Nicht nur die Urlaubspläne für das Sommersemester müssen in Zeiten von Corona über den Haufen geworfen werden, auch für das kommende Auslandssemester im Winter sieht es für viele von uns Studierende derzeit nicht gut aus. Besonders schwierig ist dies unter anderem für Studierende einer Sprache, wie z.B. English Speaking Cultures oder Hispanistik, denn für viele von uns ist das Auslandssemester ein Pflichtbestandteil des Studiums. Momentan sieht es so aus, als gäbe es drei verschiedene Optionen um mit der Ausnahmesituation umzugehen.

  1. Das Online-Semester: Nicht nur an der Uni Bremen steht für das Wintersemester 2020/21 derzeit ein weiteres Online-Semester zur Debatte, auch an anderen Universitäten und Hochschulen könnte dies durchaus der Fall sein. So wurde zum Beispiel an meiner Partner-Universität in Dublin bereits beschlossen, das kommende Semester (zumindest für Erasmus Studierende) ausschließlich online zu gestalten. So könnten wir also bequem von Bremen aus die Kurse unserer Partner-Universität besuchen und uns das Auslandssemester anrechnen lassen, ohne großen Stress um Zimmer-Suche, ZwischenmieterInnen usw. Dennoch bestehen auch hier viele Unsicherheiten. Wie wird es mit der Erasmus-Förderung laufen? Ergibt es Sinn, dennoch in das Land unserer Partner-Universität zu reisen? Und inwieweit zählt das ganze denn wirklich als Auslandssemester? Für mich erscheint dies kaum als eine tröstliche Ersatz-Option. So sehr habe ich mich über die bevorstehende Reise gefreut. Aber wer will schon alleine in ein fremdes Land reisen, in dem man niemanden kennt und nur begrenzte Kontakte erlaubt sind? Und wie soll ich meine Sprachkenntnisse verbessern, wenn ich mich nur in Online-Seminaren austauschen kann? Die volle Erasmus Erfahrung bleibt dabei vermutlich auf der Strecke. Aber für alle, die großes Interesse an den Kursen hatten, ist dies wohl besser als nichts.
  2. Der Aufschub: Option Nummer zwei besteht darin, den fürs Wintersemester 20 geplanten Auslandsaufenthalt auf das Sommersemester 2021 zu verschieben. Die meisten Partner-Universitäten haben sich bisher dabei als sehr entgegenkommend erwiesen und reagieren auf den Ausnahmezustand aufgrund Corona flexibel. Dennoch kann natürlich kaum jemand prophezeien, wie sich die Lage um das Virus bis zum Frühjahr verändert. So besteht zwar Hoffnung, tatsächlich ins Ausland zu reisen, dennoch kann niemand sicher sagen, ob es nicht erneut zu einem Online-Semester kommen wird. Meine Partner-Universität aus Dublin geht im Moment davon aus, dass es zu einer Art Hybrid-Semester kommen wird. So soll zwischen Online- und Präsenz-Kursen gewechselt werden.
  3. Die Absage: Die traurige Option Nummer drei besteht leider darin, das Auslandssemester abzusagen. Auch für uns Sprach-Studierende gibt es (zumindest für Englisch) aufgrund von Corona die Möglichkeit einen Härtefallantrag zu stellen. So können wir uns von dem verpflichtenden Auslandsaufenthalt befreien lassen und bestehen unser Studium auch ohne diesen. Schön ist das zwar nicht, aber was will man machen…

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