Der Schrank ist voll, doch man hat nichts zum Anziehen. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Viel zu viele Teile hüten ihren Platz und werden zu selten getragen. Einige meiner Freund*innen nehmen sich zum Jahreswechsel das Ausmisten der Kleiderschrankes vor und gerade während des Lockdowns bietet sich die überschüssige Zeit zu Hause an. Vielleicht geht es euch aber auch wie mir.. Ich ziehe häufig um und statt mich zu trennen, landen immer mehr Teile im Kleiderleichen-Karton, in der Hoffnung irgendwann einen Flohmarkt mitzumachen. Letztlich bekam ich genug und wollte das meiste nur noch los werden, denn das kann ein sehr befreiendes Gefühl sein. Doch dann die große Frage: Wohin damit?

Zum Wegschmeißen sind nicht nur die Klamotten zu schade, sondern auch rein ökologisch ist dieser Aspekt ein großer Kritikpunkt der Konsumgesellschaft, Fast-Fashion & Co. Kleidung entsorgen statt zu recyclen oder wieder/weiter zu verwenden statt neue zu produzieren (Bsp. Second -Hand) schadet der Umwelt. Denke ich an Kleider spenden, fallen mir als erstes Altkleidercontainer ein. Doch „die Altkleider-Lüge“ von 2011 hat sich in mein Gehirn gebrannt, obwohl die Reportage des NDR bis heute von vielen (Bsp. „FairWertung“) kritisiert wurde. Diese gelben Container, die oftmals überquellen, wie mein ungeduldiger Wäschekorb oder der „noch-zu-sortieren“-Papierstapel, sind auch wegen der Aufbruchspuren mir nicht geheuer. Es hinterlässt bei mir letztlich alles ein Geschmäckle.

Ich möchte meine Klamotten lokal spenden, dort wo sie sofort Verwendung finden und nicht über weitere Wege gar ins Ausland transportieren. Versteht mich nicht falsch: Auch die Container sind besser als Klamotten wegschmeißen! Doch wem es wie mir geht, gebe ich hier gerne einen Einblick in meine Suche, wo in Bremen Klamotten und auch andere Sachen gespendet werden können.

Vorab: Hilfreich sind die Webseiten wohindamit.org und altkleiderspenden.de. Hier kannst du deutschlandweit nach Annahmestellen suchen und Orte eintragen, falls du bei einer Organisation/Einrichtung/o.Ä. arbeitest oder eine kennst, die Spenden benötigt.

 

Spende selbst hinbringen

In Bremen gibt es zahlreiche Kleiderkammern von karitativen und sozialen Organisationen, welche für Bedürftige aller Art eine Hauptanlaufstelle sind (gerade in kalten Zeiten). Dort kann Kleidung  nach Absprache gespendet werden. Da hier viele ehrenamtlich tätig sind und es generell an Zeit und Geld mangelt, gibt es hierfür keine Container. Alles was gespendet werden möchte, muss selbst vorbeigebracht werden. Hierzu zählen unter anderem die Kleiderkammern der DRK, der Caritas , der Stadtmission und die Kältehilfe.

 

Soziale Einrichtungen

Ebenso wie die bereits genannten Organisationen sind auch soziale Einrichtungen oftmals auf Spenden angewiesen. Hier ist das Personal meist fest angestellt, nichts desto trotz fehlen auch hier Zeit und Geld, weshalb die Spenden selbst vorbeigebracht werden müssen. Hierzu zählen geflüchteten Unterkünfte, die AWO, Kirchenverbände, die Bahnhofsmission, Notunterkünfte, das Frauenhaus Bremen und regionale Hilfsverbände.

 

Läden

Neben der Möglichkeit deine Kleidung im Second-Hand Laden zu verkaufen, gibt es auch verschiedene Läden die Spenden benötigen. Der Ertrag, der durch den Verkauf erwirtschaftet wird fließt in die Betriebskosten und in soziale Projekte, welche auf den Webseiten nachverfolgbar sind. Zudem werden die Spenden nicht zu hohen Preisen verkauft, sondern wie beim DRK zwischen 0,5€ – 5 € für Bedürftige. Bei Oxfam sind die Preise etwas höher, da der Fokus nicht auf den Weiterverkauf an Bedürftige sondern auf den Einnahmen für soziale Projekte liegt. Weiter gibt es Sozialkaufhäuser und Umsonstläden in Bremen. Aufgrund des aktuellen Lockdowns sind die hier genannten Läden geschlossen. Manche sammeln dennoch weiterhin spenden!

 

Einzelteile ausmisten

Wer immer mal wieder ein paar Teile los werden möchte und sich so das große Ausmisten erspart, kann seinen Sachen auch leicht ein zweites Leben schenken. Weit verbreitet in Bremen sind die „Zu verschenken“-Kisten vor Häusern. Einfach ein Karton, Korb oder ähnliches vor die Tür stellen und allerlei zum Verschenken reinlegen. Bei Klamotten oder anderen Textilien achtest du am besten auf das Wetter. Durch komplett nasse Sachen willst du dich auch nicht wühlen, oder?

 

Plattformen

Zudem gibt es noch verschiedene Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen oder das schwarze Brett Bremen, auf denen du deine Sachen reinstellen kannst. Noch einfacher geht dies über Telegram. Hier gibt es einen Kanal, den „Gratisladen Bremen“, über den täglich Kleidung und Gegenstände verschenkt werden. Bitte vergisst hierbei nicht den sozialen und gemeinschaftlichen Gedanken.

 

Egal was ihr spendet, achtet darauf, dass die Spenden in einem guten Zustand, gewaschen und möglichst saisonal sind. Viele Einrichtungen, Vereine & Co. verfügen nicht über ausreichend Lagerfläche, um Ladenhüter unterzubringen. Neben Kleiderspenden werden auch Sachspenden (Möbel, Elektronik, Spielzeug, usw.) benötigt. Ruft dort einfach an und fragt nach. Dies solltet ihr aufgrund Corona generell machen, da es teils feste Termine gibt oder womöglich gerade kein Bedarf ist.

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