EULe: Was sind eure Ziele, die ihr im Studierendenrat verfolgen werdet? Was
werdet ihr versuchen, durchzusetzen?

LiSA: Ja was wollen wir, wenn wieder einmal die Wahl zum Studierendenrat ansteht , dessen Mehrheit dann für ein weiteres Jahr die Zusammensetzung des AStA bestimmt. Der ganze Campus geht in Plakaten, die Mensa in Flugblättern unter. Das ist schon eine skurrile Situation. Niemals sonst im Jahr gibt es so viel hochschulpolitisches Engagement,
wie in den zwei Wochen vor der Wahl. Da erscheinen auf einmal Menschen, die den Rest des Jahres an unserer Uni überhaupt nicht politisch aktiv sind.

Und wir denken uns oft dabei: Wenn so viele Studis das ganze Jahr lang für ihre Interessen politisch aktiv wären, Scheiße, was könnten wir da alles erreichen!? Aber wenn sie die Wahl nicht gewinnen, verschwinden all diese Menschen wieder für ein Jahr in der Versenkung. Diese praktische Erfahrung, dass es im Wahlkampf nicht um die politische
Sache, sondern um Macht und Posten geht, ist es, weshalb uns der Wahlkampf ankotzt.

Alle tüfteln Strategien aus, wie sie sich bei der Masse der Studis am besten anbiedern können. Mehr als um die politische Sache, geht es darum, sich als die Besten und Coolsten zu verkaufen oder sogar noch so zu tun, als würde Mensch sich den ganz dringenden Problemen jeder/jedes Einzelnen annehmen wollen und können. Das ekelt uns ziemlich an, denn es sind Wahlverspre­chen im klassischen Sinne. Sie sollen einer emotionalen Entscheidung den Vorrang vor einer ra­tionalen geben. Aber wer glaubt denn schon ernsthaft, dass ein paar gewählte Mitglieder im Studierendenrat oder ein paar AStA-Hansel_innen in ihrer Freizeit mal eben die dringlichsten studentischen Probleme lösen. Das geht nicht. Erstens sind 25 bzw. 12 Leute einfach zu wenige und zweitens kennen die gar nicht die Probleme von 18.000 Studis. Deshalb finden wir Wahlen scheiße. Weil sie darüber hinwegtäuschen, wie wirkliche Problemlösungen und Verbesserungen erreicht werden können. Ganz viele von ganz wenigen vertreten zu lassen, bringt es einfach nicht.

Dennoch treten wir zur Wahl an, nehmen an diesem Prinzip teil, ohne darin aufgehen zu wol­len. Denn wir wollen nicht stellvertretend für euch sprechen oder handeln, sondern gemeinsam mit euch. Erst das verleiht uns allen politisches Gewicht. Und wenn dabei nicht bloß 12 gewähl­te Vertreter_innen, sondern möglichst viele Studis auf die Möglichkeiten und die Infrastruktur des AStA zurückgreifen können, dann hilft das ungemein. Deshalb treten wir zur Wahl an und machen Wahlkampf.

Und hier unsere kleinen Wahlversprechen :)*

  •     Austritt aus dem fsz ? denn viel zu juso-dominiert, teuer und hierarchisch aufgebaut*
  •     Gemeinsam mit Euch wollen wir uns mit dem Studierendenwerk auseinandersetzen, für ein besseres Wohnen in den Wohnheimen und eine Mensa, in der jede_r die Möglichkeit hat etwas zu essen.
  •     LiSA sagt Werbung halt’s Maul: wir kämpfen für ein Ende der Werbung an der Uni. Der universitäre Raum soll frei von kommerzieller Werbung und einer Ver­wertungslogik sein ? den Campus denen, die drauf laufen!
  •     Für einen Asta der Projekte : einen linken, emanzipatorischen, partei und institutionsunabhängigen AStA mit Beteiligungsmöglichkeiten für Alle, der den Abbau von Vertreter_innenmechanismen fördert und studentische Aktivitäten und Projekte unterstützt.
  •   Lernräume für selbstbestimmtes Arbeiten
  •   Mehr Steckdosen

Weiteres auf: (www.lisa-bremen.de)
Unter Thesen und Positionspapieren findet ihr die aktuelle Broschüre.

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