Vorbereitung
Meine Vorbereitungsphase began relative früh, ca. eineinhalb Jahre vor Praktikumsbeginn. Dabei habe ich als Erstes Rücksprache mit Frau Heitzhausen gehalten und mir aus der vorhandenen Adressliste mögliche Praktikumsplätze rausgesucht. Parallel belegte ich Sprachkurse, um mein Englisch aufzufrischen und weiter auszubauen. Dies kann ich jeder/m empfehlen! Insgesamt habe ich drei Englischkurse aus dem Angebot der Universität Bremen besucht. Dies hat mir mehr Sicherheit für die Verständigung vor Ort gegeben hat. Meine Bewerbung an die University of Auckland habe ich Anfang Januar per E-Mail versendet. Ohne ein weiteres Interview habe ich nach zwei Wochen eine Zusage erhalten. Mir wurde geschrieben, dass sie schon viele Interns aus Bremen in ihrer Abteilung hatten und jedes Mal sehr zufrieden waren.

Von Seiten der Gasteinrichtung musste ich im Vorfeld keine weiteren Unterlagen ausfüllen. Jedoch gab es einige Formulare, die sie mir ausfüllen mussten. Dies geschah jeweils sehr zügig und unkompliziert.

Formalitäten im Gastland
Bevor ich überhaupt nach Neuseeland reisen konnte, brauchte ich ein Visum. Dies gestaltete sich auf Grund meines Alters etwas schwierig. Als junge/r Student*in ist es möglich das Work and Holiday Visum zu nutzten, da dies altersbeschränkt ist, kam es für mich nicht in Frage. Nach diversen Anrufen in Berlin, London und Neuseeland, wurde mir mitgeteilt, dass ich das Arbeitsvisum beantragen müsste, auch wenn das Praktikum unbezahlt sei. Die Beantragung und Bezahlung des Visums erfolgte online. Innerhalb von 14 Tagen wurde mir das Visum per Mail zugeschickt. Dies sollte nicht zu früh beantragt werden, da es ab Ausstellungsdatum gültig ist und nur über einen gewissen Zeitraum ausgestellt wird.

Meiner Erster Tag begann um 9 Uhr mit einer kleinen Überraschung. Leider hatte die Sekretärin die E-Mail nicht abgeschickt, in der sie mir mitteilte, dass ich erst am 02.10. kommen sollte, da sie montags nicht arbeitet. So lernte ich gleich meine Ansprechpartnerin an der Universität kennen. Sie war auch nicht auf diesen Start vorbereitet und improvisierte, in dem sie mir die Abteilung und einen Teil des Gebäudes zeigte. Damit endete für mich der erste Tag ziemlich früh.

Am darauffolgenden Tag wurden alle organisatorischen Angelegenheiten geklärt. Mein Arbeitsplatz wurde von der IT eingerichtet und ich sollte mir eine ID Card erstellen lassen. Dafür bin ich nach Feierabend zum Hauptcampus gefahren.

Ein sehr schönes Ritual ist der Willkommenstee. Um mich zu begrüßen wurde zur Teerunde eingeladen. Jeder der Mitarbeiter hat eine Kleinigkeit zu Essen mitgebracht. In einer Vorstellungsrunde erklärte jede/r seine/ihre Funktion und wo er/sie ihren Arbeitsplatz hat.

Allgemeine Informationen zur Universität
Die University of Auckland wurde am 23.05.1883 offiziell in einem nicht mehr genutzten Gerichtsgebäude eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt waren 95 Studenten eingeschrieben, die von vier Lehrern unterrichtet wurden. Die Anzahl an Studierenden nahm, genauso wie die Erweiterung der Fächer, über die folgenden Jahre stetig zu.

Die University of Auckland entwickelte sich zur größten Universität Neuseelands, mit mittlerweile über 40000 Studenten, verteilt auf fünf Campussen. Einer dieser Campusse ist der Tamaki Campus, etwas außerhalb von Aucklands City liegend. An diesem Campus befindet sich die School of Population Health und ein Teil davon ist „the Health System Section“.

Das Motto der Universität lautet: „Ingenio et Labore“, „durch natürliche Fähigkeiten und harte Arbeit“. Die Universität versteht sich selber als forschungsführende, internationale Uni, die mit ihrer Exzellenz in Unterrichten, Lernen, Forschen, kreativer Arbeit und Verwaltung, bedeutende Beiträge zur Förderung des Wissens leistet die nationalen, sowie internationalen Gemeinschaften bereichern.

Im World University Ranking ist sie die bestplatzierteste Universität Neuseelands. Rund 35% der hochrangigsten Forscher Neuseelands sind hier beschäftigt.

Unterkunft
Auckland ist teuer! Auch was die Unterkünfte angeht.
Ich habe über das Portal Homestay ein sehr nettes Zimmer außerhalb der Stadt gefunden, was preislich gleichzusetzen war mit einem Zimmer im Hostel, dass ich mir mit acht anderen hätte teilen müssen. Der Fahrtweg jedoch war schon ziemlich lästig. Ich brauchte jeden Morgen ca. eineinhalb Stunden zur Uni, wenn ich mit dem Bus und Shuttle gefahren bin, oder vierzig Minuten mit dem Auto. Die Entschädigung, die es dafür gab, war jeden Morgen über die Auckland Bridge zu fahren und das türkisfarbene Wasser zu sehen.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt, ist ein Auto, um in der Freizeit flexibler zu sein. Ich kann es empfehlen ein Auto zu kaufen, denn Bus und Bahn ist mindestens genauso teuer und das Auto kann am Ende noch wieder verkauft werden. ABER… Denkt daran, dass ihr im Linksverkehr unterwegs seid.

Sonstiges
Wie ich vorher schon geschrieben habe, ist Auckland, generell Neuseeland sehr teuer. Die Lebensmittelpreise waren horrend als ich hier im Frühling ankam, dies besserte sich mit Beginn des Sommer und der Ernte der regionalen Produkte.

Was sinnvoll ist, ist eine gebührenfreie Kreditkarte zu besitzen. Ihr könnt ihr so ziemlich alles mit Karte zahlen. Ein neuseeländisches Konto zu eröffnen macht nur dann Sinn, wenn ihr nebenbei arbeiten möchtet oder müsst.

Plant auf jeden Fall noch eine Zeit zum Reisen ein, je länger desto besser. Neuseeland ist unbeschreiblich schön.

Was tunlichst zu vermeiden ist
An sich selber zweifeln und sich anderen Menschen gegenüber zu verschließen. Neuseeländer sind unglaublich freundliche, ehrliche, hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen. Lasst die deutsche Mentalität am besten am Flughafen liegen.

Zum Schutz der Natur gibt es einige Regel dazu, was ihr mit nach Neuseeland bringen dürft und was nicht. Informiert euch vor Abflug, welche Lebensmittel ihr einführen dürft und wie sauber eure Wander/Laufschuhe sein müssen, dies kann unter Umständen sehr teuer werden.

Fazit
Es war und ist eine wundervolle Zeit, in der ich ein gutes, grundständiges Handwerkszeug für meine Bachelorarbeit erlernt habe. Darüber hinaus habe ich interessante Menschen und deren Biografien kennengelernt und einen Einblick in die Tätigkeit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin erhalten. Ebenso habe ich einen Einblick in das Gesundheitssystem Neuseelands und in das neuseeländische Studium Public Health erhalten.

Kurz und knapp ausgedrückt, macht es! Wenn ihr mit dem Gedanken spielt ein Auslandspraktikum zu machen, dann macht es definitiv. Es ist so viel mehr als Arbeitsskills. Ihr bekommt einen Einblick in eine völlig andere Struktur, eine andere Arbeitsweise, ihr lernt eine andere Kultur kennen und ihr bekommt die Möglichkeit dem kalten und tristen Winter in Deutschland zu entfliehen.

 

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