Science Slam Bremen

Die Gewinnerin des Abends steht fest. Unter großem Applaus wird ein goldenes Gehirn, eine Flasche Sekt und das Mikrophon überreicht. Unter dem Motto „Forschung on Stage“ präsentieren Wissenschaftler aller Art ihre Forschungen und Lieblingsthemen mit Passion, Witz und Charme. Der 10. Bremer Science Slam hatte auch diesmal wieder viel neues Wissen und innovative Ideen im Gepäck, um den Zuschauer zum staunen und lachen zu bringen. Es geht um Gewächshäuser auf Dächern mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen und dem Vorteil das ganze Jahr über Erdbeeren essen zu können. Unter dem Titel „Speeddating am Meeresboden“ erklärt der Marine Mikrobiologe David warum er Bakterien besonders cool findet und worin ihre unterschiedlichen Superkräfte liegen. „Wieviele Bakterien leben auf einem Sandkorn? Genau! 100.000!“ David hält ein modellhaftes überdimensionales Sandkorn ins Schwarzlicht und wir sehen „Bakterien“ leuchten. Jeremias, aus dem Forschungsbereich der Mediävistik, schlägt von einem BRAVO-Beitrag über die Unsicherheit vor dem ersten Mal einen Haken und bringt uns näher wie „Liebe, Sex und Zärtlichkeit“ in der mittelalterlichen Literatur gehandhabt wurden. Auch das Projekt „Tinder die Stadt“, welches vom ZeMKI der Uni Bremen und dem Hans-Bredow-Institut geleitet wird, präsentiert sich auf der Bühne durch Adrian. Das Publikum lacht oder runzelt nachdenklich die Stirn und am Ende jedes Vortrags stimmt eine Publikumsjury durch Zeigen einer Zahl von 1 bis 10 über den Vortrag ab. Da es hierbei auch um Wissensvermittlung geht, spielt der vermittelte Inhalt eine eigene Rolle bei der Bewertung. Der Science Slam bietet Wissenschaftlern, jung und alt, Projekte und Gedanken darzustellen, auf welche Art, ist ihnen überlassen. Die lockere Atmosphäre lädt dazu ein, Wissen und Ideen auf besondere Weise zu vermitteln. Und ganz ehrlich, so kann man sich Sachen auch einfach besser merken. Nun weiß ich jetzt und so manch anderer der Gäste auch, dass das Bakterium Allivibrio fischeri aktiv leuchten kann und in Symbiose mit einigen Tintenfischarten diese auch „zum leuchten“ bringt. Dank Jeremias weiß ich nun überhaupt, was Mediävisten tun und wie sich flirten im Mittelalter wohl angehört hat. Die Geologin Thora, Gewinnerin des Abends, bringt uns auf witzige Art näher, warum es wichtig ist, sich vor einem Bauvorhaben mit dem Baugrund und den Besonderheiten des Gesteins zu beschäftigen. Stichwort Venedig. Abschließend erinnert sie mit einem Augenzwinkern daran, Geologen und Geographen zu unterscheiden.

Der 10. Bremer Science Slam geht zu ende, doch der nächste Termin im September steht schon fest. Mein Fazit: Lohnt sich! Als Zuhörer wird man auf amüsante Weise um Wissen bereichert- und man lernt ja bekannterweise nie aus. Die Atmosphäre ist nett, die Bar in Reichweite und der Eintritt mit 5 € erschwinglich.

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