Nachhaltig(er) grillen

Kaum erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen, wird wie jedes Jahr die Grillsaison eingeläutet. Was schon regelrecht Teil deutschen Kulturguts ist, lässt sich in seiner ursprünglichen Form von Bauchspeck und dicken Rindersteaks auf Einweggrills nur schwer mit dem vorherrschenden Klimanotstand vereinbaren.

Verzichten wir nun der Umwelt zuliebe auf unsere Sommertradition? Nicht nötig, denn mit einigen Tipps und etwas Umdenken lässt sich auch mit gutem Gewissen weiter brutzeln.

Beginnen wir beim Grill…

Dass Einweggrills vom Discounter aus Aluminium nicht gut für die Umwelt sein können, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht weiter auszuführen. Nachhaltiger und auf Dauer auch günstiger sind auf jeden Fall dauerhaft nutzbare Grills, die nach dem Gebrauch zwar lästig gereinigt werden müssen, dafür aber keinen Müll produzieren. Bezüglich des Modells schneiden laut TÜV Rheinland Gas- und Elektrogrills von der Umweltbelastung her besser ab als Kohlegrills. Preislich liegen die Modelle im Bereich durchaus erschwinglich bis hin zu „gemeinsame WG-Anschaffung“.

Soll es doch mal an den See gehen und der Grill kann nicht transportiert werden, so gibt es mittlerweile auch ökologische Einweg-Grills, die in einem bezahlbaren Preissegment rangieren. Diese sind nach getaner Arbeit entweder kompostierbar oder können einfach mit verbrannt werden, sodass kein lästiger Abfall liegen bleibt.

Und wenn es doch ein Kohlegrill sein soll?

Dann lohnt es sich definitiv, auf die Herkunft der Kohle zu schauen. Laut NABU wurden alleine im Jahre 2015 227.000 Tonnen Holzkohle importiert, hauptsächlich aus Polen, Paraguay und Nigeria. Darunter befänden sich große Anteile Tropenholz, die dann auf unseren heimischen Grillabenden verfeuert würden. Tragischerweise wird auf den Kohleverpackungen die Herkunft der Hölzer nicht vermerkt, sodass man als Verbraucher:in nicht genau sagen kann, was man da eigentlich kauft. Einen Hinweis auf nachhaltige Holzwirtschaft können zumindest die Holz-Siegel FSC, PEFC und Naturland liefern.

Als geeignete Alternative haben sich mittlerweile Olivenkernbriketts etabliert, welche aus Abfällen der Olivenölpressung gewonnen werden. Neben der Ökobilanz sind weitere Vorteile dieser ein besonders schnelles Entzünden mit langer Brenndauer und geringerer Rauch- und Funkenbildung. Da lohnt sich das Ausprobieren alle mal!

Entscheidend ist, was du isst.

Genannte Punkte sollten so gut es geht beachtet werden, dennoch macht am Ende des Grillabends nicht das, worauf gegrillt wird, den großen Unterschied, sondern eben das, was gegrillt wird. Laut TÜV Rheinland werden an solch einem Abend 95% der klimarelevanten Emissionen durch das verwendete Grillgut verursacht. Der Löwenanteil geht dabei insbesondere an Rindfleisch und Grillkäse mit 2,9 bzw. 1,9 kg CO2-Äquivalenten pro 200g. Werden diese Lebensmittel durch regionales Gemüse wie Mais, Paprika oder Zucchini und für die nicht-Vegetarier:innen vielleicht noch etwas Bio-Hühnchen ersetzt, so fällt die Gesamtbilanz deutlich positiver aus.

Mein persönliches Fazit hieraus wäre also: Grillt gemeinsam und bunt, das ist besser für die Umwelt und macht sowieso viel mehr Spaß!

2 Kommentare
  1. Tobias von Meinedeals
    Tobias von Meinedeals sagte:

    Naja, wozu braucht es überhaupt „Einweg-Grills“, selbst wenn es diese mittlerweile auch ökologischer gibt? Produziert und transportiert werden, müssen diese Grills trotzdem. Wenn man unterwegs Grillen möchte, sucht man sich doch lieber eine feste Grillstelle. Natürlich gibt es die nicht in jedem Park und auf jeder Wiese, aber man darf sich dann auch ruhig mal fragen, ob man immer und überall grillen muss? Die Natur freut sich jedenfalls, wenn man nicht zu viel billigen Einweg-Quatsch kauft, ob dieser nun ökologisch entsorgt werden kann oder nicht.

    Antworten
    • Sarah
      Sarah sagte:

      Hallo Tobias,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Natürlich stimmen die von dir angeführten Punkte und je weniger Müll wir produzieren – ganz gleich welcher Art – umso besser.
      Es soll aber auch darum gehen, zumindest nachhaltigere Alternativen aufzuzeigen, für diejenigen, die eben doch (aus welchem Grund auch immer) unbedingt im Freien grillen wollen.
      Deinen Tipp, auf fest installierte Grillstellen zurückzugreifen, finde ich in diesem Kontext sehr gut!

      Liebe Grüße
      Sarah von der EULe

      Antworten

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