Die Frage nach der Fragestellung

Die Semesterferien sind in vollem Gange. Oder besser gesagt: Die Vorlesungsfreie Zeit. Während andere davon ausgehen, wir Studierenden würden im Februar und im März nur die Füße hochlegen, in den Urlaub fliegen und ausgiebig entspannen, ist uns natürlich klar: Auch in dieser Zeit gibt es einiges für die Uni zu tun. Vor lauter Klausuren, Essays und Hausarbeiten sehnt der ein oder andere da schon mal das laufende Semester zurück.

Den meisten Aufwand machen, aus eigener Erfahrung, die Hausarbeiten. Die Recherche, die Planung und das Schreiben der 15 bis 20 Seiten langen Abgabe erfordern Tage- oft auch Wochenlange Bibbesuche. Das größte Hindernis ist hierbei oft die Fragestellung. Diese darf nicht zu kurz und nicht zu lang, nicht zu allgemein und nicht zu konkret sein und muss schon zu Beginn der Hausarbeit den Rahmen für den gesamten Text vorgeben. Kein Wunder also, dass hier schon so mancher dran verzweifelt ist. Da ich in den vergangenen Jahren unzählige Hausarbeiten schreiben musste und mich langsam aber sicher auf meine Bachelorarbeit zubewege, habe ich in der Vergangenheit viel Zeit damit verbracht einen guten Weg zur richtigen Fragestellung zu finden. Ein paar Tipps möchte ich hier mit euch teilen.

Aber warum brauchen wir überhaupt eine Fragestellung? Klaus Schlichte, Politikprofessor an der Uni Bremen schrieb dazu „Eine Fragestellung ist für wissenschaftliche Arbeiten konstitutiv. Von der Fragestellung hängt die ganze Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit ab. Sie ist gewissermaßen die Achse einer wissenschaftlichen Arbeit, sie trägt alles und um sie dreht sich alles“. Die Fragestellung ist für eine Hausarbeit also unabdingbar. Sie grenzt das Thema der Forschungsarbeit ein und legt das Ziel fest. Eine gute Fragestellung ebnet den Weg für die Gliederung und den generellen Aufbau.

Um die Suche nach der richtigen Fragestellung thematisch eingrenzen zu können sollte man sich zu Beginn die Frage stellen, was im Seminar oder der Vorlesung an Inhalten behandelt wurde. An welcher Stelle waren die Diskussionen besonders intensiv, wo blieben fragen offen und natürlich was hat einen persönlich davon am meisten interessiert. So kann man gleich zu Beginn den Themendschungel ordentlich eingrenzen.

Unverzichtbar für jede Hausarbeit ist die Literaturrecherche. Und diese beginnt bereits mit der Suche nach der Fragestellung. Hat man sich für einen Themenbereich entschieden, empfiehlt es sich erstmal zu recherchieren, ob und was für Quellen es dazu gibt. Selbstverständlich kann man sich auch an den in anderen Veröffentlichungen gestellten Fragen orientieren. Aus dieser ersten Recherche kann man eine Liste mit verschiedenen Unterfragen anlegen. Dies hilft dabei das Thema weiter einzugrenzen und zeigt auf, welche inhaltlichen Schwerpunkte es zu beachten gilt.

Hat man dies erledigt, so wird bereits recht klar, in welche Richtung sich die Hausarbeit entwickeln soll. Nun ist es an der Zeit ein Forschungsziel festzulegen. Was will ich zeigen oder beweisen und auf welchem Weg will ich das tun, welche empirischen Methoden habe ich zu Verfügung? Die klare Formulierung eines eindeutigen Ziels ist bei der Entwicklung der Fragestellung die halbe Miete, da dies einen wichtigen Teil der Frage ausmacht.

Es bietet sich an zuerst mehrere Fragestellungen zu formulieren und diese, gemeinsam mit dem Ziel der Arbeit, mit dem betreuenden Dozenten zu diskutieren. In diesen Gesprächen entwickeln sich oft neue und finale Ideen aus den bereits erstellten Fragen und Planungen. Hat man schließlich eine passende Fragestellung gefunden, schreibt sich der Rest der Arbeit direkt viel einfacher.

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