Leben
Für mein Masterstudium der Prozessorientierten Materialforschung ist ein mindestens achtwöchiger Forschungsaufenthalt im Ausland vorgesehen. Da dieser möglichst gut zum individuellen Curriculum passen sollte, ergab sich für mich durch Kontakte meines Mentors und des Betreuers meines Jobs als studentische Hilfskraft die Möglichkeit, diesen an der Universität von Palermo, auf Sizilien, im Süden Italiens zu absolvieren. Zunächst galt es jedoch eine Unterkunft zu finden, was nicht so einfach war, da ich erst vier Wochen vor meiner Ankunft in Palermo den genauen Zeitraum des Forschungsaufenthaltes wusste. Viele Wohnungen setzten zudem einen Mindestaufenthalt voraus, der über meine Forschungszeit hinaus ging. Ich konnte jedoch noch ein kleines Studioappartment finden und wurde bei meiner Anreise im Oktober von noch außergewöhnlich gutem Wetter begrüßt. Dies gab mir die Möglichkeit, besonders zur Anfangszeit, die Insel an den Wochenenden zu erkunden. Von Stränden mit glasklarem Wasser, Städtetrips und Flamingos, war von allem etwas dabei. Am meisten hat mich jedoch eine Wanderung auf den Ätna fasziniert. Richtung Winter wurde es dann jedoch etwas ruhiger, da wohl auch aufgrund des nun etwas kühleren Wetters viele Touren nicht mehr stattfanden und manche sonst so belebte Orte menschenleer waren. Dies lag daran, dass viele Orte auf Sizilien auf den Tourismus ausgelegt sind, welcher im Winter nicht mehr stark ausgeprägt ist.
Forschung in Palermo
Im Rahmen meiner Forschung war ich im Labor einer Arbeitsgruppe der Ingenieurwissenschaften tätig, welche ihren Schwerpunkt in angewandter Elektrochemie hat. Thematisch habe ich mich daher mit der Analyse von unter unterschiedlichen Bedingungen gewachsenen Passivfilmen auf rostfreiem Stahl befasst, die als Schutzschicht dienen. Genauer, habe ich mit Hilfe von Photostrom Spektroskopie, bei der die Probe mit Licht unterschiedlicher Wellenlängen bestrahlt wird, die elektronischen Eigenschaften (wie die Bandlücke und Flachbandpotential) des Passivfilms untersucht. Außerdem habe ich mit elektrochemischer Impedanzspektroskopie die Widerstände und Kapazitäten dieser Filme analysiert und weiter untersucht, welchen Einfluss unterschiedliche Elektrolyte möglicherweise auf die Zusammensetzung des Films haben können.
Fazit
Insgesamt hat mir die Forschung an der Universität sehr gut gefallen. Ich wurde super in der Arbeitsgruppe empfangen und integriert und hatte schöne Unterhaltungen in den Mittagspausen. Da ich jedoch den ganzen Tag im Labor verbracht habe, fiel es mir schwer außerhalb der Universität Kontakte zu knüpfen, da ich nicht wie in einem Auslandssemester von Kommilitonen umgeben war. Meine Kollegen dort hatten natürlich ihr eigenes Leben und haben am Wochenende gerne Zeit mit ihren Familien verbracht. Zwar ist Palermo gemessen an der Einwohnerzahl nur etwas größer als Bremen aber es war für mich trotzdem eine interessante Erfahrung direkt in der Stadt zu wohnen, da dies in Bremen bei mir nicht er Fall ist.
Fachlich hat mich die Forschung sehr viel weitergebracht, um zum einen weitere Erfahrungen in der Elektrochemie zu sammeln und zum anderen neue Methoden kennenzulernen. Außerdem war es eine gute Übung, sich fachlich im Englischen auszudrücken und nicht nur englische Fachliteratur zu lesen aber natürlich auch, um das ein oder andere bisschen Italienisch zu lernen.
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