Einleitung
Im Bachelorstudiengang Public Health ist im fünften Semester ein Pflichtpraktikum vorgesehen. Schon früh in meinem Studium hatte ich den Wunsch, diese Praxisphase im Ausland zu absolvieren, um meinen fachlichen Horizont zu erweitern und praktische Erfahrungen in einem internationalen Umfeld zu sammeln. Besonders interessierte mich der Bereich Global Health, weshalb ich die Chance nutzen wollte, einmal intensiver in diesen Themenbereich hineinzuschauen. Zusätzlich reizte mich die Möglichkeit, meine Englischkenntnisse zu verbessern und ein Land kennenzulernen, das ich kulturell schon lange spannend fand. Schließlich erhielt ich einen Praktikumsplatz in der Forschungsgruppe für Global Health an der Universität Göteborg.

Vorbereitung des Praktikums
Die organisatorischen Vorbereitungen umfassten vor allem die Planung der Anreise, die Suche nach einer geeigneten Unterkunft sowie die Beantragung der Erasmus-Förderung. Mithilfe des International Office verlief der Erasmus-Antrag unkompliziert. Die Wohnungssuche stellte sich aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt in Göteborg zunächst als herausfordernd heraus. Eine Kommilitonin aus meinem Schwedischkurs empfahl mir jedoch die Plattform „Qasa“, über die ich schließlich ein Zimmer in einer Haus-WG fand. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Seite „Find a home / Move to Gothenburg“, die verschiedene Wohnmöglichkeiten übersichtlich zusammenfasst.

Studierende, die an der Universität Göteborg ein Praktikum absolvieren, können außerdem frühzeitig bei ihrer betreuenden Person nach einem Platz im Staff-Housing der Universität fragen. Für die Fahrt nach Schweden entschied ich mich für den Flixbus, da diese kostengünstigen und teilweise direkten Verbindungen von Bremen nach Göteborg anbieten. Vor Ort ist es sinnvoll, Nahverkehrstickets über die App „Västtrafik ToGo“ zu kaufen. Wichtig zu wissen ist zudem, dass in Schweden nahezu ausschließlich bargeldlos bezahlt wird, weshalb eine Kreditkarte (Visa oder Mastercard) unverzichtbar ist. Um sprachlich besser vorbereitet zu sein, belegte ich vorab einen Schwedisch-Anfängerkurs.

Tätigkeiten während des Praktikums
Mein Praktikum in der Global-Health-Forschungsgruppe war sehr abwechslungsreich und bot mir vielfältige Einblicke in den Forschungsalltag. Ich konnte an verschiedenen Projekten mitarbeiten, erhielt Einblicke in internationale Public-Health-Themen und war regelmäßig in Meetings eingebunden. Das Team war äußerst freundlich und unterstützend, sodass ich mich von Beginn an gut aufgenommen fühlte. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Mitarbeit an laufenden Forschungsprozessen, Recherchetätigkeiten sowie das Kennenlernen grundlegender Methoden im Bereich der Datenaufbereitung.

Leben in Göteborg und Freizeitaktivitäten
Göteborg ist die zweitgrößte Stadt Schwedens und hat mich durch ihre Mischung aus urbanem Leben, Küstenlage und zahlreichen Grünflächen begeistert. Besonders gerne verbrachte ich Zeit im Stadtpark Slottskogen, in dem man nicht nur spazieren gehen, sondern unter anderem auch Pinguine und Robben beobachten kann. Zudem unternahm ich viele Wanderungen im Gebiet rund um den Delsjön, wo an warmen Spätsommertagen sogar ein Bad im See möglich ist. Ein weiteres Highlight war das Begehen einzelner Etappen des Gotaleden, eines 70 Kilometer langen Wanderwegs von Göteborg nach Alingsås. Darüber hinaus nutzte ich die Gelegenheit, verschiedene Schäreninseln vor der Küste Göteborgs zu besuchen. Diese sind mit dem normalen Nahverkehrsticket erreichbar und bieten beeindruckende Naturerlebnisse.

An Tagen mit schlechterem Wetter verbrachte ich viel Zeit in den gemütlichen Cafés der Stadt, in Museen wie dem Kunstmuseum oder bei Stadtbummeln durch kleine Läden und Second-Hand-Shops. Auch die Besuche eines Eishockeyspiels der Heimmannschaft Frölunda HC und eines Fußballspiels der Woman Nations League war durch die fantastische Stimmung des Publikums ein besonderes Erlebnis. Besonders stimmungsvoll war während der Adventszeit ein Besuch eines St.-Lucia-Konzerts. Die höheren Lebenshaltungskosten in Schweden waren spürbar, insbesondere in Restaurants und Bars. Mit Einkäufen bei günstigeren Supermärkten wie Lidl oder Willys ließ sich dies jedoch gut ausgleichen.

Fazit
Insgesamt blicke ich sehr positiv auf meine Zeit in Göteborg zurück. Fachlich konnte ich im Praktikum viel Neues lernen und wurde in einem sehr herzlichen Team aufgenommen. Die Stadt selbst empfand ich als lebenswert, abwechslungsreich und gut geeignet, um eine inspirierende Zeit im Ausland zu verbringen. Aufgrund der vielfältigen Erfahrungen, die ich sowohl beruflich als auch persönlich sammeln konnte, kann ich ein Praktikum in Göteborg uneingeschränkt weiterempfehlen.