Nicht lang schnacken – die Sprache des Nordens erklärt (Teil 2)
Neu im Norden? Dann hast du dich bestimmt auch schon das ein oder andere Mal gefragt, was die Leute meinen, wenn sie vom Klönen, Butschern oder mugsch sein sprechen. Hier im Norden gibt es nicht nur „Schietwetter“ mit dem ganzen Wind und Regen, sondern auch jede Menge charmante Ausdrücke, die man außerhalb des Nordens eher weniger hört. Hier kommt jetzt Teil zwei unseres kleinen Sprachguides für den Norden.
Buddel
Fangen wir mit einem Klassiker an: der Buddel. Während man im Süden einfach von „Flasche“ spricht, ist hier alles, was Flüssigkeit enthält, eine Buddel. Ob Buddel Bier, Buddel Wasser oder Buddel Mate. Und wer nach einer langen Partynacht noch mit den MitbewohnerInnen in der WG-Küche klönt, weiß, dass die Buddel Wein auch schon so manche philosophische Diskussion ausgelöst hat.
Klönen/Schnacken
Wenn man sich fürs Klönen oder Schnacken trifft, ist das nichts weiter, als gemütlich zu plaudern/reden – sei es über Uni-Stress, WG-Chaos oder die besten Cafés im Schnoor. Und seien wir mal ehrlich: Welcher Student liebt es nicht, sich zwischen den Vorlesungen zum Klönen und Kaffeesieren zu treffen?
Plietsch
Wer an der Uni Bremen studiert, sollte plietsch sein – also klug, gewitzt, ein bisschen clever auf norddeutsche Art. Plietsch sein heißt nicht nur, gute Noten zu schreiben, sondern auch zu wissen, wann man mal eine Vorlesung sausen lässt oder sich bei Schietwetter einfach mal in die Mensa setzt und sich ein Lüttes essen an der Kombinierbar zusammenstellt.
Lütt
Ein Wort, das du hier ständig hören wirst: lütt. Es bedeutet einfach „klein“ – zum Beispiel „’n lüttes Bier“ oder „lütt Café“ um die Ecke. Und ganz ehrlich: Oft sind die lütten Dinge im Leben die schönsten.
Mugsch sein
Wenn du morgens nach einer durchgemachten Nacht in der Bib (Bibliothek, für alle Erstis) aufwachst und dein Kaffeebecher leer und die Laune einfach nur im Keller ist – dann bist du mugsch. Also: grummelig, genervt, irgendwie nicht ganz auf der Sonnenseite. Aber keine Sorge: Ein bisschen durch den Bürgerpark zu Butschern heilt so manche muggsche Stimmung.
Butschern
Ein wunderschönes Wort für das ziellose Herumstreifen. Wenn du also mit Kommiliton:innen durch die Bremer Innenstadt butscherst, dann gehst du einfach ohne Plan durch die Gegend, lässt dich treiben und genießt das Leben. Ein sehr studentisches Konzept, oder?
Krüsch
Wenn du im Mensa-Menü die gefüllte Paprika schon beim Lesen skeptisch beäugst und lieber zum Pastateller greifst – dann bist du krüsch. Bedeutet so viel wie „wählerisch beim Essen“.
Dösbaddel
Ein Dösbaddel ist jemand, der ein bisschen verpeilt ist – also im Grunde wir alle während der Prüfungsphase. Wenn du also mal wieder deinen Studiausweis suchst, obwohl er in der Hand liegt, weißt du, was du bist: ein echter Dösbaddel.
Nicht lang schnacken, Kopp in Nacken
Ein Satz, den man spätestens bei den Studentenpartys schon gehört haben sollte. Übersetzt bedeutet das so viel wie: „Genug geredet, trink endlich!“ Ein norddeutsches Cheers!
Die norddeutschen Ausdrücke mögen manchmal ein wenig ruppig klingen, doch eigentlich ist es nur die norddeutsche Gelassenheit, die hinter den ganzen Ausdrücken steckt. Und falls du schon dein Lieblingswort gefunden hast, schreib es uns gerne in die Kommentare.










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