Filmtipp: Wer wir waren

Draußen wütet noch der Wind, doch der Frühling steht schon vor der Tür. Bevor es also bald wieder mit Freund:innen raus geht, um die Sonnenstrahlen zu genießen, haben wir hier noch einen Filmtipp für dich: Wer wir waren.

Ein Film von Marc Bauder, den du zurzeit auf Netflix bequem streamen kannst. Mit knapp 2 Std. kommt die Dokumentation in Spielfilmlänge auf deinen Bildschirm und nimmt dich mit auf eine Reise um die Welt. Inspiriert von einem unvollendetem Buch von Roger Willemsen, begleitet der Regisseur 6 unterschiedliche Wissenschaftler:innen und fragt woran sich kommende Generationen erinnern werden, wenn wir einmal nicht mehr sein werden. Dabei entführt er uns vom Weltall bis in die tiefen der Ozeane und lässt dabei die Wissenschaftler:innen wie bspw. Astronaut Alexander Gerst und Ozeanologin Sylvia Earle ihre Gedanken mit uns teilen. Anders als bei Seaspiracy von Kip Andersen kommt dieser Film nicht mit einer Masse an Daten und Zahlen, sondern appelliert an die Gefühle und das Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft.
Wie möchten wir in Erinnerung bleiben? Was möchten wir hinterlassen? Und ist uns überhaupt bewusst was unser Handeln für das Universum und die Erde bedeuten?

„Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.“

   ~ Roger Willemsen

Obwohl dieser Film ganz ohne Zahlen und Daten argumentiert, fehlt es nicht an der Wissenschaftlichkeit. Alle Protagonist:innen erklären auf ihre Art und Weise die Wichtigkeit jetzt zu handeln und geben dabei Wissen aus ihrem Metier leicht verständlich an den/die Zuschauer:in weiter. Erstaunlich empfand ich den musikalischen Teil. Die eindrucksvollen Bilder und intensiven Visionen der Wissenschaftler:innen werden vom hr Sinfonieorchester begleitet und erschaffen oft eine düstere, dystopische Atmosphäre. Ansonsten verzichtet der Film komplett auf Musik und setzt stattdessen auf die Originaltöne der Aufnahmen. Der Film wendet sich offensichtlich an die Emotionen der Zuschauenden und ist gleichzeitig frei von übertriebener Dramatik. Es wird deutlich, dass wir handeln müssen, wenn uns diese Welt genauso am Herzen liegt, wie den Protagonist:innen. Es wird deutlich, dass die Menschen, die meiste Macht besitzen etwas zu verändern, die es nicht betrifft. Es wird deutlich, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung am meisten die Menschen treffen, die am wenigsten Macht besitzen.

Zurück bleibe ich dennoch mit einem Haufen gemischter Gefühle und einer überwältigten Ohnmacht. Denn auch wenn der Film ähnlich wie Seaspiracy zeigt, dass wir jetzt Handeln müssen, wird nicht deutlich gesagt, welche Forderungen gewünscht sind. Es ist ein Film, der einem mit Fragen zurück ins alltägliche Leben schickt und einen eher philosophischen Faden verfolgt als einen politischen. Dennoch wird die Message klar und ist ein sehenswerter Film. Ob im Winter oder im Frühling. Also Film ab und viel Spaß bei deinem Heimkino Abend!

 

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