Dein insektenfreundlicher Balkon

Auch wenn die aktuelle Wetterlage es momentan nicht vermuten lässt, so befinden wir uns seit knapp einem Monat bereits mitten im Frühling. Ein guter Grund, sich spätestens jetzt Gedanken über eventuell zu bepflanzende Flächen zu machen, wie z.B. den heimischen Balkon.

Doch worauf lohnt es sich zu achten, wenn der Bewuchs nicht nur hübsch sondern auch insektenfreundlich sein soll?

 Bio ist besser

Sollen die neuen Sprösslinge selbst herangezogen werden, so lohnt es sich, in Bio-Saatgut zu investieren. Pflanzen, die sich hieraus entwickeln, sind in der Regel widerstandsfähiger, da sie durch ihre Naturbelassenheit nicht auf chemische Unterstützung von außen angewiesen sind. Somit stellen klimatische Veränderungen und Schädlinge häufig ein geringeres Risiko für die Pflanzen dar. Vor der Aussaat sollten auch verschiedene Randbedingungen überprüft werden. Handelt es sich um Licht- oder Dunkelkeimer (also Erde drauf oder nicht), in welchem Zeitfenster sollte ausgesät werden (für viele Frühblüher liegt der Zeitpunkt bereits im Herbst), wann dürfen die Pflänzchen nach draußen (Stichwort Frost) und wie viel Sonne erreicht den Balkon (Schattengewächse vs. mediterrane Kräuter).

Augen auf beim Pflanzenkauf

Nicht immer ist es etwas Positives, wenn Blumen „in voller Blüte“ stehen. Gemeint sind hier sogenannte gefüllte Blüten, die keinerlei Nektar produzieren und daher nicht als Nahrungsquelle für Insekten dienen können. Beispielsweise sehen die allseits gerne verwendeten Petunien und Geranien zwar schön bunt aus, liefern in puncto Insektenfreundlichkeit aber eher schlecht ab. Besser ist es auch hier, auf naturbelassene Pflanzen zu achten, die nicht der Schönheit wegen unnötig hochgezüchtet wurden. Außerdem lohnt es sich, auch hier auf ökologische Ware zurückzugreifen, die möglichst unbehandelt auf den Markt kommt. Viele der genutzten Chemikalien können schädlich für Insekten sein, die ja eigentlich durch den Kauf unterstützt werden sollten.

Auf eine gute Basis achten

Erde ist nicht gleich Erde. Torf gilt hierbei als guter Wasser- und Nährstoffspeicher und wird daher gerne reichlich herkömmlicher Blumenerde beigemischt. Was sich nun zwar positiv auf die eigenen Balkonpflanzen auswirken kann, hat wiederum negative Folgen für andere Lebewesen. So werden durch den Torfabbau ständig weitere Moore trockengelegt, wodurch ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht und Lebensräume etlicher Arten zerstört werden. Besser ist es daher, auf Blumenerde ohne Torf zurückzugreifen.

Auf heimische Pflanzen setzen

Viele Wildbienenarten ernähren sich oligolektisch – das heißt, sie sind auf nur eine Pflanzenart oder -gattung spezialisiert. Zudem ist ihr Flugradius häufig nur auf wenige 100 Meter begrenzt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Fehlen dieser Pflanze auch zum (lokalen) Aussterben einer Wildbienenart führen kann. Daher lohnt es sich, sich gezielt nach den im Umkreis vorkommenden Bienenarten zu erkundigen und das Nektarbuffet entsprechend anzupassen. So haben auch Wildbienen durch ein bisschen Balkonhopping selbst in der Großstadt noch eine realistische Überlebenschance.

Nistplätze schaffen

Damit sich die geladenen Gäste auch dauerhaft wohlfühlen, ist es von Vorteil, potenzielle Nistplätze zu schaffen. Wer handwerklich begabt ist, kann sich am Bau eines Insektenhotels versuchen; jedoch reichen auch ein paar markhaltige Stängel, die in die Blumentöpfe gesteckt werden, ein löchriger Ziegelstein oder etwas poröses Totholz. Somit steht auch der nächsten Generation Insekten nichts mehr im Wege und die Elterntiere finden selbst bei schlechterem Wetter eine geeignete Bleibe.

 

 

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