Zurzeit ist es nicht einfach bei Laune zu bleiben. Darüber sind sich wahrscheinlich die meisten einig und das spüren wir bei der EUle natürlich auch. Doch ist nicht alles schlecht an der aktuellen Situation. Eine Anregung zum Perspektivenwechsel und Positiv Thinking gab es diese Woche auch bei uns. Neben Geschichten, die den Campus beschäftigen, der leider im Moment sehr ruhig ist, sind wir immer auf der Suche nach allem was für uns Studierende wichtig, interessant oder hilfreich sein könnte.

Aber mal ganz ehrlich: Was machst du wirklich während der Zoom-Vorlesung drölfhundert? Ich muss gestehen: Meine Kamera ist oft aus, weil zum einen mein Internet zu schwach ist und zum anderen ich mich ungern so zeigen möchte, zerzaust und im Pyjama. Könnte ich ändern, aber keine Lust. Dafür ist mein Handy sehr viel an und vor allem Instagram. Nun würde ich frech behaupten, dass es mind. 70% der Studierenden so geht. Wem es nicht so geht, gratuliere ich herzlich zu so viel Selbstdisziplin, die durch die Online-Lehre noch wichtiger geworden ist. Social Media ist schon seit langem ein immer größerer Teil in unserem Leben. Eine interessante Doku dazu und unsere Abhängigkeit davon thematisierte kürzlich Netflix in „The Social Dilemma“. Sehen und gesehen werden. Was früher auf Partys & Co. zutraf, gilt mittlerweile viel mehr für unser Profil auf verschiedenen Plattformen. Wer hätte noch vor 10 Jahren gedacht, dass Influencer ein richtiger Beruf wird? Die Digitalisierung hat hier anders als beim Online-Unterricht voll zugeschlagen.

Doch wenn wir hier schon ganz ehrlich miteinander sind: Wie viel von dem was du durchscrollst, nimmst du auch wirklich wahr? Wie viel Beachtung schenkst du den einzelnen Bildern und Storys deiner Freunde oder Seiten, denen du folgst tatsächlich? Vergibst du manchmal ein Like und scrollst schnell weiter?
Mir passiert das leider zu oft. Ich nutze Instagram nicht für das, weswegen ich sie angelegt habe, sondern konsumiere stumpf. Das liegt unter anderem an Glückshormonen, welche beim Benutzen ausgeschüttet werden und spielt eine wichtige Rolle für unser Belohnungssystem. Siehst du neue Kommentare, Likes oder Reaktionen auf deine Bilder oder Storys, werden diese u.A. aktiviert. Wir wollen dieses Glücksgefühl und werden süchtig, süchtig nach Likes und Anerkennung, süchtig nach der App. Dass der Konsum dessen nicht gesund ist, ist hoffentlich jeder Person bewusst. Nicht nur, dass wir davon abhängig werden, wir vergleichen uns mit anderen, was sie machen, was sie erleben, was sie erreicht haben oder wie sie aussehen. Dies ist nicht nur während einer Pandemie toxisch. Natürlich kann die App auch gutes, weshalb ich Instagram auch wiederrum nicht missen möchte. Es gibt viele Profile, die mir bei Mental Health Themen stark weiter geholfen haben, die zu verschiedenen Themen Aufklären, vernetzten und den Betroffenen das Gefühl geben nicht allein oder gar komisch zu sein. Letztlich ist es nur eine App, was wir daraus machen, liegt an uns.

Dennoch, um mir meines Konsums und Verhaltens bewusst zu bleiben, ist es immer wieder wichtig etwas Abstand zu nehmen. Bei mir kommt der Punkt oft zum Beginn der Prüfungsphasen. Instagram stiehlt Zeit und Aufmerksamkeit, die effizient eingesetzt werden muss/möchte. Und leider ist meine Selbstdisziplin während der Pandemie nicht besser geworden. Der Versuch meine Bildschirmzeit zu reduzieren war schon ein kleiner Erfolg. Dazu stellte ich die Warnung in der App an, die mich nach 1 Stunde über die erreichte Zeit informieren soll. Ähnlich wie beim Rauchen dachte ich zuerst die Reduzierung würde reichen. Denn mein Ziel war der Achtsame Umgang. In diesem Fall mit dem was mir zu sehen gegeben wird und meinem Konsum. Und um ehrlich zu bleiben, bei mir hilft da nur der kalte Entzug. Ich, sowie auch Freunde und Bekannte, machen das immer wieder: Social Media bzw.  Insta-Detox. Aktuell ist es in meinem Feed auch wieder sichtbar, denn einige Kündigen es an.

„Ich bin erstmal weg. Weiter über Whats App erreichbar“

Was wie ein Trend wirkt, ist aus meiner Sicht wichtig für unser Verhalten. Denn auch wenn alles digitaler wird und uns während der Pandemie ermöglicht überhaupt noch zu studieren, Kontakt zu halten oder uns Filme anzuschauen, ist es wichtig sich daran zu erinnern, dass es ein Leben offline gibt. Und auch für unseren Körper ist es mehr als gesund sich von Computer, Handy & Co. weg und stattdessen lieber raus zu bewegen. Nicht umsonst ist die Corona Beschäftigung Nr. 1 Spazieren gehen.

Long Story short: Sobald meine Vorlesungszeit rum ist und die EUle auch in eine kleine Pause geht, werde ich meine Insta-Detox Phase mal wieder starten.. in der Hoffnung, dass Körper und Geist sich etwas erholen. Ich bin auf jeden Fall sehr bereit und du?

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