Fiona Albiana von A Lima

Mit 25 Jahren hat Fiona sich selbstständig gemacht und ihren Traum vom eigenen fairen Modelabel A Lima verwirklicht. Außerdem hat sie einen Store im Schnoorviertel eröffnet, in dem sie neben ihren eigenen Designs auch die Produkte anderer fairer Label (z.B. Tizz and Tonic) von Frauen und Secondhand Mode verkauft. Am Mittwoch durfte ich mir dort einen Eindruck vor Ort verschaffen und Fiona mit Fragen rund um ihre Selbstständigkeit löchern.

Der Begriff A Lima stammt aus dem hawaiianischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Handschrift“, erklärt Fiona. Unter dem Slogan „Statement is on you“, welcher sich auf Design und Werte ihres Labels bezieht, tragen ihre selbst entworfenen Shirts nämlich Fionas eigene Handschrift in Form eines Siebdrucks oder aber schlichter Stickereien. Sprüche wie „free hugs“ und „make love, not war“, sowie ein Unisex Konzept der Produkte sind teil dieser Werte. „Als queere, schwarze Frau ist es mir von Beginn an Wichtig gewesen ein Unternehmen zu gründen, welches Statements setzt. Das sollte nicht nur im übertragenen Sinne stattfinden, sondern auch tatsächlich sichtbar in die Welt hinaus getragen werden – über Statementshirts.“, schreibt Fiona auf ihrer Webseite.

Inspiration meine eigenen Shirts zu designen hatte ich das erste Mal von der LGBTQ+ Bewegung anlässlich des Christopher Street Days 2019.“, erzählt Fiona Um ein Zeichen für „equality“ zu setzen, wollte sie sich ein cooles Statement Shirt zulegen, welches allerdings nicht zu knallig und auffällig

Statementshirt „make love not war“

sein sollte, um auch im Alltag getragen zu werden. Auf ihrer vergeblichen Suche nach schlichten Statements, stieß sie dabei auf ein weiteres wesentliches Problem. „Ich wollte kein Equality-Shirt von einer Fast-Fashion Marke tragen, dass nicht equal hergestellt wurde“, so reflektiert sie. Dies sei nicht nur ein Widerspruch in sich, sondern auch ein Verstoß gegen die Werte, für welche sich am CSD engagiert würde. Als sie dann auf eine Anzeige von Disko in Bremen stieß, welche für das Bedrucken von Shirts mit eigenen Designs warb, ergriff Fiona die Eigeninitiative und gab gemeinsam mit ihren FreundInnen eine Sammelbestellung auf.

Nachdem ihre Shirts auf großen Anklang stießen, entwickelte sich schnell der Wunsch, ein eigenes Konzept auf die Beine zu stellen. Mit der Frage „Wie kann es eigentlich sein, dass ich für ein einzelnes Shirt 10€ bezahle?“ im Hinterkopf, entwickelte sie schließlich das Konzept ihres eigenen Stores. Mit einem Mix aus Second Hand und Fair Fashion möchte sie sowohl den Markt anregen und gleichzeitig nachhaltig und erschwinglich bleiben. Vor allem geht es ihr aber darum, ihre Leidenschaft für nachhaltige Mode zu vermitteln: „Fair Fashion macht Spaß! Man muss nicht wie Jesus aussehen sondern kann auch stylisch sein!“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Hinter einem fairen Mode Label steckt aber auch eine Menge Arbeit, so erfahre ich im weiteren Gespräch. Begonnen hat Fiona nämlich mit dem Verkauf ihrer T-Shirts in einem kleinen 9qm Hinterzimmer eines Friseursalons in der Neustadt. Damals konnte sie kaum die Produktionskosten decken, und so hatte sie anstelle eines zusätzlichen Einkommens eher ein aufwändiges Hobby, neben dem sie eine Vollzeit Stelle und einen Job als Kellnerin schmeißen musste. Nichtsdestotrotz hat sie sich nicht von ihrem großen Traum abbringen lassen und im Oktober 2020 ihren Store „A Lima“ im Schnoor eröffnet. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt sie über die Suche nach den Räumlichkeiten, „Ich wusste sofort, das ist es!“

Shootingfoto von A Lima

Nach einem guten Start in den ersten beiden Wochen machte die Pandemie allerdings auch Fiona ganz schön zu schaffen. Mit der Corona-Warnung im Anschluss auf den Freimarkt in Bremen kamen immer weniger Kunden in ihr Geschäft und auch das Schließen der Gastronomie und des Tourismus sorgten dafür, dass das sonst gut gefüllte Schnoor-Viertel ziemlich leer blieb. Doch Fiona lässt sich davon nicht unterkriegen: „Es war nicht das tollste Jahr um zu starten, aber die Eingebung hat gestimmt!“ Außerdem ermutigt sie „Ihr braucht kein Modestudium um euch Selbstständig zu machen!“ . Als gesunde Frau, die dennoch jederzeit einen Schicksalsschlag erleiden könnte, sieht sie es beinahe als ihre Pflicht an, ihr Potential voll auszunutzen und ihre eigenen Träume nicht länger aufzuschieben.

Diese Motivation zeigt sich auch in ihrem Label wieder und so bekommt „A Lima“ künftig auch im fairen Einkaufszentrum in der Obernstraße seinen gebührenden Platz. Zusätzlich wird auch ihr Store im Schnoorviertel weiter erhalten und bekommt bald den neuen Namen „Green door concept store“, passend zu dem nachhaltigen Konzept und den schönen dunkelgrünen Rahmen, welche Fenster und Türen des Ladens zieren.

Das Crowdfunding Shirt ‚a woman’s* dignity is not between her legs‘

Wenn ihr Fiona und ihr faires Label unterstützen wollt, so könnt ihr unter https://www.startnext.com/a-lima beim Crowdfunding für ihr neues Shirt mit dem Aufdruck ‚a woman’s* dignity is not between her legs‘ dabei sein und ein Zeichen für den Feminismus setzen. „Mit dem neuen Statement gedenke ich an alle Frauen* , welche aufgrund Ihres Geschlechts ungehört, ignoriert, verachtet, übergangen und unterdrückt werden. Als Unternehmen und Community machen wir uns stark und setzen unser Statement!“, so Fionas Beschreibung. Ihrem Store könnt ihr sobald wir den Corona Lockdown überwunden haben in der Marterburg 11 im Schnoor in Bremen finden. Bis dahin könnt ihr auch im Online Shop unter https://alima.selz.com/de/categories/all stöbern. Schaut doch mal rein!

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