Das Eingreifen des Menschen in die Natur hat viele Folgen. Das ist unumstritten und fängt leider schon bei den kleinsten Lebewesen an, die für uns wichtiger sind als uns manchmal bewusst ist. Rodung, industrielle Landwirtschaft, Ausbau von Infrastruktur, Umweltverschmutzung und vieles mehr führen zu großem Insektensterben. Was passiert, wenn beispielsweise keine Bienchen mehr in der Stadt fliegen? Ein für mich sehr schönes Buch hat Maja Lunde mit „Die Geschichte der Bienen“ geschrieben. In dem Roman wird unter anderem uns eine Welt ohne Bienen vor Augen geführt und wie es dazu kam.

Doch soweit muss es nicht kommen. Und wie immer können wir alle einen kleinen Teil dazu beitragen. Ohne nun ein großes Fass aufzumachen, eine etwas leichtere Kost zum extrem heißen Wetter: DIY Insektenhotel.

Meine Mitbewohnerin hat vor wenigen Wochen eines geschenkt bekommen und neben den Wildblumen für die Bienen, die wir gepflanzt haben, hoffen wir der Natur inmitten der Stadt etwas Gutes zu tun. Und auch unseren summenden Nachbarn, denn zwei Balkone weiter befindet sich Bienenstöcke deren Bewohner*innen sich gerne zu uns verirren! Daher hier ein paar Tipps für dein eigenes Insektenhotel. Großartige Anleitungen und Ideen gibt es im Internet. Besonders schön waren die vom Nabu!

 

Selbst bauen

  • Trockenes Material verwenden und auf Splitter achten (Verletzungsgefahr für die Insekten)
  • Unbehandeltes Holz (kein Lack oder irgendetwas ähnliches)
  • Ca. 10cm tief
  • Holzblock geeignet für Wildbienen  und Schlupfwespen. 3-8mm große Löcher bohren für die verschiedenen Arten Bienen. Sie nutzen diese zum Nisten. Rückseite sollte verschlossen sein, daher nicht durch bohren.
  • Ton Klotz verwendbar und die Löcher mit einer Stricknadel oder ähnliches formen
  • Gitterziegel: die Löcher mit Lehm füllen und die bereits oben genannten Löcher für die Insekten einarbeiten oder Bambus Röhrchen darin verteilen
  • Auch geeignet sind Bambus Stangen. Gleiches gilt zu beachten.
  • Marienkäfer und Florfliegen benötigen einen Hohlraum mit Türchen vorne. Tür mit Spalten, sodass sie rein fliegen können, aber vor dem Wetter geschützt sind. Innen mit Stroh befüllen.

Ort

  • Süd-Osten zur Sonne
  • Generell warm, aber immer Wetter geschützt.
  • Für Marienkäfer zum Überwintern nützlich.
  • 50cm über dem Boden
  • Position nicht verändern
  • Im freien, nicht im Baum! Vogel Gefahr
  • Man kann alles ein Haus bauen oder einzeln verteilen

Tipps

  • Rohre zu lose befestigen. Vögel könnten diese zu leicht raus ziehen und dabei Insekten verletzten.
  • keine Tannenzapfen hineinlegen. Es sind Platzfresser und nicht nützlich. Nisten nur in Röhren.
  • Freie Röhrchen und diese nicht befüllen
  • Keine Röhrchen aus Acrylglas
  • Keinen feinmaschigen Draht für die Türen verwenden. Zu Eng für Insekten
  • Alles gut abschleifen und ggf. mit Pfeifenreiniger vorab säubern. Verletzungsgefahr
  • Auf Parasiten im Holz achten
  • Außenbretter des Hotels mind. 2 cm dick. Guter Schutz gegen kaltes Wetter
  • Ist der Lehm zu hart, können die Bienen keine Tunnel graben und sie nisten nicht
  • Darauf achten dass das Hotel nicht zu viel Wasser zieht (Lebensgefahr für die Bewohner*innen)
  • Höhere Chancen auf Hotelgäste hast du, wenn es für sie in direkter Umgebung Nahrung gibt, heißt Wasser und Pflanzen/ Blumen
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