Im heutigen Interview erzählt Pia davon, wie sie zu ihrer Praktikumsstelle in einem ethnographischen Museum gelangt ist. Um das Lesen angenehmer zu gestalten, teile ich das Interview in zwei Teile auf. In diesem Teil reden Pia und ich über das Suchen und Finden einer Praktikumsstelle sowie über die Herausforderungen durch Corona. Im nächsten Part werden wir uns dann weiter mit den Inhalten ihres Praktikums auseinander setzen.

L: Magst du dich vielleicht erst einmal vorstellen?

P: Ich bin Pia und ich studiere Kulturwissenschaften in Bremen im sechsten Semester jetzt und ich mach gerade ein Praktikum in einem ethnographischen Museum für drei Monate.

L: Wie kamst du denn auf die Idee in einem ethnographischen Museum dein Praktikum zu machen?

P: Also ich hatte letztes Semester ein Seminar hier am Überseemuseum mit der Überseemuseums-Direktorin und da haben wir eben viel über generell Museen gesprochen und auch so über die Erstellung von Ausstellungskonzepten, was ich sehr spannend fand. Und generell ist im Studium ja auch Museum einfach oder Museumsarbeit ein Thema und wir haben auch viel über so Decolonise the museum gesprochen, was eben auch super spannend ist und ja, generell auch immer irgendwie wieder so n bisschen auftaucht. Ich hab auch ´ne Hausarbeit schon mal über´s Humboldt Forum geschrieben, was ja auch gerade n sehr aktuelles Thema ist. Deshalb fand ich einfach Museumsarbeit an sich sehr interessant und gleichzeitig konnte ich mir auch sehr wenig darunter vorstellen, was genau dahinter steckt und deshalb war das irgendwie so n Ding was ich gerne ausprobieren wollte und einfach mal gucken wollte, ob das überhaupt irgendwie was ist oder ob das überhaupt so ist, wie ich´s mir vorstelle oder was genau sich dahinter überhaupt verbirgt und wie viele verschiedene Arbeitsbereiche sich dahinter verbergen, genau.

L: Ja, spannend! Und wie bist du dann vorgegangen also wie hast du deinen Praktikumsplatz gefunden?

P: Ähm, Bewerbungen geschrieben. Also ich hab tatsächlich relativ Glück gehabt. Ich hab mich initiativ beworben, also ich hab beim Museum einfach mal die Personalabteilung angeschrieben und gefragt wie´s ist, ob sie gerade Praktika anbieten und dass ich Interesse hätte. Und dann wurde ich weitergeleitet und ähm genau, da wurde mir dann quasi gesagt so „ja, also du kannst dich gerne irgendwie bewerben und wir würden uns dann nochmal melden“. Das war ´ne Initiativbewerbung und gleichzeitig hab ich immer wieder auf der Website gecheckt und hab dann irgendwie einen Tag nachdem ich die Initiativbewerbung losgeschickt habe gesehen: ach krass, die haben gerade auch ´n Praktikumsplatz in der Veranstaltungsabteilung ausgeschrieben und dann hab ich meine Chance ergriffen und mich da dann auch nochmal beworben und das halt aber auch so kommuniziert, dass ich mich quasi doppelt beworben hab. Genau, da hab ich dann ´ne Rückmeldung bekommen und hatte dann ein Bewerbungsgespräch, was tatsächlich auch nicht Zoom sondern in Person, also in real Life, stattgefunden hat, was irgendwie glaub ich auch mein Glück war, weil man ja persönlich auch nochmal so n bisschen ´ne andere Ebene erreichen kann und einen anderen Eindruck von Menschen hat und einfach anders redet als über jetzt online. Genau, das hat irgendwie ganz gut funktioniert und dann hab ich die Zusage bekommen. Also relativ klassisch.

L: Ja. Und hattest du jetzt bestimmte Herausforderungen so mit der Praktikumssuche während der Pandemie?

P: Voll, voll! Also ich fand es tatsächlich sehr sehr schwierig. Ich hab viele Initiativbewerbungen einfach rausgeschickt und generell halt auch irgendwie bei anderen Museen aber auch bei anderen NGOs oderso geguckt und halt auch viele NGOs beispielsweise, die normalerweise auch immer Praktikant*innen nehmen haben halt gesagt „ne sorry, geht halt gerade einfach nicht“. Oder generell irgendwie Kultureinrichtungen wo sonst eigentlich Praktikum immer möglich ist, ging halt einfach nicht. Das heißt, generell waren einfach super wenige Praktikastellen ausgeschrieben, was schon mal n bisschen schwierig war und ich hab auch voll oft die Rückmeldung bekommen „ok, es gibt halt einen Praktikumsplatz aber wir haben halt irgendwie krass viele Bewerber*innen“ ähm, das heißt es war irgendwie schon echt schwierig. Und halt bei den Initiativbewerbungen, deshalb hab ich eben viele Initiativbewerbungen rausgeschickt, kam halt oft überhaupt keine Rückmeldung. Oder halt die Rückmeldung „ne sorry, normalerweise richtig gerne, aber gerade halt einfach nicht, weil wir gar nicht die Kapazitäten haben oder alle eh im Homeoffice sind und wir dir halt auch gar kein Praktikum bieten können oder kein spannendes Praktikum, wo du dann halt nicht die ganze Zeit in deinem Zimmer sitzt und wir dir eigentlich gar nichts erklären können und du nichts mitbekommst“. Insofern, also das war richtig schwer und ich hatte tatsächlich echt einfach richtig Glück, dass das irgendwie so funktioniert hat und dass ich jetzt ja zum Beispiel auch einfach vor Ort sein kann. Ähm ja, genau. Also war nicht so einfach!

L: Ja. Hast du denn vielleicht irgendwelche Tipps für andere Bewerber*innen, die jetzt auch auf Praktikumssuche sind?

P: Gute Frage. Also ich glaub so Initiativbewerbung ist immer auch gut. Also klar ist die Wahrscheinlichkeit höher, wenn einfach Bewerbungen ausgeschrieben sind, hab ich ja auch gemerkt. Aber ich glaube, dass es trotzdem auch gut ist, immer nochmal nachzuhaken „Ok, bietet ihr gerade Praktika an?“, weil sonst, also dadurch kann ja dann irgendwie auch was passieren. Also ich weiß zum Beispiel auch, dass jetzt in dem Museum wo ich bin, noch andere Praktikant*innen sind und da weiß ich, dass da zum Beispiel gar keine Praktikastelle ausgeschrieben wurde und die sich initiativ beworben haben und dann irgendwie das aber doch ganz gut gepasst hat oder man Unterstützung gebraucht hat und das dann irgendwie… also Initiativbewerbung ist glaub ich ´ne ganz gute Sache! Und in meinem Fall war´s halt auch so, dass ich immer wieder Websites gecheckt habe, weil´s halt gerade durch Corona glaub ich sehr spontan auch geregelt wird zwischen „ok ne, jetzt gerade geht’s nicht“ und jetzt sind aber irgendwie wieder Öffnungen und jetzt ist das und das wieder Möglich und das heißt, es geht dann auch relativ spontan so zwischen „ne, wir können keine Praktika anbieten“ und dann aber „ah ok, die Regelungen haben sich geändert und jetzt klappt das irgendwie doch oder jetzt wissen wir irgendwie mehr“ und ähm, das hab ich auch irgendwie voll erlebt, dass dann relativ spontan einfach so Entscheidungen getroffen werden. Das heißt auch Websites, wo gestern irgendwie noch stand „ne, ist nichts“, dann halt am nächsten Tag doch irgendwie Praktikastellen für den nächsten Monat ausgeschrieben wurden.

L: Mhm. Ja, das ist bestimmt super zu wissen!

*Fortsetzung folgt (in den nächsten 2 Wochen): Ihr wollt wissen, wie es mit Pias Praktikum weiter geht? In Teil 2 erzählt Pia von ihren Aufgaben und Herausforderungen, aber auch davon, was ihr besonders im Praktikum gefällt.

1 Kommentar

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Pia und ich uns im ersten Teil über ihr Suchen und Finden nach einer geeigneten Praktikumsstelle unterhalten haben, folgt nun […]

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.