Social Media Umfrage

Um unsere Fragestellung richtig beantworten zu können müssen wir nicht nur unsere Ansichten, sondern auch die Ansichten anderer mit einfließen lassen. Hierzu haben wir im ersten Schritt eine Umfrage mit dem Story Tool des sozialen Netzwerkes Instagram gemacht. Diese haben wir an 116 Menschen im Alter von 18-30 gerichtet, also die Altersgruppe die wir wohl am Besten mit sozialen Medien erreichen konnten.

In diesem Beitrag wollen wir die Antworten auf die Umfrage vorstellen und dadurch einfach ein erstes Meinungsbild aufbauen und eine kleinen Einblick in die Köpfe der Teilnehmer gewähren.

1.Frage: Hast du das Gefühl, dass seit dem ersten Lockdown der Begriff „Zuhause“ bzw. was „Zuhause“ bedeutet sich für dich geändert hat?

Dies war eine Ja / Nein Abstimmung bei der insgesamt 74 Personen abgestimmt haben.

39% haben für Ja und 61% für Nein gestimmt.

Das Ergebnis dieser Abstimmung hat uns sehr überrascht, da wir Blogmitglieder, aufgrund unserer eigenen Erfahrungen, der Ansicht waren, dass die Meisten diese Frage mit Ja beantworten würden. Das zeigt uns noch einmal deutlich, warum es notwendig ist auch andere Meinungen in unsere Forschung miteinzubeziehen.

2.Frage: Falls du gerade mit „Ja“ geantwortet hast: Was hat sich deiner Meinung nach für dich verändert?

Hier haben wir viele ähnliche Antworten bekommen und diese zu zwei Themengebieten zusammengefasst.

Dankbarkeit & „Zuhause-Gefühl“:

„[Zuhause] ist ein Gefühl von Geborgenheit und nicht ein Gebäude oder Raum.“

„Nur weil man alleine wohnt sind nicht die eigenen vier Wände das Zuhause, sondern dort wo die Familie ist.“

„Es ist nicht selbstverständlich ein Zuhause mit lieber & gesunder Familie zu haben.“

„Man schätzt kleinere Dinge am Zuhause viel mehr.“

„Mehr Zeit für die Familie und das „Zuhause-Gefühl“ hat sich dadurch verstärkt.“

„Ich bin mittlerweile gerne zuhause und habe mich neu & anders an das „zuhause sein“ gewöhnt.“

Tätigkeiten Zuhause:

„Sich wohler fühlen und auf jeden Fall mehr [zuhause] machen, produktiver sein.“

„Ich mag es, alles getrennt zu machen: Lernen in der Bibliothek, trainieren im Gym usw. Mein Zimmer war zum chillen und schlafen gedacht, jetzt ist alles dort.“

„Gleiches Umfeld für Arbeit und Freizeit.“

„Man hat gemerkt wie wenig man vorher zuhause war.“

„Ich hab mich viel mehr mit Ordnung und Struktur zuhause beschäftigt.“

3.Frage: Hast du in der Zeit seit dem ersten Lockdown angefangen vermehrt Dinge zuhause zu tun, die vorher nicht zuhause sondern wo anders, nicht so viel zuhause oder gar nicht zuhause gemacht hast?

Dies war eine Ja / Nein Abstimmung bei der insgesamt 75 Personen abgestimmt haben.

65% haben für Ja und 35% für Nein gestimmt.

Das Ergebnis fanden wir nicht überraschend, da wir uns mit den zugehörigen Erklärungen, die in der nächsten Frage folgen, gut identifizieren können.

4.Frage: Falls du gerade mit „Ja“ geantwortet hast: Was sind das für Dinge, die du nun neuerdings zuhause machst, die du normalerweise nicht (dort) machen würdest?

Bei dieser Frage haben wir quasi identische Antworten bekommen, die sich so zusammenfassen lassen können:

„Sport, Workout, Training“

„Lernen – sonst in der Bibliothek/Uni oder in Cafés“

„Kochen“

„Vorlesungen, Seminare“

„Arbeiten (Home Office)“

„Intensiv aufräumen“

„Freunde über Zoom treffen“

„Erste Dates“

„Viele Gesellschaftsspiele spielen“

„Neue Beschäftigungen finden: Malen, zeichnen, Instrument oder Sprachen lernen“

5.Frage: Fühlst du dich freier in deinen Entscheidungen oder fühlst du dich eher eingeschränkt?

Dies war wieder eine Abstimmung bei der insgesamt 59 Personen abgestimmt haben.

17% haben für „Freier“ und 83% für „Eingeschränkter“ gestimmt.

In der sechsten und letzten Frage haben wir nach den Gründen gefragt, warum sich die Teilnehmer freier/eingeschränkter fühlen. Interessant fanden wir vor allem die Antworten derjenigen, die für „Freier“ gestimmt haben.

6.Frage: Warum fühlst du dich freier bzw. eingeschränkter?

Stimmen für „Eingeschränkter“:

„Einschränkungen in der Freizeit (Lockdown)“

„Weniger Möglichkeiten sich auszuleben“

„Ich denke viel mehr darüber nach was für Konsequenzen meine Entscheidungen haben.“

„Man kann nicht alles machen was man möchte, da man zum Wohl Aller diese Eingeschränktheit akzeptieren muss.“

„Viele Dinge die mich am glücklichsten machen sind im Moment geboten.“

„Es wird schnell langweilig, alles ist jeden Tag gleich, da fehlt dann die Motivation.“

„Man kann Freunde/Familie nicht mehr so einfach sehen durch die Kontaktbeschränkungen.“

„Eingeschränkter in spontanen Entscheidungen, der soziale Ausgleich im Alltag fehlt.“

Stimmen für „Freier“:

„Weil ich lernen und Vorlesungen besuchen kann wann ich will.“

„Meiner Meinung nach ist es teilweise schon fremdbestimmt, aber wenn man die Zeit richtig nutzt ist es einem frei gegeben wie man sie verbringt und Zeit ist meiner Meinung nach Luxus.“

„In der Uni fühle ich mich freier.“

„Ich habe viel mehr Kontrolle, z.B. in der Schule.“

„Ich fühle mich freier in meiner Zeiteinteilung, vor Allem im Bezug auf mein Studium.“

 

Für uns war es sehr interessant die Meinungen unserer Gleichaltrigen zu sehen, besonders die, die nicht unserer Ansicht entsprechen.

Welches Fazit ziehen wir jetzt aus dieser Umfrage?

Es hat sich ganz klar Zuhause etwas verändert seit dem Beginn der Corona Pandemie.

Was sich genau verändert hat und wie, das ist so divers und individuell wie all die Teilnehmer unserer Umfrage.

Zuhause studieren während einer Pandemie

Betrachtet man das Studium auf Hinblick der aktuellen Corona-Pandemie, stellt man fest, dass sich das Uni-Leben verändert hat. Wo man noch vor der Pandemie das ,,richtige“ Studentenleben genießen konnte und noch vor Ort Vorlesungen, Seminare und Tutorien besuchen konnte, verbringt man das Studium während Corona zu Hause. Das Zuhause vieler Student*innen hat also pandemiebedingt eine neue, weitere Funktion bekommen.
Inwiefern hat die Pandemie das Studium und das Zuhause miteinander verknüpft? Ist das Zuhause dennoch ein Zuhause geblieben oder hat es seine generellen Funktionen durch die aktuelle Lage aus den Augen verloren? Wie sehr hat das Studium einen Einfluss auf das Zuhause der Student*innen? Dadurch, dass Universitäten immer geschlossen sind und der Unterricht in das Zimmer der Studenten verlegt wird, in Form von zahlreiche Zoom-Meetings, bekommt das Zuhause bzw. das Zimmer des Student*in eine polyfunktionale Bedeutung. Da nun die gesamten Lehrveranstaltungen online stattfinden und man mehrere Stunden vor dem Bildschirm sitzt, verbringt man automatisch auch viel mehr Zeit im eigenen Zimmer, bzw. Zuhause. Inwiefern hat das Zuhause mit Bezug zum Studium nun Auswirkungen auf die eigene Gesundheit? Wenn man anmerkt, dass zu dieser Zeit etliche Fitnessstudios und Sportvereine geschlossen sind und man weniger die Möglichkeit hat, Sport zu treiben, dann tut man seiner Gesundheit keinen Gefallen. Und da man durch das Studium ständig sitzt und mehrere Stunden auf einen Bildschirm starrt, verschlimmert sich die körperliche Situation mit der Zeit. Das Zuhause wird weniger verlassen, da man für die Lehrveranstaltungen zu Hause sein muss, immer in der Nähe des WLANs. Motivation, sozialer Kontakt sowie Produktivität – Dinge, die während dieser Zeit im Studium fehlen. Dadurch dass man nur im eigenen Zuhause Lehrveranstaltungen hat, kann man sich nicht wirklich motivieren. Es scheint auch für manche Student*innen schwierig, morgens aufzustehen. Man kennt nur das Bett zum Schlafen und den Schreibtisch für das Studium. Man hat keine Kommilitonen, mit denen man sich persönlich unterhalten oder treffen kann und sich dadurch motivieren kann. Früher konnte man an der Uni neue Menschen kennenlernen, aber dies erweist sich nun als schwierig. Aber auch die Produktivität scheint darunter zu leiden. Zuhause. Damit verbindet man in der Regel nur gemütliche Tätigkeiten, aber plötzlich soll man auch von Zuhause aus studieren. Die Grenze zwischen Freizeit und Studium verschwimmt. Das Bett sieht plötzlich  bequemer aus als der Schreibtisch. Es lockt den Studenten*innen, im Bett für das Studium gewisse Aufgaben zu erledigen oder gar das Bett für die Online-Veranstaltungen gar nicht erst zu verlassen. Resultierend stellt man schnell fest, dass Corona das Studium und das Zuhause sehr stark miteinander vernetzt hat. Die Grenze zwischen Freizeit und Studium wirkt für viele Studenten*innen schwammig, so dass beide Bereiche miteinander verbunden werden. Viele scheinen auch Probleme damit zu haben, sein Studium vom privaten Leben zu trennen. Durch die aktuelle Lage leidet auch der soziale Kontakt zwischen Kommilitonen bzw. Kommilitoninnen.

Forschungsexposé zum Thema „Zuhause während Corona – die Pandemie in den eigenen vier Wänden erleben“

Unser Zuhause ist der Mittelpunkt unseres Lebens, sozusagen unsere „Zentrale“. Hier kommen wir zur Ruhe, hier können wir abschalten und Abstand zur Außenwelt schaffen.

Seit dem ersten Lockdown verschwimmen die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Raum immer mehr. Dadurch bekommt der Begriff des Zuhauses eine neue Bedeutung.

Einerseits werden wir eingeschränkt auf unsere vier Wände, andererseits entdecken wir dort neue Tätigkeiten für uns. Dinge, die vorher im öffentlichen Raum stattgefunden haben, halten nun Einzug in unser Zuhause. Sei es durch das Home Office, online Sportkurse oder exzessives Online-Shopping, der persönliche Raum scheint gleichzeitig zu wachsen und zu schrumpfen.

Wir haben immer weniger persönlichen und dafür immer mehr virtuellen Kontakt mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen. Wir laden sie über den Bildschirm in unser Zuhause ein und obwohl wir oft mehr kommunizieren als vor der Pandemie, neigen wir leichter dazu einsam zu sein.

Auf diesem Blog wollen wir uns damit beschäftigen, wie wir unser Zuhause vor der Corona Pandemie wahrgenommen haben und jetzt mittendrin wahrnehmen und welche Veränderungen stattgefunden haben.

Befinden wir uns vielleicht noch in einem Veränderungsprozess?

Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf uns als Gesellschaft und als Individuen?

Was passiert, wenn unser Alltag auf vier Wände komprimiert wird?

Und was passiert, wenn es keine Abgrenzung mehr zwischen unserer Arbeit beziehungsweise der Schule oder Uni, und unserem Privatleben gibt?

 

Ziel unseres Projektes ist es die aktuelle Lage in einer Momentaufnahme festzuhalten und das „neue Normal“ darzustellen.

Gibt es dieses „neue Normal“? Oder betreffen diese Veränderungen vorranging Studenten in unserem Alter? Wie äußern sich diese Veränderungen im eigenen Zuhause?

Diese teilweise sehr großen, aber manchmal auch kleine Veränderungsprozesse und ihre Ambivalenz sollen Gegenstand unserer Beobachtung und Forschung sein.

In Form von narrativen Interviews, Umfragen und Erfahrungsberichten, sowie einer Bilderdokumentation wollen wir diese Vorgänge festhalten.

Um unseren Forschungsprozess festzuhalten, soll dazu jede Woche mindestens ein neuer Beitrag auf unserem Blog erscheinen.