Seit dem 15. September bin ich nun in der Hauptstadt der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur in Nizza, auf Französisch „Nice“. Ich würde sagen nice ist auch die gesamte Stadt mit ihrer 7 km langen Promenade des Anglais direkt am Mittelmeer, ihrer verwinkelten Altstadt und dem Hafen in dem kleine Fischerboote neben teuren Jachten liegen. In Nizza arbeite ich direkt an der Promenade im Centre Culturel franco-allemand (kurz: CCFA) dem deutsch-französischen Kulturzentrum von Nizza.

Von meinem kleinen Büro mit Meerblick habe ich mich in den letzten Wochen vorbereitet und organisiert um nun die Gymnasien, Grund- und Gesamtschulen der Region mit meinem Auto abzufahren und dort je nach Wunsch der Lehrperson eine kleine Mobiklasse-Animation zu machen.  Denn ich bin seit September nun offiziell die neue Animatrice der Mobiklasse für das französische Schuljahr 2020 bis 2021. Mobiklasse ist ein Programm des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) und aufmerksam auf das Programm wurde ich durch eine E-Mail des Career Centers Bremen. (Vielen Dank dafür!).

Nach der Bewerbung und einem online Vorstellungsgespräch habe ich die Position in Nizza angeboten bekommen und bin nach zwei Vorbereitungsseminaren nun hier. Insgesamt sind mit mir elf junge deutsche Lektorinnen während des Schuljahres in ganz Frankreich in den unterschiedlichen Regionen unterwegs. An allgemeinbildenden und beruflichen Schulen versuchen wir Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen spielerisch und durch innovative Methoden von der deutschen Sprache und Kultur zu begeistern und machen ihnen Lust auf eine internationale Mobilitätserfahrung mit einem der vielen Programme des DJFW.

Meine ersten Animationen hatte ich bereits. An einem Montagmorgen ging es für mich an ein Gymnasium in Nizza. Dort habe ich mit drei Klassen der Oberstufe, die Deutsch nach Englisch als zweite Fremdsprache gewählt haben jeweils eine Mobiklasse Animation durchgeführt. Da die Schüler bereits älter waren und Kenntnisse der deutschen Sprache haben, konnte ich mit ihnen verschiedene Quizze spielen. Zunächst ein Deutschlandquiz mit verschiedenen Fragen rund um Deutschland, dann ein Musikquiz mit deutscher Musik und dem Auswählen von der richtigen Stadt, die in dem Songtext behandelt worden ist und zum Abschluss eine Fragerunde zu verschiedenen Marken, ob diese Deutsch oder international sind. Dies ist besonders gut angekommen und sorgte bei den Jugendlichen für die ein oder andere Überraschung („Wie Kinder ist keine deutsche Marke?“ „Aber es heißt doch Kinder!“). Abschließend stellte ich die verschiedenen Möglichkeiten vor durch einen Individual– oder Schüleraustausch eine Zeit lang nach Deutschland zu kommen und dort zu leben. Das war für die französischen Schüler jedoch sehr neu, denn anders als in Deutschland plante niemand aus der Klasse nach dem Abitur Frankreich für einen Austausch oder eine andere Aktivität zu verlassen. Umso mehr versuchte ich die Schüler deshalb davon zu überzeugen, dass eine Mobilitätserfahrung bereichernd und einmalig sein könnte. Sehr glücklich und erschöpft verabschiedete ich mich dann um 16 Uhr von der letzten Klasse und der Deutschlehrerin und hoffte bei vielen Schülern die Neugier für Deutschland geweckt zu haben.

Im November habe ich meine erste Animation mit Kindern ohne Vorerfahrungen in Deutsch in einer Grundschule in der Region Var. Ich bin gespannt und werde euch berichten.

A plus 😊

Blick aus meinem Büro