Das Wetter wird immer kälter, sogar in Bremen beginnt es zu schneien, der erste Uni Stress setzt ein, die Corona Maßnahmen und damit die Ausgangsbeschränkungen verlängert. Bis wir neue oder altbekannte Menschen wieder treffen können, wird es wohl noch eine Weile dauern. Doch kein Grund den Kopf in den Schnee zu stecken! Bremen ist eine kuriose Stadt mit witzigen Fakten aber auch Entscheidungen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Für alle die prokrastinieren, sich auf den nächsten (hoffentlich baldigen) Small Talk vorbereiten, lachen oder sich aufregen wollen, hier einige (un-)nütze Fakten über den kleinsten Bundesstaat Deutschlands.

  • Es ging viral. Das kleinste Haus Deutschlands mit einer Grundfläche von 7qm steht im Bremer Schnoorviertel. Die Nutzfläche beträgt dabei gerade mal 4qm. Ende 2020 stand es zum Verkauf. 7qm für 77.777 €. Neuer Besitzer ist nun der YouTube und Heimwerker Star Fynn Kliemann.
  • Zur Entlastung der Stephanibrücke wurde der Geh- und Radweg 2017 mit Bauzäunen verengt, statt den Auto- und LKW-Verkehr einzuschränken bzw. zu reduzieren. Hier fahren täglich ca. 100.000 Fahrzeuge und setzten die Brücke einer starken Last aus. Durch die Bauzäune erhoffte Bremen sich eine Reduzierung der Last durch weniger Fahrrad Verkehr. Allerdings wogen die Bauzäune samt Betonfüße knapp 8 Tonnen. 2020 wurden sie wieder entfernt.
  • Im Stadtteil Oberneuland baute die Stadt Bremen eine 24 Millionen teure neue Unterführung. Leider ist diese mit 4,50 m zu schmal um zwei Autos gleichzeitig aneinander vorbei fahren zu lassen. Viele Autofahrer weichen daher auf den Bürgersetig aus. Ebenso ist sie 2,50 m zu niedrig für Krankenwägen und Feuerwehrfahrzeuge, weshalb diese einen Umweg fahren müssen.
  • Viele kennen den Fallturm der Uni Bremen. Doch dass sich in der Turmspitze ein Panoramaraum befindet, wissen die wenigsten. Er wird als Veranstaltungsraum an beispielsweise Hochzeitspaare zur standesamtlichen Trauung vermietet. „The Guardian“ taufte den Raum „James Bond Lounge“.
  • Zwischen Neptunbrunnen und dem St. Petri Dom befindet sich der Gesche Gottfried-Spuckstein. Auf dem Marktplatz fanden damals öffentliche Hinrichtungen statt. Der Spuckstein markiert heute die Stelle, an der der Kopf der Giftmischerin Gottfried liegen blieb. Es war die letzte Hinrichtung. Als Ausdruck der Missachtung wird bis heute auf den Stein gespuckt.
  • Zusatz: Ein politischer Aktivist veränderte 1931 das Kreuz auf dem Spuckstein zu einem Hakenkreuz. Als Zeichen gegen die Nationalsozialisten sollte „auf sie gespuckt werden“. Der Stein wurde entfernt und ein neuer 1936 wieder eingesetzt, ohne Hakenkreuz.
  • Die Helenenstraße ist seit 1878 Bremens Rotlichtbezirk. Sie war die erste kontrollierte Bordell-Zone des damaligen deutschen Reiches. Der Senat war darauf so stolz, dass er auf internationalen Gesundheitsmessen und Weltausstellungen mit einem Holzmodell der Rotlichtmeile warb. Ihren Namen hat sie der Witwe Helene Enkelgen zu verdanken. Sie weigerte sich ihr Grundstück zu verkaufen, sodass hier die einzige Sackgasse des Viertels entstand. Der erboste Architekt benannte die Straße nach ihr.
  • Was hat Tauziehen mit Fußball zu tun? Am 4. Februar 1899 gewannen 16-jährige Schüler bei einem Tauzieh-Wettbewerb einen Fußball und spielten damit am Stadtwerder. Ihren Fußballverein nannten die Jugendlichen „Werder Bremen“. Der Verein spielt bis heute an der Stelle wo sich der Verein gründete.
  • In Bremen gibt es interessante Gerichte. Von Knipp bis Labskaus gibt es vieles zu entdecken. Der Bremer Klaben zählt zum beliebtesten Wintergebäck, dessen Name geografisch geschützt ist. Wie beim Champagner aus der Champagne darf sich Gebäck nur Bremer Klaben nennen, wenn er aus Bremen kommt. Im November beginnt dessen Zeit und wird mit dem traditionellen Klaben-Anschnitt auf dem Marktplatz gefeiert.
  • Das Bremen zu den ärmeren Bundesländern Deutschlands zählt, ist kein Geheimniss. Statistisch ist jeder vierte Mensch von Armut bedroht. Doch in Bremen leben auch überdurchschnittlich viele Reiche. Laut Arbeiterkammer waren 2010 160 Einkommensmillionäre gemeldet, davon lediglich 5 aus Bremerhaven.
  • Der Roland gehört zu einer der Hauptsehenswürdigkeiten Bremens und zählt seit 2004 zum UNESCO Welterbe. 1938 wurde er restauriert und im Zuge dessen  als Versteck für Dokumente des NS-Regimes verwendet. Zum Schutz vor Angriffen wurde die Statue im 2. Weltkrieg eingemauert. 1988 fand die Öffnung statt und fand bei der Suche nach den Dokumenten auch eine Karstadt Tüte. Diese inkl. Inhalt (Schriftstück) wurde vermutlich von Steinmetzten dazugelegt als sie 1984 den maroden Kopf des Roland austauschten. Der originale Kopf liegt im Bremer Focke Museum, die Dokumente im Staatsarchiv Bremen.
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