Abschlussreflexion

1.) Zu den zentral theoretischen Erkenntnissen der Vorträge der Ringvorlesung, zählen unter anderen für mich die, aus der zweiten Vorlesung. Dabei handelte es sich um Migration und dessen Einwirkungen in der Schule und Gesellschaft. Da ich selbst ein Migrationshintergrund habe, sind mir viele der Aspekte, die genannt worden sind, vertraut gewesen. Wie zum Beispiel das stereotypische Denken der Lehrpersonen in der Schule. Während meiner Schulzeit habe ich wiederholt zu hören bekommen, dass Schüler mit Migrationshintergrund in den sprachlichen Fächer wie Englisch und Deutsch, schriftlich schlechter wären, als Schüler mit keinem. Die hatte zu folge die Konsequenz, dass die jeweilige Lehrperson, Schüler mit Migrationshintergrund ständig schriftlich, schlechter bewertete. Dies ist im Vergleich zu anderen Beispielen, noch ein harmloses. Daher hat mich das nicht sehr überrascht, als ich gelesen habe, dass die Schulbücher mit der Differenzierung der Begrifflichkeiten banal umgehen. Allerdings haben mich die Fakten überrascht, dass jeder dritte Minderjährige einen Migrationshintergrund hat. Ich wusste, dass es mittlerweile viele Menschen mit Migrationshintergrund gibt aber, dass es so viele sind war für mich erstaunlich. Bezüglich meines Faches Englisch kann ich nur darauf hinweisen, dass die Fähigkeiten, Englisch zu lernen ausschließlich an das Individuum selbst liegt. Faktoren wie Migrationshintergrund, religiöse Hintergründe, Hautfarbe, Sexualität und weiteres, haben keinen Einfluss darauf, wie gut man diese Sprache beherrscht. Es liegt einzig und allein daran, welche Ziele man hat und wie groß die Lernbereitschaft und Ehrgeiz ist. Deswegen sollten die Lehrpersonen meiner Meinung nach niemals nach den genannten Faktoren bewerten. In Religionswissenschaften, welches mein zweites Fach ist, haben diese Faktoren nach meiner Ansicht keinen großen Einfluss, da ich keine negativen Erfahrungen während meiner Schulzeit und des Studiums erlebt oder mitbekommen habe.

 

Neben dem erwähnten, habe ich zusätzliche grundlegende erziehungswissensschaftliche Erkenntnisse erworben wie die Vorlesung „Meint Inklusion wirklich alle?“ von Dr. Eileen Schwarzenberg. Inklusion hängt mit der Migration zusammen, da man Schüler, die kürzlich in Deutschland leben, in den Unterricht inkludiert. Durch diese Veränderungen in der Organisation und im Unterricht, entstehen Herausforderungen für Lehrer, die seit langem ihr Beruf ausüben und das, was gelernt haben umzustrukturieren. Allerdings sollte man dies auch als Chance sehen, um sich weiter zu bilden und Kinder, die man bisher exkludiert hat, erfolgreich zu inkludieren.

Dies geht Hand in Hand mit der Vorlesung, die darauffolgt, nämlich der Vorlesung „Auf dem Weg zu einer Schule für alle“ von Prof. Dr. Frank J. Müller. Hierbei haben wir nämlich mit den Konsequenzen beschäftigt, die entstehen können, wenn man Schüler mit Förderbedarf aus dem regulären Unterricht exkludiert. Natürlich benötigen die jeweiligen Schüler Förderbedarf innerhalb des Unterrichts, (gegeben falls auch außerhalb), durch Sonderpädagogen. An all dies habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht, doch durch diese Vorlesungen habe ich Denkanstöße gehabt und mir durch die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen haben, weitere Gedanken darum gemacht.

 

3.) Hieran würde ich an Aufgabe 1.) verknüpfen. Mein Interesse an Inklusive Pädagogik hat sich seit der Vorlesung von Dr. Eileen Schwarzenberg gesteigert und daher würde ich gerne über bestimmte Dinge mehr herausfinden. Zum Beispiel wie man denn dafür sorgen kann, dass Schüler mit Förderbedarf erfolgreich inkludiert werden. Dies wäre für mich die zentrale Frage. Mir ist bewusst, dass die Antwort oder Antworten vielfältig sind und es keine einzige klare Antwort gibt, die alle Bereiche abdeckt und „richtig“ ist. Denn jedes Individuum ist unterschiedlich und reagiert somit anders auf unterschiedliche Verfahrensweise, die von den vielen Pädagogen entwickelt werden. Mit der einen Methode kommt der eine besser zurecht, während der andere mit der anderen Methode besser zurechtkommt.

Zudem interessiert mich, wie man in den einzelnen Schulen, interne Entscheidungen trifft, wie man mit Schülern umgeht, die kürzlich in Deutschland leben. Da jede Schule unterschiedlich bewertet, wann ein Schüler, der vorher in einer IVK Klasse war, dann zu einer regulären Klasse wechselt. Ich arbeite neben meinem Studium auf der Schule, wo ich mein Abitur gemacht habe und bekomme mit, dass es da unterschiedliche Mittel gibt, föderberechtigte Schüler zu helfen. Aber dies knüpft auch an das, was ich bei der ersten Frage gemeint habe. Es gibt mehrere Mittel, förderberechtigte Schüler zu helfen.

4.) Eine Herausforderung für mich besteht darin, die Grenze zwischen Erzieher und Lehrer zu kennen und nicht zu überqueren. Ich habe nämlich in der Zeit während meiner Arbeit bemerkt, dass mir das Wohlbefinden der Schüler, vor allem der Schüler mit Förderbedarf, sehr zu Herzen liegt. Ich gebe Lernförderung in einer sechsten Klasse in Englisch, dabei habe ich dieselbe Klasse jede Woche und kenne somit „meine Schüler“.  Dadurch kenne ich ihre Stärken und Schwächen. Mir ist bewusst, dass sie durch ihre Sprachbarriere von den anderen missverstanden werden und dadurch Schwierigkeiten haben, soziale Kontakte zu knüpfen. Dadurch kam es manchmal zu Auseinandersetzungen, weil sie sich auch vom Humor nicht direkt verstanden haben. Deswegen sind sie nur unter sich befreundet, weil sie sich durch die gemeinsame Sprache verstehen. Im Unterricht habe ich dann versucht den anderen zu erklären, was die Schüler meinen, wenn sie einen Witz gemacht haben und die anderen Schüler dies nicht verstanden. Zu dieser Zeit habe ich mir Gedacht, wenn ich einmal Lehrerin bin, werde ich versuchen mit den Schülern, zusammen mit den Eltern darüber reden, was man unternehmen kann, um die Atmosphäre zwischen den Schülern und Schüler mit Förderbedarf zu bessern. Zudem habe ich mir überlegt, meine Freizeit dafür zu nutzen, um mit denen zu lernen, nicht sofort zu beleidigen, wenn die anderen was missverstehen. Da habe ich aber bemerkt, dass ich mich zu sehr in die Rolle des Erziehers begebe und mich distanzieren muss, für mein eigenes Wohl. Denn letztendlich sind Eltern die Erzieher und ich bis dahin eine Lehrerin, die neben diesen Schüler, noch andere hat. Ich könnte nur dazu beitragen, dass die Beleidigungen aufhören, in dem ich so ein Verhalten, den Eltern übermittele. Ich darf mich meiner Empathie nicht komplett hingeben, sondern eine gesunde Mitte dazwischen finden. Damit habe ich immer noch Schwierigkeiten, da ich dieser Tätigkeit weiterhin ausübe. Ich  werde dies aber im Laufe des Studiums bessern können.

Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in Gymnasium und Oberschule

  1. Jeder SuS ist unterschiedlich aufgewachsen, und hat sprachlich somit andere Grundvoraussetzungen. Jemand, der zum Beispiel in Deutschland aufgewachsen ist und zusätzlich zu Hause eine andere Sprache spricht, ist anders aufgewachsen, als jemand dessen Muttersprache deutsch ist. Es könnte sein, dass der Muttersprachler einen Vorteil im Deutschunterricht hat, gegenüber dem der kein Muttersprachler ist. Zudem gibt es SuS, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, sondern später nach Deutschland gezogen sind. Die haben wiederum gar keine Deutschkenntnisse, weil sie weder damit aufgewachsen sind, noch vorher mit der deutschen Sprache Berührungen hatten.  Trotz dieser möglichen Unterschiede, ist es meiner Meinung nach die Aufgabe des Lehrers oder der Lehrer, die Schüler so gut wie möglich auf demselben Stand zu bringen. Dies erscheint als eine große Herausforderung einiger Lehrer, da zum Teil enorme Sprach Defizite zwischen einigen SuS bestehen, doch dann liegt es in ihrer Hand, den Schülern mit ausreichenden Material zu versorgen und ihre verbesserten Leistungen zu loben, um die Motivation zu steigern. Denn wenn die Motivation und Lernfähigkeit ausreichend da ist, ist es kein Problem Schüler mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen an Gymnasien und Oberschulen aufzunehmen.
  2. Während meiner Praxiserfahrung habe ich miterlebt, dass Schüler, die vorher IVK- Schüler waren, nachdem sich ihre Sprachkenntnisse so gebessert haben, dass sie in regulären Klassen inkludiert worden, eine zusätzlichen Pädagogen hatten. Sie war jedoch auch nur eine Studentin, die den bei Texten half, die sie nicht verstanden. So stellte sich mir die Frage, ob sie dafür qualifiziert genug sei, da Deutschkenntnisse doch von bedeutender Wichtigkeit sind, vor allem für die zukünftige Berufswahl.
  3.  Mit dem Hintergrund ist es für mich, als zukünftige Lehrerin von außerordentlicher Wichtigkeit, dass Schüler, die Bedarf an zusätzlicher Lehrkraft haben, diese ihnen anbiete, die durch die Schulleitung gewährleistet werden müssen. Vor allem, weil ich Deutsch nicht zu hause primär gelernt habe und somit Deutsch nicht meine Muttersprache ist, weiß ich, dass Schüler unterschiedliche Aufgaben benötigen, weil sie unterschiedlich aufgewachsen sind. Zudem sollte man, vor allem bei den jüngeren Schülern, immer versuchen, die Motivation der Schüler beizubehalten, indem man ihre Verbesserungen hervorhebt, als dass man ihre Fehler hervorhebt. Es macht einen großen Unterschied wenn der lehrer dem Schüler sagt; “ letztes mal hast du in diesem Bereich viele Fehler gehabt, nun hast du da keine mehr, was schon mal ein ziemlich guter Fortschritt ist“ als wenn er dies sagt; “ Dies ist der einzige Bereich in dem du dich verbessert hast, du musst dich noch hier, hier und da verbessern, damit …“. Wenn man das so wie in der zweiten Variante macht, zweifelt der Schüler an seinem Können und wird unmotiviert, da er denkt, dass er immer noch so viele Fehler hat und er sie nie verbessern kann.
  4. Zunächst einmal muss die Mehrsprachigkeit der Schüler von dem Lehrer anerkannt werden. Diese kann er dann geschickt in den Unterricht miteinbeziehen, dies würde auch von den Schülern gut aufgenommen werden, wenn man Interesse an ihrer Muttersprache zeigt und dies sogar im Unterricht erwähnt. Daraufhin könnte man sogar Eselsbrücken erstellen, da in vielen Sprachen, wie zum Beispiel indogermanischen Sprachen sich einige Wörter ähneln, da sie diese von anderen ebenfalls indogermanischen Sprachen aufgenommen haben. Zum Schluss würde man dann die Fachsprache für die bestimmten Wörter erklären und dann anwenden.

 

 

Vorstellungen und politisches Bewusstsein als Ausgangspunkt sozialwissenschaftlichen Lernens

1. Mit „doppelter Heterogenität“ sind die unterschiedlichen Auffassungen bestimmter Begriffe, seitens der SuS und der LuL gemeint. Aufgrund unterschiedlicher Faktoren wie Erfahrung und Herkunft, bilden sich die Begriffe verschieden für jedes Individuum. Begriffe können, sowohl mit Kontext, als auch ohne daher verschieden von den SuS wahrgenommen werden. Hierbei ist es nun von Bedeutung, dass der Lehrer diese Begriffe deutlich erläutert, wie zum Beispiel im Englisch Unterricht. Wenn eine Lektüre gelesen wird, das von Shakespear verfasst worden ist, ist es zu erwarten, dass einige SuS Schwierigkeiten mit der Interpretation einzelner Begriffe haben, da das Werk in einer anderen Epoche verfasst worden ist und daher Wörter verwendet werden, die heute nicht mehr zum Sprachgebrauch gehören. Deswegen ist es wichtig, dass der Lehrer die Epoche vorher, um das Verständnis der Schüler zu verbessern, erläutert.

2. Zunächst einmal können die Schüler, durch die selbstreflektierende Begegnung, in Einzelarbeit aufschreiben, wie sie bestimmte Begriffe im Kontext interpretieren. Daraufhin können sie während der kommunikativen Begegnung in Partnerarbeit ihre Ergebnisse miteinander vergleichen und ergänzen. Anschließend können sie ihre Ergebnisse mündlich wiedergeben und der Lehrer kann ihnen eine schriftliche Interpretation als mögliche Lösung geben. Dies werden sie durchlesen, mit ihren Ergebnissen vergleichen und ergänzen, womit auch die differenzierenden Begegnung abgedeckt wird.

3. Bezieht der Lehrer die Interpretationen der Schüler mit ein oder geht er vornherein davon aus, dass die Ergebnisse falsch wären und beginnt direkt mit der differenzierenden Begegnung?

Achtet der Lehrer darauf, dass alle Schüler am Ende der Aufgabe keine Schwierigkeiten mehr mit den Begrifflichkeiten haben?

Verfügt der Lehrer über ein gesundes Misstrauen und fragt Schüler, ohne die mündliche Note in Betracht zu ziehen, ob sie es wirklich verstanden haben?

– Erwähnt er auch, dass er die Note nicht in Betracht zieht, sondern ausschließlich daran interresiert ist, ob sie das verstanden haben.

Auf dem Weg zu einer Schule für alle

1. Durch die Aussonderung von S und S mit Förderungsbedarf können Mängel an den Sozialkompetenzen entstehen. Da eine räumliche Trennung des Unterrichts stattfindet, lernen Kinder mit Förderbedarf nicht, mit den anderen S und S zu interagieren. Sie werden nicht lernen, langanhaltende Freundschaften zu schließen, welches essentiell für die Entwicklung ist, denn ohne tiefgründige Bindungen mit gleichaltrigen kann man sich nicht erfolgreich entwickeln. Dies könnte man aus dem Weg gehen, indem man sie nicht von den anderen isolieren würde.

2. Einige S und S benötigen für bestimmte Aufgaben etwas länger als andere. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass sie eine Lernschwäche haben und dadurch beeinträchtigt sind. Es gibt bestimmte Schwerpunkte in denen sie Schwächen, aus verschiedene Gründen aufweisen. In diesen Schwerpunkten besteht dann Förderbedarf, die den S und S angeboten werden müssen. Nun müssen die jeweiligen Schüler indidviduell betrachtet werden, um auf individuelle Schwächen einzugehen, damit sie gerecht behandelt werden. Selbst wenn mehrere S und S dieselben Schwächen haben, sind sie dennoch unterschiedlich ausgeprägt, was dazu führen könnte, dass sie unterschiedliche Geschwindigkeiten haben. Daher muss man auf jeden einzelnen eingehen.

3. Auch hier ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, auf das Individuum einzugehen und sie vor allen nicht von den anderen S und S zu isolieren. Verbündete wie Sonderpädagogen oder Eltern sind dabei nicht ausschließend. Da Sonderpädagogen für die individuelle Förderung benötigt werden und man sich mit den Eltern untereinander aussprechen muss, welche Ziele sie sich für ihr Kind gesetzt haben.

4. Zunächst einmal war dies ein Fortschritt, weil man sich um Schüler mit Förderungsbedarf gekümmert hat. Vorher war es so, dass man sie als „unfähig“ abgestempelt hat und man sich nicht um sie gekümmert hat. Auch wenn dies nicht vorteilhaft für die Entwicklung der Sozialkkompetenz der Schüler war.

RV06 Meint Inklusion wirklich alle?

1. Die zentral theoretischen Aspekte waren für mich die Erklärung einzelner Begriffe, die von Bedeutung sind. Mit Exklusion ist die Abgrenzung von Kindern gemeint, die aufgrund ihrer Einschränkungen exkludiert werden. Diese werden dann von den anderen Schülern segregiert, in dem sie andere Bildungseinrichtungen wie Sonderschulen besuchen. Schüler mit Behinderungen können in Regelschulen integriert werden, mithilfe von Sonderpädagogen, womit sie die Integration befasst. Die Inklusion ist die optimale Form der Integration, dabei besuchen alle Schüler mit Behinderungen Regelschulen mit Sonderpädagogen und werden in den normalen Klassen inkludiert.

2a.  Während meiner Schulzeit habe ich leider nicht mitbekommen, dass Schüler mit Behinderungen in unserer Schule inkludiert worden sind. Dafür habe ich während meiner Arbeit als eine Lernförderung viele Erfahrungen gesammelt. Schüler, die „Lernschwäche“ haben oder geflüchtete Schüler werden in der Schule, wo ich als eine Lernförderung arbeite, in bestimmten Fächer wie Englisch, separat unterrichtet. In anderen Fächer wie Mathe oder Naturwissenschaften werden sie in den gewohnten Klassen inkludiert.

2b. An der Schule in der ich arbeite begegnen viele Lehrkräfte diese Herausforderungen positiv, allerdings ist dies auch eine Gesamtschule und kein Gymansium, weshalb ich finde, dass das vom Individuum abhängig gemacht werden muss. Denn nicht alle Schüler mit Behinderungen können gleich kategorisiert werden. Ein Schüler mit physischen Behinderungen könnte auf einem Gymnasium angenommen werden, da der Schüler körperlich beeinträchtigt ist, wohingegen Schüler mit mentalen Beeinträchtigungen nicht mit den Herausforderungen zurecht kommen könnten.

2c. Zunächst einmal müssen Bildungseinrichtungen freundlicher für Schüler mit körperlichen Einschränkungen gestaltet werden, wofür erstmal gezahlt werden muss. Dies kann als eine Herausforderung der Bildungseinrichtungen gesehen werden. Zu dem müssen mehr Sonderpädagogen in Schulen aufgenommen werden, damit keine Schüler auf irgendeiner Art vernachlässigt werden. Wenn dies erfolgreich eingeführt wird, dann würden Schüler mit Behinderungen in Zukunft viel bessere Berufsaufsichten haben, da sie nicht in Sonderschulen segregiert worden sind und so die Wahrscheinlichkeit sinkt, vom Arbeitgeber als „behindert“ abgestempelt zu werden.

3. Eine Beobachtungsaufgabe wäre für mich, zu sehen, ob alle inkludierte Schüler ausreichend gefördert werden und ob genug Sonderpädagogen angeboten werden. Zudem stellt sich mir die Frage, ob andere Schüler auch davon profitieren oder ob sie eher vernachlässigt werden.

Individualisierung von Unterricht als schulpädagogische Antwort auf Leistungsheterogenität

  1. Die wichtigsten Aspekte waren für mich, dass es unterschiedliche Unterrichtsformate gibt, die der Lehrer im Unterricht einsetzt, um die S und S so gut wie möglich zu fördern. Zum einen gibt es den individualisierten Unterricht, bei der jeder S und S individuell unterstützt wird, da alle S und S individuelle Schwierigkeiten haben und sie daher unterschiedlich gefördert werden müssen. Deshalb geht man bei diesem Unterrichtsformat auf die Heterogenität ein. Daher ist dies meiner Meinung nach der wichtigste Unterrichstformat, welcher vor allem in der heutigen Zeit, wo immer mehr Wert auf Inklusion gelegt wird,  häufiger angewendet werden sollte. Zum anderen gibt es den Frontalunterricht, wobei jeder im Unterricht dieselbe Förderung bekommt, da dieser auf mündlicher Basis stattfindet. Man geht hierbei nicht auf das Individuum ein, sondern homogenisiert die S und S. Dies ist der Unterrichtsformat, das über Jahre ausschließlich angewendet wurde, weshalb das Schulsystem unbedingt verändert werden sollte. Beide dieser Unterrichtsformate haben sowohl Vorteile, als auch Nachteile, wie das Beispiel von Tarkan und Nele gut hervorbringt.
  2. Aus diesem Beispiel kann man nämlich die Nachteile des individualisierenden Unterrichts deutlich erkennen. Da Tarkan mehr Föderung benötigt, verbringt die lehrerin mehr Zeit mit ihm. Damit vernachlässigt sie unbeabsichtigt die anderen Schüler, wie Nele, die leistungsstärker sind. Dies stellt für mich den einzigen Nachteil des individualisierenden Unterrichts dar, denn die individuelle Unterstütztung aller Schüler, bedarf an mehr Lehrer und Pädagogen, damit auch jeder Schüler die benötigte Aufmerksamkeit der Lehrer bekommt. Zudem werden in den heutigen Schulen, zumindest war es in meiner Schule so, zu wenig auf die sozialen Problemen der Schüler  eingegangen. Mehr Pädagogen könnten auch hierbei einer hilfende Instanz sein.
  3. 1. Frage: Werden durch individualisierenden Unterricht, alle Schüler gefördert, obwohl        ihnen nur eine Lehrkraft zur Verfügung steht?

2. Frage: Können aufgrund von mangelnder Aufmerksamkeit der Lehrkraft, die                           Leistungsstärkeren S und S, trotz unterschiedlicher Aufgaben, unterfordert werden?

3. Frage: Wird die Lernatmosphäre durch individuelle Arbeit von den S und S                               beeinträchtigt?

– Wenn ja, warum?

Gesellschaftliche Veränderungen und die Reaktion der Schule

  1. Mit „nationale Orientierung des Bildungssystems“ ist die Struktur von Schule gemeint, die von der Gesellschaft als angemessen betrachtet wird. Dies hängt unter anderem mit dem Alter zusammen, von einen zwölf  oder dreizehn jährigen Schüler wird zum Beispiel erwartet, dass er mindestens die sechste Klasse besucht. Dabei spielt Heterogenität wenig oder gar keine Rolle, da Schüler, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, unter diesem System keinen erfolgreichen Schulabschluss erzielen können, weil sie nicht die benötigte Hilfe angeboten bekommen. Zum Beispiel wurde ich in einer sechsten Klasse als eine Lernförderung eingestellt, weil einige Schüler im Unterricht nicht mitgekommen sind. Seitdem sie Unterstützung bekommen, haben sie viel bessere Noten geschrieben und die betroffenen Schüler waren auch zufrieden mit ihrer Leistung und sich. Daraus kann man schließen, dass ein national orientiertes Bildungssystem unvorteilhaft für viele der Schüler ist, vor allem in der heutigen Zeit, wo immer mehr Schulen, Kinder aus neu zugewanderten Familien aufnehmen. Außerdem beinhaltet das national orientierte Bildungssystem eurozentrische Themen, zum Beispiel haben wir in der Schule ausschließlich deutsche und europäische Geschichte durchgenommen. In Deutsch haben wir nur deutsche Dichter behandelt. In Biologie haben wir uns zunächst hauptsächlich mit Bäumen befasst, die in Deutschland häufig vorkommen.
  2. Da ich selbst mit einem Migrationshintergrund in Deutschland aufgewachsen bin, ist mir während der Schulzeit schon aufgefallen, dass neu zugewanderten Schüler keine oder nur wenig Unterstützung angeboten wurde. Lehrer haben häufig nur die Bemerkung gegeben, dass die „nun mal einbisschen mehr lernen müssen“. Erst später, als immer mehr Schüler aufgenommen wurden, hat man bemerkt, dass sie mehr Unterstützung bräuchten. Man hat IVK Klassen gebildet, damit Schüler ihre individuellen Sprachbarrieren auflösen. Daher habe ich mir schon zu der Zeit Gedanken dazu gemacht und deswegen hat die Vorlesung für mich keine neuen Perspektiven eröffnet, sie hat sie eher berreichert mit Fakten und Zahlen. Aus dem öffentlichen Diskurs höre ich hauptsächlich stereotypische Vorfälle und auch Sprachbarrieren.
  3. Der Fall Birgül ist ein gutes Beispiel für stereotypisches Denken. Aufgrund ihres „türkischen“ Aussehens hat die Lehrerin angenommen, dass sie unter dem Einfluss der türkischen kultur aufgewachen sei. Genau damit befasst sich Doing-Culture, man wird wegen stereotypischen Vorstellungen klassifiziert. Dabei wird das Individuum, als ein Kollektiv gesehen und dementsprechend verallgemeinert. Birgül ist aber in Deutschland aufgewachsen und identifiziert sich nicht als Türkin, sie weiß gar nicht, wie sie sind und darüber denken. Sie sagt von sich aus, dass sie weder deutsch, noch türkisch denkt, also fühlt sie sich keiner Kultur zugehörigkeit. Daher denke sie eher europäisch.

1. Vorlesung

  1. Zunächst einmal ist es wichtig, definieren zu können, was Heterogenität ist. Hierbei spielt die Vielfalt der Schüler in einer Gemeinschaft, nämlich in der Schule, eine wichtige Rolle, denn nicht jeder Schüler ist gleich. Sie unterscheiden sich, so wie alle Menschen, in; Aussehen, Herkunft, Hautfarbe, Religion, körperlichen und geistigen Zustands und Sexualität. Deswegen muss jeder unterschiedlich und vor allem in ihrer Situation gerecht behandelt werden. Da kommt es häufig vor, dass man auf unterschiedliche Mitteln zurückgreift, um auch Schüler, die zum Beispiel körperlich behindert sind, zu unterstützen. Dies stellt sich doch meist als eine Herausforderung für Pädagogen wie Lehrer heraus. Die Vielfalt der Schüler ist groß und  man kann sie nicht “kategorisieren”, weil sich die Situation jedes einzelnen Schülers voneinander unterscheidet. Das heißt, dass man nicht mehr auf traditionelle Mittel zurückgreifen kann, weil man Schüler nicht kategorisieren kann. Daraus kann man schließen, dass man auf die individuellen Probleme des einzelnen Schülers eingehen muss, um eine in ihrer Lage angepasste, gerechte Umwelt anzubieten. Um auf die Probleme der Schüler eingehen zu können, müssen Lehrer aufgeschlossen sein und Interesse an den Problemen der Schüler zeigen. Zudem müssen sie, wenn auf diese eingegangen sind, Geduld und Engangement zeigen. Da dies zeit aufwendig ist und Geduld braucht, stellt dies eine Herauforderung für Lehrer dar, die sie aber um eine Chancengleichheit zu erhalten, überwältigen müssen.

 

  1. Heterogenität ist ein Zustand, der sich stetig durch soziale Einflüsse ändert, gleichzeitig verändert sie aber auch die Gesellschaft. Sowohl die Gesellschaft, als auch die Heterogenität werden konstruiert, daher wird von einem Konstrucktionscharakter gesprochen.   

 

  1. Von meiner Schulzeit habe ich größtenteils negative Erfahrungen, die auch mich persönlich trafen. Doch ein noch schlimmeres Ereignis  habe ich miterlebt, als ich an der Schule, in der ich mein Abitur gemacht habe, Lernförderung gegeben habe. Bei der Lernförderung gehe ich mit 7 Kindern aus der 6 Klasse in ein separates Zimmer, wo ich denselben Stoff bearbeite, den die anderen Schüler auch bearbeiten, nur in einem langsameren Tempo. Vier meiner Schüler sind Migranten und die anderen drei Geflüchtete, die mittlerweile keine IVK Schüler mehr sind.

Vor circa einem Monat fing ich, wie gewohnt, mit der ersten Stunde an, plötzlich stand einer meiner Schüler auf, dessen Familie vor ungefähr 2 Jahren aus Aleppo geflüchtet ist, auf und hat sich auf einem Tisch gesetzt, der weit hinten stand.

Er fing dabei an, in Tränen auszubrechen, woraufhin ich auf ihn zuging und fragte, was los ist. Er konnte mir keine Antwort geben, weshalb ich die anderen fragte. Sein bester Freund, dessen Familie ebenfalls aus Aleppo geflüchtet ist, erzählte mir, dass ein Junge aus den älteren Jahrgängen ihn angefasst hätte. Danach ging ich mit dem betroffenen aus dem Zimmer, damit er mir nochmal alles ausführlich erzählen konnte. Ein Junge aus der zehnten Klasse wollte ihn in der Pause hänseln und hat ihn mehrmals an sein Genital gepackt und gegen die Wand geschubst. Er meinte zu seinem Angreifer, dass er nicht schwul sei, doch er fand das nur amüsant. Der betroffene versuchte sich zu wehren, aber vergeblich. Am ende der Pause kam die Pausenaufsicht, beziehungsweise ein Lehrer, der meinte, dass dies nur ein Scherz gewesen sei.

Ich nahm ihn in den Klassenraum mit und fragte seine Klassenlehrerin, ob sie raus kommen könnte und habe ihr die Situation ausführlich mit ihm geschildert. Was sie anschließend dazu zu sagen hatte war,  “ Ja… das Schwul-sein ist ja an sich kein Problem…”.

Das war in der Situation gar nicht Thema, sondern sexuelle Belästigung, die nur nicht ernst genommen wurde, vor allem als erfahrene Lehrerin sollte man solche Situationen ernst nehmen.

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