nach dieser Zeit habe ich begonnen den Unterricht aktiv mitzugestalten und auch häufig einen Teil einer Klasse zu übernehmen und mit ihnen über bestimmte Themen zu arbeiten.

3. Pädagogische Erfahrungen
Ich habe in meiner Zeit als Assistenzkraft sehr viele pädagogische Erfahrungen gesammelt, besonders da ich noch kein Schulpraktikum in Deutschland absolviert hatte und es somit die erste richtige Lehrerfahrung für mich war.
Anfangs war es für mich eine Herausforderung, den Unterricht ganz allein zu gestalten, da ich viele unterschiedliche Klassen unterrichtet habe und es teilweise schwierig war, für das Niveau angemessene Aufgaben zu erstellen. Mit der Zeit viel es mir jedoch immer leichter und es hat mir viel Freude bereitet, mit den Schülern zusammen zu arbeiten.

Auch die gemeinsame Arbeit mit den Lehrkräften hat mir gut gefallen, da ich somit noch einige Ratschläge bekommen habe und ich dadurch noch eine bessere Sicht auf das Schulsystem in Frankreich und die unterschiedlichen Lehrweisen bekommen konnte.

Außerdem habe ich geholfen, eine Gruppe von Schülern am Lycée auf ein Sprachdiplom vorzubereiten, wodurch ich noch einen besseren Einblick in die Prüfungen an französischen Schulen gewinnen konnte.

4. Persönliche Eindrücke
Da Hautmont und Maubeuge eher kleine Städte sind, war es für mich nicht einfach, vor Ort neue Bekanntschaften zu schließen. Ich hatte Glück, dass ich eine französische Mitbewohnerin hatte, mit welcher ich mich sehr gut verstanden und auch einiges unternommen habe.

An Freizeitangeboten haben die beiden Orte nicht so viel zu bieten, wie eine Großstadt. Ich persönlich bin sehr gerne ins Schwimmbad gegangen, habe ein Einkaufszentrum besucht oder bin ins Kino gegangen. Außerdem bin ich sehr gerne an der Sambre in Hautmont spazieren gegangen.

Hautmont hat eine super Lage und viele andere Städte sind in kurzer Zeit zu erreichen. Ich habe einige Ausflüge nach Valenciennes, Lille oder Paris unternommen. Auch die belgische Grenze ist nicht weit entfernt.

5. Fazit
Im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich über die Zeit, welche ich in Frankreich verbracht habe. Ich habe viele schöne Momente erlebt und sehr viel gelernt.

Einerseits habe ich viele pädagogische Erfahrungen gesammelt, was die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts betreffen, doch auch im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern habe ich einiges gelernt. Es war auch sehr spannend, Einblicke in ein anderes Schulsystem als das Deutsche zu erhalten.

Außerdem hat sich mein sprachliches Niveau ebenfalls verbessert und ich konnte viele tolle Menschen kennenlernen und habe einige schöne Orte besucht. Auch die Kultur in dieser Region hat mich sehr interessiert und durch meine französischen Mitbewohner war es leicht, diese kennenzulernen.

Ich bin froh diesen Auslandsaufenthalt als Fremdsprachenassistenzkraft in Frankreich gemacht zu haben und kann es nur weiterempfehlen.

 

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