Tierversuche an der Uni Bremen gehen weiter

Vor einigen Wochen berichteten wir bereits von den Tierversuchen, die insbesondere im Labor von Professor Andreas Kreiter an Makaken seit über 20 Jahren durchgeführt werden. Hierbei ging es um einen Antrag, der hierfür alle drei Jahre gestellt werden muss, sodass die Forschung genehmigt weitergeführt werden darf. Zum Zeitpunkt des letzten Artikels hierzu stand die Entscheidung noch aus, ob Kreiters Eilantrag stattgegeben würde. Diesen hatte er im Juli 2021 gestellt, um seine Forschung von November 2021 an um ein weiteres Jahr zu verlängern.

@ Uni Bremen

Nun wurde kürzlich darüber berichtet, dass das Verwaltungsgericht Bremen Kreiters Eilantrag stattgegeben hat. Das bedeutet, dass er nach aktuellem Stand bis zum 30. November 2022 seine Forschung an Makaken weiterhin betreiben darf.

Die Uni Bremen befürwortet diese Entscheidung:

 

„Die Universität Bremen begrüßt […] die heutige Entscheidung des Verwaltungsgerichts, dass der Hirnforscher Professor Andreas Kreiter seine Versuche […] fortführen darf.“

Auch hat sich der Rektor der Uni Bremen, Bernd Scholz-Reiter, hat sich klar für die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bremen positioniert:

„Das Gericht hat mit seiner Entscheidung die in unserem Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit sichergestellt. Ich appelliere an die Bremer Politik, diese zu respektieren und zu wahren. Sie stellt ein hohes Gut für unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft dar. Noch ist biomedizinischer Fortschritt ohne Tierversuche leider nicht möglich.“

Zudem hätte Kreiters Antrag laut Bremer Verwaltungsgericht bereits längst bewilligt werden müssen, da er und sein Team „alle rechtlichen Vorgaben erfüllten“. Des Weiteren habe die Bremer Gesundheitssenatorin „die Entscheidung über den Verlängerungsantrag des Antragstellers bewusst rechtswidrig verzögert“ und nicht detailliert dargelegt, dass das Projekt wissenschaftlich nicht gerechtfertigt sei, so das Gericht. Hierfür wurde die Gesundheitssenatorin vom Verwaltungsgericht stark kritisiert, da sie scheinbar nicht auf aktuellem Forschungsstand sei, aber mit vermeintlich vorhandenen Alternativmethoden zu Kreiters Tierversuchen argumentieren wollte.

Dass keine wissenschaftlich anerkannten Alternativmethoden für die Versuche zur Verfügung stünden, habe Kreiter im Zuge des Antragsverfahrens jedoch wissenschaftlich fundiert begründen können. Nichtsdestotrotz bleibe es das Ziel, laut Bernd Scholz-Reiter, tierversuchsfreie Alternativen wo immer möglich anzuwenden.

 

 

Laut BfR schreibt das Tierschutzgesetz vor,

„dass Tierversuche nur dann durchgeführt werden dürfen, wenn sie zur Beantwortung der wissenschaftlichen Frage unerlässlich sind und in der Güterabwägung zwischen dem erwarteten Erkenntnisgewinn und dem erwarteten Leiden der Tiere ethisch vertretbar erscheinen. Wo immer es zuverlässige Alternativmethoden gibt, müssen diese anstelle der Tierversuche angewendet werden.“

@ Uni Bremen

Hierzu zählt es auch die Grundlagenforschung, die stark an Kreiters Arbeit kritisiert wurde, welche der BfR wiederum insbesondere als zulässigen Zweck von Tierversuchen an erster Stelle nennt.

Wie es nach November 2022 mit Kreiters Forschung an Makaken weitergehen wird, bleibt spannend – bisher wurden jedoch all seine Schritte insofern geprüft, als das einer gerichtlichen Genehmigung für den Moment nichts im Wege steht. Daneben wird weiterhin Forschung an Mäusen und Ratten betrieben, was für viele aber scheinbar ein anderes Kapitel darstellt.

Wie seht ihr das? Sollte man noch genauer hinschauen, bevor Tierversuche genehmigt werden? Ist Tierversuch gleich Tierversuch oder kommt es auf den Zweck bzw. die Tierart an? Und worauf würdet ihr eher verzichten: Tierversuche oder Medikamente, die durch diese entwickelt wurden?

Diskutiert hierüber gerne konstruktiv in den Kommentaren!

 

Wie wird ein Tierversuch eigentlich genehmigt? Tierversuche verstehen

Quellen:

https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/verwaltungsgericht-beschliesst-forscherteam-von-professor-andreas-kreiter-kann-makakenversuche-fortfuehren-1?sword_list%5B0%5D=makaken&no_cache=1

https://www.uni-bremen.de/brain

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_tierversuchen__alternativmethoden_und_versuchstierzahlen-196366.htmlhttps://www.butenunbinnen.de/nachrichten/verwaltungsgericht-erlaubt-bremer-forscher-weiter-affenversuche-100.html

https://www.butenunbinnen.de/videos/verwaltungsgericht-zu-affenversuchen-100.html

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_tierversuchen__alternativmethoden_und_versuchstierzahlen-196366.html

Alle Abbildungen stammen von der Uni Bremen Homepage.

2 Kommentare
    • Sarah
      Sarah sagte:

      Hallo Milena,
      was sollte deiner Meinung nach an der Uni Bremen geändert werden, damit du einen Master-Studiengang dort in Betracht ziehen würdest?
      Liebe Grüße von Sarah

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar zu Sarah Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.