GW2Nun denn, in diesem Artikel möchte ich euch jemanden vorstellen. Einen Studenten? Nein, nicht wirklich. Auch der Dozent soll es nicht sein. Leider kann der Vorgestellte nicht besonders viel sagen, weswegen ich mir meine Kamera geschnappt habe um ihn euch zu zeigen. Oh ja, ihr kennt ihn womöglich schon alle. Es handelt sich um das gute alte GW2. Dieses Vorgestellt ist diesmal etwas anders. Ich werde im Zuge meines Campus-Rundgangs viele verschiedene Gebäude mit einer Fotoreihe und leichter Informationskost vorstellen. Erwartet also schon bald das nächste „Vorgestellt: Der Campus“.

Cafeteria 1Ich bin heute durch das seelenverlassene GW2 gestapft und habe fast an jeder Ecke Fotos geschossen, um möglichst die Wirkung dieser Gebäude auf mich festzuhalten. Das GW2 ist einer der ersten Gebäude, dass wir direkt von der Glashalle aus ansteuern können. Und das tun viele von uns nicht selten, denn dort befindet sich die neu eingerichtete Cafeteria, die uns wirklich schön beleuchtete Sitzplätze bietet und uns kulinarisch mit allem versorgt, was man für Zwischendurch so braucht. Aber wenn ich ein wenig tiefer ins GW2 reingehe, dann schaut es gleich ganz anders aus. Cafeteria 2Es ist merkbar, dass das Gebäude schon viele Jahre alt ist und an einigen Stellen renoviert wurde. Ich muss jedoch sagen dass auch die alten Teppiche, die zugemalten und verklebten Wände und engen Gänge ihren Charme haben. Die Infoboards find ich nirgendswo spannender zu lesen als dort. Hier finde ich sogar meinen Stammplatz, direkt unter den Treppen. So lichtscheu ich als Informatiker nunmal bin, hatte ich schon immer Gefallen an den ruhigen dunkleren Ecken gefunden. Jetzt hat man direkt an dieser Stelle die gleichen rundgeformten Tische mit den roten Polsterbänken hingestellt wie in der neueingerichteten Cafeteria.Infowand Nun kann ich dort noch viel besser sitzen und sogar arbeiten, was mir aber nicht immer gefällt, da nun viele andere Studenten an meinen Platz Gefallen gefunden haben. Nichtsdestotrotz freue ich mich über die Bänke, die sich schon fast mit dem Rest des GW2 beissen. Die Bäckerei scheint schon fast etwas vergessen neben der großen Cafeteria, aber anscheinend finden immernoch viele Studenten dorthin.

Unter der TreppeKaum wage ich mich in eine der engeren Fluren, die Aufenthaltsräume verlassend, umhüllt mich eine ziemliche Einsamkeit. Das liegt nicht daran dass dort kein Leben ist, aber die Gänge sind so eng und verwinkelt, dass ich kaum die Mitmenschen wahrnehme, die sich hinter der nächsten Ecke befinden. Einige Räume sind dicht bepackt mit Holzstühlen, die einen aufklappbaren Tisch installiert haben. Diese Räume dienen als Vorlesungsräume. Passend zum Rest der optischen Begebenheiten haben diese Räume keine Fenster, wodurch ich mich wirklich wie im Hinterstübchen fühle. Gang im GW2Das Gebäude erstreckt sich auf insgesamt 4 Etagen, wobei ein Trakt nur 3 Etagen hoch ist, jedoch noch eine schicke Dachterrasse bietet. Die Dachterasse ist wirklich schön für die Sommerzeit und wirkt schon fast wie ein Innengarten innerhalb des kreisförmigen Trakts des GW2. Das GW2 ist umgeben von 6 Türmen, die von den Buchstaben A – G durchnummeriert sind. Diese Türme fungieren als Treppenhäuser und führen meist auch zur Kelleretage und somit auch zur Tiefgarage unter dem GW2. Dicht besetzte RäumeAuch zu nennen sind die bemerkenswerten Toilettenbeschriftungen, die viel über die vorherigen Benutzer aussagen. Im GW2 findet ihr auch das Veranstaltungsbüro, wo all die wütenden Dozenten und Studenten hinstapfen, die gerade realisieren mussten, dass ihr Raum wohl oder übel doch besetzt ist.

Abschliessend ist zu sagen dass ich das GW2 einfach charmant finde. Manche Gänge sind echt eng und verwirrend, alt und irgendwie trocken. Postkästen in der zweiten EtageAber das macht mir nichts, denn sie sind immernoch einzigartig und unterschiedlich. Ich werde während meines gesamten Studium wohl immer wieder zum GW2 wiederfinden, allein schon wegen der Cafeteria und den Sitzgelegenheiten. Bitte schreibt mir in den Kommentaren wie ihr das GW2 empfindet, sagt mir wenn ich etwas nicht gesehen habe, denn ich bin gespannt, wie jeder von euch das GW2 erlebt.Die Dachterrasse

 

 

 

Hier könnt ihr die Bilder nochmal genau betrachten: KLICK

 

 

 

7 Kommentare
  1. Julian
    Julian sagte:

    ich bin gerade an der University of Nottingham und man sieht schon sehr deutlich den Unterschied zwischen ca. 500 Euro Semesterbeitrag im Jahr in Bremen vs. 10.000 Euro Semesterbeitrag in Nottingham ;-)

    Das erste was mir bei den in Nottingham vorhandenen Gebäuden auffiel war, dass sie alle sehr alt und ehrfürchtig aussehen, jedoch innen total neu und bestens ausgestattet sind.

    Keine Malereien (nicht an Wänden, nicht auf Tischen, nicht auf Stühlen), alles intakt, alle Räume mit Beamer usw usw. – wer würde es bei dem Geld wagen seine Uni zu verunstalten?

    Ob die Schönheit der Gebäude nun das Ausschlaggebende ist, bleibt eine andere Sache, ich denke eher die Lehre bzw. die Dozenten sind entscheidend, aber dennoch fühlt man sich an einer „gepflegten“ und modernen Uni wohler und mehr auf einem akademischen Level, als in einem halb vergammelten GW2 ;-) Aber schön das sie unter der Treppe neue Sitzgelegenheiten haben.

    Liebe Grüße, Julian

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    • Bree
      Bree sagte:

      Hm, also ich finde, die Uni Bremen gibt sich schon reichlich Mühe. Gerade die neue GW2-Cafete zeigt doch deutlich, dass wir Studis eingeladen sind zum Wohlfühlen.
      Ich finds auch total cool, wenn Studis anfangen, die trostloseren Gebäude nach ihrem Geschmack zu verändern. Ich finde das authentisch, lebens- und liebenswert und fühle mich wohl.

      Hingegen fällt es mir schwer, mich in einem schnieken Gebäude wohlzufühlen, dem man an sieht, dass da jemand enorm viel Kohle reinpulvert. Warst du schonmal im WIWI-Gebäude in Bremen? Fürchterlich! Da kann ich mich absolut nicht wohlfühlen.

      Wobei ich natürlich nix gegen alte und ehrfürchtige Gebäude habe! (Solange es innen auch mal bunt sein darf…) ;)

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  2. Carsten
    Carsten sagte:

    Naja, Charme hat das GW2 irgendwie schon, aber ich finde du romantisierst das ganze ein bisschen. Ich finde, den Architekten von dem Ding sollte man mal mit verbundenen Augen reinführen und irgendwo in der Mitte aussetzen und gucken, ob er da wieder rausfindet. Es gibt Gerüchte, dass irgendwo in den Gängen des GW2 die Skelette von verhungerten Studenten rumliegen, die nicht mehr rausgefunden haben (Spaß ;-p).

    Ich bin übrigens auch definitiv für bunt und individuell, aber es ist scheinbar ein schmaler Grad zwischen individuell und verwahrlost… und ich finde gerade die Ecke mit den Plakaten im Eingangsbereich Richtung Glashalle sieht eher nach Müllhalde aus :-/

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    • Stefan
      Stefan sagte:

      Hah, das mag wohl sein. :D Nichtsdestotrotz versuch ich ein wenig dazu anzuregen, mal drüber nachzudenken, auch wenn es danach aussieht, als würde ich mit einem Überschüß unnatürlich hinzugefügter Hormonen rumrennen.

      Im Moment basteln die ja wohl eher am Boulevard rum, von daher nehme ich mal an dass noch viele Generationen nach uns das GW2 so erleben werden. Ob das dann Liebe auf den ersten Blick wird oder ihr erstes „Büah!“ Erlebnis an der Uni sein wird ist abzuwarten. :D

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  3. Dennis
    Dennis sagte:

    Den gesamten Cafeteria-Bereich finde ich auch sehr ansprechend und einladend.
    Ansonsten ist das GW2 aber doch sehr heruntergekommen: Die vertrockneten Pflanzen, die versifften Fensterscheiben und die kaputten Teppichböden machen nicht gerade einen tollen Eindruck. Die fensterlosen Räume sind (zumindest im Sommer) eine Zumutung: Die Luft ist dann dermaßen schlecht, dass einem fast übel werden kann.

    Da kann ich froh sein, dass man als Mathematikstudent ohnehin ausschließlich im MZH wohnt und sich so die angenehmen Seiten des GW2 herauspicken kann.

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