Marode Anlagen: Wie geht es weiter mit den Uni Sportstätten?

Die Uni Sportanlagen: Wohin führt der Weg in Zukunft?

Über dem Sportturm ziehen dunkle Wolken auf. Der verregnete Mai wirft ein trostloses Grau über das hohe Gebäude. Doch auch die Fragen nach der Zukunft der universitätseigenen Sportstätten schweben dieser Tage drohend über den Anlagen. Nachdem das Aus der Schwimmhalle mit dem Zeitpunkt der Eröffnung des Horner Bades längst beschlossene Sache ist, wurden in den vergangenen Monaten immer mehr Mängel an den restlichen Sporteinrichtungen der Uni bekannt. Die Liste reicht von kaputten Hallenböden, über ausgefallene Klima- und Lüftungsanlagen und Probleme mit der Gebäudestatik bis hin zu Legionellen in den Wasserrohren und Asbest unter den Fliesen. Laut einem schriftlichen Bericht seien die Anlagen in einem „unzureichenden“ und „hygienisch bedenklichen“ Zustand. „Sportanlagen der Uni Bremen könnten jederzeit geschlossen werden“ titelte der Weser Kurier Anfang April. Doch wie schlecht steht es wirklich um die Einrichtungen? Diese sind, so Uni Kanzler Martin Mehrtens, in der Tat hochgradig Sanierungsbedürftig. Für die dringend notwendige Grundsanierung der circa 45 Jahre alten Gebäude und der anliegenden Plätze müssen in den nächsten Jahren mindestens 12 Millionen Euro investiert werden. Geld welches die Uni, mit jährlichen Eigenmitteln von gerade einmal 2,5 Millionen Euro für Reparaturen, nicht aufbringen kann und somit auf finanzielle Unterstützung des Landes angewiesen ist. Ein gemeinsamer Finanzierungs- und Renovierungsplan könne, so Mehrtens weiter, frühestens im Spätsommer diesen Jahres erwartet werden. Bis dahin gibt es vor allem kurzfristige Maßnahmen, um die Belastung der maroden Anlagen zu verringern.

Zuschauer müssen vorerst draußen bleiben.

Nach dem kompletten Ausfall der Klima- und Lüftungsanlage sind Zuschauer fürs erste aus den Hallen ausgeschlossen. Größere Events wie Wettkampfsport oder die Uni Sports Night sind daher voraussichtlich bis Mitte des kommenden Jahres nicht möglich. Hinzu kommen kleinere Reparaturarbeiten im laufenden Betrieb, etwa an den Hallenböden. Der Legionellenproblematik wird mit regelmäßigem Spülen der Leitungen entgegengewirkt. So kann eine gefahrenfreie Nutzung für Vereine, Schulen und Studierende sichergestellt werden und auch eine plötzliche Schließung vermieden werden. Allerdings ist dies mit einem hohen Energie- und Kostenaufwand verbunden erklärt Mehrtens, was die Dringlichkeit einer kompletten Sanierung in den kommenden drei bis vier Jahren noch unterstreicht.

Auch die Sportplätze müssen saniert werden.

Über allem steht die Frage, wie es überhaupt zu einer derartigen Anhäufung an Mängeln kommen konnte. Die Aussagen der verschiedenen Lager in den letzten Wochen lesen sich wie ein Schwarzer Peter Spiel. Während CDU Fraktionssprecher Claus Gülke die Verantwortung unter anderem bei Sozialsenatorin Anja Stahmann und ihrem Ressort sieht, beschweren sich SPD und Grünen Fraktion über einen Sanierungsstau und fehlende Kommunikation seitens der Universität. Kanzler Mehrtens weist diese Vorwürfe zurück. Schließlich habe man in den vergangenen 15 Jahren bereits um die 8 Millionen Euro in die Instandhaltung der Anlagen investiert, eine Grundsanierung sei bei bei einem Gebäude diesen alters irgendwann unvermeidlich.

Einig ist man sich darüber nun schnell zu handeln und einen Kernsanierungsplan zu entwickeln, um auch langfristig ein breites Sportangebot gewährleisten zu können. Denn an den Hallen und Plätzen hängen Vereine, acht Schulen, eine geplante Wiedereinführung eines sportpädagogischen Studienganges und natürlich sämtliche Angebote des Hochschulsports.

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