„Ne, da mach ich nicht mit. Ist doch alles gut. Ich bekomme doch eh immer mehr Geld. Da muss ich doch nichts machen. Das können die anderen ja gerne machen. Ist gut, nehme ich gerne auch. Ich? Nein, das muss ja nicht. Und das bringt ja eh nichts. Weiß man doch.“ Erstaunlicher Weise ist dies die erste Reaktion eines Freundes auf die Frage gewesen, ob er sich dafür einsetzen würde, für sich und andere eine Lohnerhöhung und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Zum Glück für die Studentischen Hilfskräfte (SHKs) der Universität gibt es eine kleine, motivierte Gruppe von Studierenden und GewerkschaftlerInnen, die sich anders verhält. Diese Gruppe nennt sich „TV Stud“.

TV Stud?

Es gibt zwar keine offizielle Zahl zu den SHKs, aber es wird geschätzt, dass es etwa 1.300 SHKs an der Uni gibt. Davon tragen etwa 150 Studierende als Gewerkschaftsmitglieder zum Erfolg von TV Stud bei. Ein Kern von zehn bis zwanzig Engagierten treibt die Initiative voran. Der Name der Gruppe bezieht sich auf das Ziel der Initiative: TV steht für „Tarifvertrag“. Ein solcher soll für die Studierenden Hilfskräfte mit dem Land Bremen verhandelt werden.

Ist und Soll

TV Stud setzt sich seit Mai 2018 dafür ein, dass es studentische Hilfskräfte in Zukunft besser haben. Sie setzen sich für einen höheren, sich an die steigenden Lebenshaltungskosten orientierten Lohn, bessere Arbeitsbedingungen und eine Mindestsvertragslaufzeit ein. Momentan erhalten SHKs für ihre Arbeit den Landesmindestlohn von 11,13 Euro pro Arbeitsstunde und gehen ihren vielfältigen Tätigkeiten als kurzfristig Beschäftigte nach. In einem Tarifvertrag könnte man etwa Löhne, Arbeitszeit, Urlaub und Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Kündigungsfristen regeln. Auf der Webseite von TV Stud kann man sehen, welchen Unterschied ein Tarifvertrag machen kann.

Argumente: Angemessenheit & Attraktivität

TV Stud argumentiert, dass man mithilfe von besseren Arbeitsbedingungen und einem besseren Lohn die Attraktivität des SHK-Jobs steigern könne. Dies sei angebracht, weil viele Stellen unbesetzt seien. Der noch recht neue Landesmindestlohn, der den Lohn der SHKs erhöht habe, zeige, dass sich die Attraktivität des Jobs steigern lasse. Außerdem könne ein SHK-Job die Qualität des Studiums erhöhen, da die Studierenden Einblick in den Unibetrieb bekämen. Dabei müsse aber auch bedacht werden, dass die Studienkosten und die Lebenshaltungskosten in Bremen (etwa die Mieten) von dem Lohn bezahlt werden müssten. Daher sei ein niedriger und unflexibler Mindestlohn in einem befristeten Job nicht angemessen für die gute Arbeit der Studierenden. TV Stud präsentiert sich im öffentlichen Auftritt tatkräftig, aber die Gruppe kann nach eigenen Angaben noch jeden Rückenwind gebrauchen, um in den Verhandlungen eine starke Position einnehmen zu können.

Wenn Ihr Euch für TV Stud interessiert, dann könnt Ihr TV Stud verfolgen: Auf ihrer Webseite, auf Facebook, auf Twitter und auf Instagram.

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