Vorbereitung
Im Rahmen meines Masterstudiums für Grundschullehramt, mit der Fächerkombination Mathematik, Sachunterricht und Deutsch, absolvierte ich im Sommersemester 2024 mein Praxissemester an der Deutschen Schule Teneriffa.

Ich verbrachte bereits nach meinem Abitur ein Jahr im Ausland, was mir sehr gut gefallen hat und weshalb ich gerne erneut für einen längeren Zeitraum im Ausland leben wollte. Bereits während meines Bachelorstudiums suchte ich daher nach verschiedenen Möglichkeiten, wie ich im Rahmen des Lehramtsstudiums ein Semester im Ausland verbringen kann. Nach einer Infoveranstaltung bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, das Praxissemester im Ausland zu absolvieren. Von dort an habe ich angefangen zu planen und habe mich im März 2023 an fast allen deutschen Schulen im spanischsprachigen Raum beworben. Recht zeitnah trafen die ersten Zusagen meiner Bewerbungen ein, wobei die Deutsche Schule Teneriffa ziemlich schnell mein Favorit wurde. Nachdem ich den Praktikumsplatz der Deutschen Schule Teneriffa zusagte, fingen meine Planungen an. Dabei wurde ich sowohl von der Schule auf Teneriffa als auch von der Universität Bremen gut beraten und unterstützt.

Die Deutsche Schule Teneriffa
Die Deutsche Schule Teneriffa befindet sich in dem Ort Tabaiba im Nord-Osten der Insel, 15 Minuten von der Hauptstadt Santa Cruz entfernt. Die Schule ist auf einem Berg gelegen, wodurch es, trotz der durchgängig warmen Temperaturen auf Teneriffa, in der Schule windig und kühler werden konnte.

Derzeit besuchen insgesamt ca. 550 Schüler*innen die Grundschule und die Sekundarstufe der Deutschen Schule Teneriffa und 50 Lehrkräfte sind angestellt. Außerdem verfügt die Schule über Küchenpersonal, eine Schulpsychologin, eine Krankenschwester und zwei Hausmeistern. Die Schule hat eine große Außenanlage, eine Bibliothek, eine vielfältige Sportanlage, eine Mensa und eine Cafeteria, in der viele Schüler*innen und Lehrkräfte ihre Mittagspause verbringen. Der Großteil der Schüler*innen sprechen muttersprachlich Spanisch und unterhalten sich in den Pausen und teilweise im Unterricht auf Spanisch. Ich habe die Sprache in der Schule gelernt und konnte somit den Gesprächen der Kinder folgen. Der Unterricht fand jedoch auf Deutsch statt und uns Praktikant*innen war es untersagt, mit den Schüler*innen auf Spanisch zu reden. In der Grundschule werden neben den Fächern auf Deutsch auch Spanisch und ciencias sociales (soziales Lernen) auf Spanisch unterrichtet. Die Möglichkeit sein eigenes Spanisch zu verbessern gab es von der Schule aus nicht.

Zu meiner Zeit waren mit mir 10 Praktikant*innen an der Grundschule tätig. Wir wurden gut in das Kollegium der Grundschule aufgenommen und hatten alle eine sehr gute Betreuung durch unsere Mentor*innen. Das Essen in der Mensa so wie der Schulbus, der uns täglich zu und von der Schule brachte, war für uns kostenlos.

Anders als in Bremen war mein Praxissemester auf Teneriffa ein Vollzeitpraktikum und ich war jeden Tag von 8:00 bis 13:20 Uhr in der Schule. Einmal pro Woche musste ich darüber hinaus die Nachmittagsbetreuung übernehmen und blieb bis 16:00 Uhr in der Schule. Somit habe ich viel mehr Stunden absolviert, als von der Universität Bremen gefordert wurden. Die Schule stellte einem jedoch 5 Vorbereitungsstunden zur Verfügung, die ich zur Planung meiner Unterrichtseinheiten nutzen konnte. Allerdings hat diese Zeit in der Schule nicht gereicht, weshalb häufig am Nachmittag oder abends Unterricht vorbereitet wurde. Auch an außerschulischen Aktivitäten wie dem Sommer- und Sportfest durften wir mitwirken.

Durch die vielen weiteren Praktikant*innen an der Schule, fiel es mir sehr leicht Anschluss zu finden und mir ein soziales Leben auf der Insel aufzubauen. So verbrachten wir nicht nur die Zeit in der Schule zusammen, sondern gestalteten auch unsere Freizeit gemeinsam und unternahmen viele Ausflüge auf Teneriffa oder auf die benachbarten Inseln.

Unterkunft
Die Deutsche Schule Teneriffa besitzt eine Facebook-Gruppe, die für die Wohnungssuche von Praktikant*innen genutzt wird. In dieser Gruppe werden regelmäßig freistehende Wohnungen oder WG-Zimmer gepostet. Über diese Gruppe fand auch ich Anfang Dezember 2023 mein Zimmer in einer wunderschönen WG, die direkt am Meer lag und nicht weit von der Schule entfernt war. Da sich die Facebook-Gruppe an die Praktikant*innen der Deutschen Schule Teneriffa richtet, befinden sich die meisten Unterkünfte auch in der Nähe der Schule, wodurch man einen kurzen Schulweg hat und sehr nah an den meisten anderen Praktikant*innen wohnt. In meiner WG wohnten daher auch nur Deutsche, wodurch ein Austausch mit internationalen Studierenden nicht stattfand. Jedoch überzeugte die WG mit ihrer Lage in dem schönen und ruhigen Ort Radazul. Von dort aus brauchte man mit dem Bus ca. 15 Minuten in das Stadtzentrum von Santa Cruz. Wenn man in anderen Städten der Insel wohnen möchte, kann man auch über die bekannten Seiten idealista, Airbnb und Co sein Glück versuchen, wobei mir berichtet wurde, dass sich die Wohnungssuche über diese Plattformen als schwieriger herausstellte.

Grundsätzlich sollte man sich bei der Wohnungssuche aber nicht so stressen. Viele Bekannte haben ihr Zimmer erst kurzfristig gefunden, bzw. werden Zimmer dort generell kurzfristig vergeben.

Das Leben auf Teneriffa
Als Erasmus-Student*in auf Teneriffa zu leben ist eine aufregende und bereichernde Erfahrung. Die Insel bietet nicht nur eine atemberaubende Landschaft und ein durchgängiges angenehme Klima, sondern auch eine lebendige Kultur und pulsierende Studentenszene.

Während des Aufenthalts als Erasmus-Student*in auf Teneriffa hat man viele Möglichkeiten neue Freundschaften zu schließen, spannende Abenteuer zu erleben und seine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Die Insel Teneriffa, mit ihrer atemberaubenden Landschaft von goldenen Sandstränden über majestätische Vulkane bis hin zu üppigen Wäldern, bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten. Als Erasmus-Student*in hat man die Gelegenheit, an Surfkursen teilzunehmen, Wanderungen in den Nationalparks der Insel zu unternehmen oder einfach nur das angenehme Klima zu genießen und am Strand zu entspannen.

Das Leben als Erasmus-Student*in auf Teneriffa bedeutet auch, die lokale Kultur und Tradition kennenzulernen. Von den farbenfrohen Festivals wie dem Karneval von Santa Cruz bis hin zu den traditionellen kanarischen Gerichten wie Papas arrugadas und frischen Fisch gibt es viele Möglichkeiten, in das Inselleben einzutauchen und die Vielfalt der kanarischen Kultur zu erleben. Darüber hinaus bietet Teneriffa eine lebendige Studentenszene mit zahlreichen Bars, Clubs und Veranstaltungen, die es einem ermöglichen neue Freundschaften zu schließen und das Nachtleben der Insel zu erkunden. Die Menschen auf Teneriffa sind gastfreundlich und offen für international Studierende, was es leicht macht, sich in die lokale Gemeinschaft einzufügen.

Abschließend kann gesagt werden, dass mich das Auslandspraktikum an der Deutschen Schule Teneriffa sehr bereichert hat und es sehr spannend und interessant für mich war, eine deutsche Auslandsschule und die damit einhergehenden Möglichkeiten als zukünftige Lehrkraft kennenzulernen. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und habe Freundschaften fürs Leben geschlossen. Durch die Auslandserfahrung konnte ich meinen Horizont erweitern und mich persönlich weiterentwickeln. Daher würde ich es jedem empfehlen eine Auslandserfahrung während des Studiums mitzunehmen.