Das Schönste am Studium für mich ist, auf viele verschiedene Dinge zu treffen, die mir zuvor noch fremd waren oder von denen ich nur recht oberflächlich was gehört hab. Aber es sind nicht nur verschiedene Angebote an der Universität oder irgendwelche Interessengruppen. Es sind auch die unmittelbaren Studierenden, mit denen wir zusammenarbeiten oder spontan auf dem Campus kennenlernen. So habe ich Marvin Pollock kennengelernt. Er arbeitet in einem selbstständigen Unternehmen während er studiert. Das ist etwas, was ich mir sehr anstrengend vorstelle. Also habe ich ihn einfach mal zum Gespräch gebeten und herausgefunden, dass es auch einfach Dreadlocks sein können.

 

Hallo Marvin, nett dass du dir ein wenig Zeit genommen hast! Magst du dich mal eben kurz vorstellen?

Hallo Stefan. Klar stelle ich mich gerne vor. Mein Name ist Marvin Pollock und ich studiere aktuell Informatik an der Uni Bremen. Momentan bin ich im 10. Semester, mein Studium neigt sich also langsam dem Ende zu.
Neben dem Studium gehe ich einer selbstständigen Tätigkeit nach. Die mir persönlich wichtigste Tätigkeit ist hier die Arbeit für die DreadFactory, ein Unternehmen, das einen Zusammenschluss verschiedener Dreadstylisten um die Gründerin Sabine Hartke herum bildet.

Wie kamst du dazu, bei einem Dreadlock-Unternehmen dich so zu engagieren? Was ist deine Motivation dabei?

Nun, angefangen hat das Ganze im Rahmen eines Gefallens. Die DreadFactory brauchte Unterstützung von Seiten einer IT-Fachkraft. Während ich dann vor Ort gearbeitet habe, ergab sich für mich zufällig die Gelegenheit, mir selbst Dreadlocks machen zu lassen. Wir hatten gerade einen Anzulernenden aus München zu Gast.

Nach anfänglicher Skeptik habe ich mich sehr schnell mit meiner neuen Optik angefreundet und im Laufe sehr kurzer Zeit fühlte ich mich mit der Arbeit für die DreadFactory so wohl, dass ich bis heute geblieben bin.

Ein weiterer Motivationsfaktor ist ganz klar die fast schon familiär gehaltene Teamstruktur. Alle Beteiligten kennen sich persönlich und es wird viel Wert darauf gelegt, dass man sich untereinander wohl fühlt.

Warum Dreadlocks? Treibt dich da ne Faszination oder warum bist du so aktiv für diese Art von Frisur?

Ganz kurz: Weil ich einfach finde, dass sie super aussehen. Für mich persönlich sind die Dreadlocks tatsächlich im Großen und Ganzen eine Frisur. Aber teilweise sind die Dreads dann doch wieder etwas mehr als das. Allgemein sind meiner Erfahrung nach die meisten Dreadheads einfach sehr angenehme Menschen. Vielleicht bringt solch ein legerer Look einfach meistens eine recht legere Person mit sich.

Besonders schön ist es, zu sehen, dass all die zahlreichen Vorurteile und Klischees alles andere als die Regel sind. Die allerwenigsten unserer Kunden erfüllen das Bild des Reggae-hörenden Kiffers. Im Gegenteil, stammen unsere Kunden aus allen möglichen sozialen und beruflichen Schichten.

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