Studenten machen: Filmclub!

Die Universität verliert schnell an Romantik, wenn man einmal zwischen Klausuren-Stress, Formalien und Deadlines festhängt. Leider werden dadurch manchmal auch Seminare eher zum Muss, die eigentlich total im eigenen Interessensfeld liegen. Fernab von Leistungsanforderungen und Überschriften haben die Studenten Robin und Sören einen Filmclub ins Leben gerufen. Das SFG, Raumnummer 1040 ist unser Kino für diesen Abend und die folgenden Mittwoche. Auf der Leinwand zu sehen sein wird „Captain Fantastic“ von Regisseur Matt Ross.

 

 

Wer seid Ihr?

Wir sind Robin und Sören. Wir studieren Germanistik, Philosophie und Kunst.

 

Welchen Hintergrund habt Ihr in Bezug auf Film?

Sören kommt eher aus der Richtung der Filmwissenschaft, also auch Filmanalyse und ist da eher bewandert. Ich komme eher aus der Ecke der Filmproduktion und habe zum Beispiel auch schon Kurzfilme gemacht.

 

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen einen Filmclub zu gründen?

Uns ist aufgefallen, dass es außerhalb von den regulären Angeboten im Rahmen von Seminaren keine Angebote für Film gab und dachten uns aber, wir würden gerne mal ohne dieses „universitäre Setting“ Filme schauen, über Filme sprechen…aber eben mal ohne den Druck einer Prüfungsleistung oder gewissen thematischen Vorgaben.

 

Wann hattet Ihr die Idee?

Die Idee kam letztes Wintersemester bei uns auf. Wir besuchten gemeinsam ein Film-Seminar von Klaas Dierks und im Anschluss in der Mensa haben wir -natürlich- über Filme geredet (lacht) und darüber dass es an der Uni ja schon viele Leute gibt, die sich für Film interessieren, wenn man mal die Besucherzahlen der Seminare anschaut aber eben außerhalb davon kein Angebot existiert.

 

Dieses Angebot wolltet ihr dann erschaffen?

Ja. Wir dachten, es wär ja cool, wenn man einen Ort und eine Veranstaltung schafft, die Leute zusammenbringt, die sich für Film interessieren und sich vielleicht auch austauschen möchten. Anfangs hatte wir viele verschiedene Ansätze und Ideen, was eben auch daran liegt, dass wir verschiedene Schwerpunkte im Bereich Film haben. Wir dachten dann darüber nach, was denn möglich wäre in einem Zeitrahmen von etwa 2 Stunden. Wir haben uns jetzt erstmal auf ein Format konzentriert: Einen Film gemeinsam zu schauen und anschließend darüber zu sprechen.

 

Was waren die anderen Ansätze, auf die wir uns vielleicht auch noch freuen können?

Wir hatten noch daran gedacht, im Wechsel mit dem jetzigen Format, eher auf die Seite der Produktion zu gehen. Also etwas für Leute anzubieten, die Filme machen oder entwickeln wollen und da einen Austausch anzubieten. Natürlich könnte da auch jeder dazukommen! 

 

Wie lief euer erste Filmclub ab?

Es war leider nur eine weitere Person da, die auch nicht bis zum Ende geblieben ist. Sören und ich sind dann ins Burgerhaus im Viertel (lacht) und haben nochmal überlegt, was man verbessern kann…jetzt haben wir einen festen Raum, eine feste Zeit und ein bisschen Werbung auf verschiedenen Kanälen gemacht. Mal sehen, wie es heute wird!

 

Was erwartet den Besucher?

Erstmal der typische SFG-Seminarraum-Charme und ein Film auf Leinwand, mit anschließendem Gespräch in der Runde. Die Filme wählen wir im Vorfeld aus, wie heute, sind aber natürlich offen für Vorschläge und Anregungen! Im Grunde können wir hier alle Filme gucken.

 

Auch „Sharknado“?

(lacht) Auch darin kann man bestimmt eine Kritik am Kapitalismus sehen oder so…!

 

Es geht auf die 20 Uhr zu und zwei weitere Gäste erscheinen. Beamer und Leinwand sind schon einsatzbereit und draußen wird es langsam dunkler. Die Atmosphäre ist angenehm und entspannend. Eine Studentin malt nebenbei, lässt sich aber bald so sehr vom Film einnehmen, dass sie die Stifte liegen lässt. Das anschließende Gespräch findet draußen statt, auf dem Weg zur Bahn und ist ohne Teilnahmedruck.

Mein Fazit: Kommt vorbei! Der Uni-Alltag ist oft geprägt von Leistungsdruck, hat ein bisschen an romantischem Charakter verloren und es herrscht eine gewisse Anonymität. Angebote wie der Filmclub gleichen diese Seite der Universität aus und umso mehr Leute kommen, umso spannender werden die Gespräche.

#real life before snapchat

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