Bereits zu Beginn des Studiums hatte ich mir vorgenommen mindestens ein Semester im Ausland zu verbringen. Zwar war ich mir nicht sicher, ob ich ein Auslandssemester oder ein Auslandspraktikum absolvieren möchte, sondern nur, dass es in einem englischsprachigen Ländern sein sollte.

In den ersten Semestern hatte ich mich für ein Auslandssemester entschieden. Jedoch hat sich dieser Entschluss im Verlauf des Studiums geändert. Aufgrund der steigenden Konkurrenz und es sehr wichtig ist frühestmöglich in der zukünftigen Berufskarriere Fuß zu fassen, entschloss ich mich für ein Auslandspraktikum.

Die Wahl des Landes:
Da die Hauptkriterien der Landeswahl die englische Sprache und dem Streben nach Neuheit waren, fiel die Entscheidung schnell und recht unkompliziert auf Kanada. Für Kanada habe ich mich entschieden, da es eine schöne Mischungen aus Großstadt , Natur und Vielfältigkeit bietet. Jede Region hat ihren eignen Charakter und Besonderheiten. Somit bietet sie eine wunderbare Mischung aus Natur, Wildlife und Metropolen. Zudem ist sie sehr multikulturell geprägt, das meines Erachtens ein weiteres positives Kriterium ist.

Die Organisation:
Die “richtige” Organisation meines Auslandspraktikums hatte bereits ein Jahr zuvor begonnen. Glücklicherweise, nahm ich an eines der Infoveranstaltungen vom International Office teil. Durch diese Veranstaltung erfuhr ich nicht nur, dass es sehr notwendig sei, bereits ein Jahr im Voraus mit den notwendigen Vorbereitungen zu beginnen, sondern dass es auch für das Land Kanada durchaus Notwendig ist. Dabei bezieht sieht dies insbesondere für das Work Permit für Kanada.

Die kanadische Botschaft vergibt im Verlauf eines Jahres eine begrenzte Anzahl an Work Permits, dabei ist die Menge Länderspezifisch. Die Botschaft eröffnen meist im Herbst des Vorjahres ihr Kontingent für die Bewerbung eines Work Permits. Das Visum wird auf der Website der kanadischen Botschaft beantragt.

Leider, ist das Visum nicht mühelos durch die Beantwortung weniger Fragen zu beantragen. So müssen zu Beginn bestimmte Kriterien erfüllt sein und spezielle Dokumente, wie ein polizeiliches Führungszeugnis und je nachdem ob notwendig, einen medical check eingereicht werden.

Dies kann und nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, da der Genehmigungsprozess des Visums und das Erlangen der notwendigen Unterlagen einige Wochen oder auch Monate in Anspruch nehmen können. Dabei muss beachtet werden, dass die Botschaft selbst, dem Bewerber eine begrenzte Zeit anbieten die Unterlagen einzureichen.

Laut einiger Internetrecherchen und der Information auf Website der kanadischen Botschaft stehen die Chancen für deutsche Bewerber ein Work Permit zu bewilligen sehr gut. Somit ist die Wahrscheinlichkeit das Visum genehmigt wird, nach rechtzeitiger Einreichung der Dokumente.

Eine große Hilfe bei der Organisation bietet zudem das Career Center an der Universität. Dabei informieren sie nicht nur über den Bewerbungsprozess des Visums, sondern unterstützen auch bei der Erstellung und Erarbeitung eines CVs für die ausländischen Einrichtungen.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass Studenten im Gesundheitssektor, die ein unbezahltes Praktikum für nicht mehr als vier Monate antreten, KEIN Work Permit beantragen müssen sondern nur das eTA ausreicht. Sofern jedoch Interesse nach einer Nebenbeschäftigung besteht, muss ein Work Permit beantragt werden (Ohne Gewähr).
https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/corporate/publicationsmanuals/operational-bulletins-manuals/temporary-residents/foreign-workers/work-withoutpermit/authorization-work-without-work-permit-health-care-students.html
https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/workcanada/permit/temporary/need-work-permit-work.html
https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/workcanada/permit/temporary/need-work-permit-work.html

Die Versicherung:
Da die DAAD-Versicherung für Studenten sehr empfehlenswert ist und die Universität dies ferner empfehlt, habe ich mich für diese entschieden. Zusätzlich war sie nach eigener Recherchieren zu Folge am kostengünstigsten und deckte auch hat die nötigen medizinischen Bereiche.

Das Finanzielle:
Durch eigene Ersparnisse und der Unterstützung von Promos war ich finanziell sehr gut ausgestattet. Jedoch waren meine Ausgaben nicht sehr hoch und habe zusätzlich kaum Reisen getätigt. Sollte dies jedoch von Interesse sein, sollte nicht nur viel im Voraus angespart werden, sondern eventuell ein Auslands-BAföG beantragt werden oder eine Nebenjob während des Praktikums in Betracht gezogen werden, sofern, das Praktikum unbezahlt ist.

Die Unterkunft:
Abgesehen von Hostels gibt es viele weitere und eventuell bessere Möglichkeiten eine Unterkunft zu erlangen. So kann insbesondere bei einem Auslandssemester über diverse Facebook Gruppen der Gast-Universität Unterkunft und sogleich auch Mitbewohner gefunden werden. Des Weiteren, sind Webseiten wie: “craigslist”, “kijiji”, “places4students.com”, “airbnb” oder sofern Interesse in eine Gastfamilie besteht: “homestay.com” (privat), “homestayfinder.com” (privat) oder über eine Organisation: “canadahomestaynetwork.ca”, ebenso empfehlenswert für die Unterkunft-suche. Letztlich, habe ich mich für eine Airbnb Unterkunft entschieden, die zwar preislich am höchsten war (trotzt Preisminderung vom Host) jedoch der sicherste und komfortabelste Weg war.

Die Praktikumssuche:
Da ich ein Praktikum im Public Health Sektor oder allgemein im Gesundheitssektor gesucht hatte, war es äußerst schwierig und zeitaufwendig eine Stelle zu finden. Ich erhielt unzählige Absagen mit der Begründung: “das internationale Studenten nicht angenommen werden”, “das momentan kein Praktikumsplatz angeboten wird” oder, dass “aufgrund der begrenzten Kapazität nur kanadische Studenten angenommen werden”. Dies hat sich Monate hingezogen, sodass ich mit dem Gedanken gespielt hatte, Vorort ein Praktikum zu suchen, da ich mein Work Permit bereits hatte.

Glücklicherweise, erhielt ich nach vielen Absagen und einer lästigen Bewerbungsphase an sämtlichen Gesundheits- und Forschungseinrichtungen, dennoch ein Praktikumsplatz in Victoria BC.

Die Praktikumsstelle:
Die Public Health Association of British Columbia (im folgenden PHABC) ist eine gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in Victoria, British Columbia. Die Organisation wurde im Jahre 1953 gegründet und hat inzwischen bis zu 500 Beteiligte. PHABC hat es sich zur Aufgabe gemacht für alle Menschen in B.C. eine gleiche, faire und gut zugängliche Gesundheitsversorgung aufzubauen. Dies wird durch Interessenvertretung, Zusammenarbeit, Bildung und Forschung gewährleistet. Sie verwirklichen ihre Vorhabenbzw. Interventionen durch das Spektrum der öffentlichen Gesundheitspraxis, einschließlich Prävention, Förderung, Schutz und Politik.

PHABC ist es wichtig, dass alle ihre Interventionen einen nachhaltigen Charakter haben. Dazu zählt: die Eliminierung/Minimierung von Armut und sozialer Ungleichheit, als auch der Klimawandel und die Prävention von Gewalt gegenüber Familien, insbesondere Kindern. Da die Organisation rein auf Sponsoren und Spenden basiert, hat sie keine direkten Angestellten, sondern hat mehr oder weniger Selbstständige unter Vertrag. Zusätzlich arbeiten viele Ehrenamtliche und auch Praktikanten bei PHABC.

Die Verwaltung, das so genannte “Board” setzt sich aus Führungskräften des öffentlichen Gesundheitswesens zusammen, darunter verschiedene Gesundheitsbehörden, das Gesundheitsministerium, postsekundäre Einrichtungen und der gemeinnützige Sektor. Durch Publikationen, Projekte und Events gelingt es PHABC ihre Vorhaben öffentlich zu machen, sodass sie die Gesellschaft und ihre Partner, welche die Projekte mit den Verantwortlichen der Organisation durchführen. Zu ihren Partnern gehören die “Prevention of Violence”, “BC Health Literacy Networks”, “Health Promotion BC Network” als auch “BC Population Health Network” und “Bridge of Health”.

Einige der Projekte von PHABC sind unter anderem “Farm to School”; “Farm to cafeteria”; “I boost Immunity”; “Health Voices”, welche unter anderem den Hintergrund der allgemeinen Gesundheitsförderung haben

Victoria. BC:
Victoria ist die Hauptstadt in der Provinz Britisch Columbia mit ungefähr 86000 Einwohnern. Sie liegt auf dem Pazifik abgewandte Vancouver Island. Dabei leben die Mehrheit der Bewohner von Vancouver Island in Victoria. Victoria ist nicht nur wegen ihrer geografischen Lage und Größe sehr von Interesse Kanadier, sondern auch aufgrund ihres Klimas. Die Temperatur steigen selten über 30 Grad im Sommer und im Winter fällt sie sehr selten unter 0 Grad, im Vergleich zur Ostküste Kanadas.

Die Stadt ist zwar kleiner, jedoch bietet sie nicht nur viele Sehenswürdigkeiten, wie: “Royal BC Museum”, “Butchard Garden”, “Beacon Hill Park”, “Craigdarroch Castle”, “British Columbia Parlament Building”, “ChinaTown” u.ä., sondern auch schöne Strände und Hiking Optionen, wie der “Mount Douglas” an. Zusätzlich sind die Einwohner in Victoria außerordentlich freundlich und hilfsbereit.

Außerdem sind Victoria und Vancouver nur eine 2 ¾ h Schifffahrt voneinander entfernt, sodass ein Tages- oder Wochenendausflug nach Vancouver sehr gut zu tätigen ist.

Das Fazit:
Zwar war die Organisation und Suche eines Auslandspraktikums zu Beginn sehr bröcklig, jedoch bin ich sehr froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, und bereue dies nicht im Geringsten. Ich konnte nicht nur Berufserfahrungen, sammeln, sondern auch meine Englischkenntnisse verbessern und neue Bekanntschaften schließen.

Ich kann jedem nur ans Herz legen, so früh wie möglich mit den Vorbereitungen anzufangen, insbesondere bei der Bewerbung eines Auslandspraktikums, da die Kriterien, wie der Visum-Antrag oder das Erstellen eines CVs sehr umständlich empfunden werden können. Zum anderen ist es Zeitsparend und entlastend sich über Unterkünfte im Voraus zu informieren, so können günstige Ausschreibungen eher erlangt werden.

Alles in allem, bin ich der Meinung, dass ein Semester oder mehr im Ausland eigentlich nur positives mit sich bringt. Zu einem verbessern sich die Sprachkenntnisse zum anderen wächst man als Person sehr und lernt sich selbst sogar noch mal neu kennen. Es werden neue Bekanntschaften geschlossen und für die Zukunft werden schöne Erlebnis gewonnen.

Ps: In Victoria bedanken sich meist die Passagiere vor dem Ausstieg aus dem Bus beim Busfahrer.. Eins der Charakteristiken das die Stadt ausmacht.. 😉

 

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