Abschlussreflexion

1.) Zu den zentral theoretischen Erkenntnissen der Vorträge der Ringvorlesung, zählen unter anderen für mich die, aus der zweiten Vorlesung. Dabei handelte es sich um Migration und dessen Einwirkungen in der Schule und Gesellschaft. Da ich selbst ein Migrationshintergrund habe, sind mir viele der Aspekte, die genannt worden sind, vertraut gewesen. Wie zum Beispiel das stereotypische Denken der Lehrpersonen in der Schule. Während meiner Schulzeit habe ich wiederholt zu hören bekommen, dass Schüler mit Migrationshintergrund in den sprachlichen Fächer wie Englisch und Deutsch, schriftlich schlechter wären, als Schüler mit keinem. Die hatte zu folge die Konsequenz, dass die jeweilige Lehrperson, Schüler mit Migrationshintergrund ständig schriftlich, schlechter bewertete. Dies ist im Vergleich zu anderen Beispielen, noch ein harmloses. Daher hat mich das nicht sehr überrascht, als ich gelesen habe, dass die Schulbücher mit der Differenzierung der Begrifflichkeiten banal umgehen. Allerdings haben mich die Fakten überrascht, dass jeder dritte Minderjährige einen Migrationshintergrund hat. Ich wusste, dass es mittlerweile viele Menschen mit Migrationshintergrund gibt aber, dass es so viele sind war für mich erstaunlich. Bezüglich meines Faches Englisch kann ich nur darauf hinweisen, dass die Fähigkeiten, Englisch zu lernen ausschließlich an das Individuum selbst liegt. Faktoren wie Migrationshintergrund, religiöse Hintergründe, Hautfarbe, Sexualität und weiteres, haben keinen Einfluss darauf, wie gut man diese Sprache beherrscht. Es liegt einzig und allein daran, welche Ziele man hat und wie groß die Lernbereitschaft und Ehrgeiz ist. Deswegen sollten die Lehrpersonen meiner Meinung nach niemals nach den genannten Faktoren bewerten. In Religionswissenschaften, welches mein zweites Fach ist, haben diese Faktoren nach meiner Ansicht keinen großen Einfluss, da ich keine negativen Erfahrungen während meiner Schulzeit und des Studiums erlebt oder mitbekommen habe.

 

Neben dem erwähnten, habe ich zusätzliche grundlegende erziehungswissensschaftliche Erkenntnisse erworben wie die Vorlesung „Meint Inklusion wirklich alle?“ von Dr. Eileen Schwarzenberg. Inklusion hängt mit der Migration zusammen, da man Schüler, die kürzlich in Deutschland leben, in den Unterricht inkludiert. Durch diese Veränderungen in der Organisation und im Unterricht, entstehen Herausforderungen für Lehrer, die seit langem ihr Beruf ausüben und das, was gelernt haben umzustrukturieren. Allerdings sollte man dies auch als Chance sehen, um sich weiter zu bilden und Kinder, die man bisher exkludiert hat, erfolgreich zu inkludieren.

Dies geht Hand in Hand mit der Vorlesung, die darauffolgt, nämlich der Vorlesung „Auf dem Weg zu einer Schule für alle“ von Prof. Dr. Frank J. Müller. Hierbei haben wir nämlich mit den Konsequenzen beschäftigt, die entstehen können, wenn man Schüler mit Förderbedarf aus dem regulären Unterricht exkludiert. Natürlich benötigen die jeweiligen Schüler Förderbedarf innerhalb des Unterrichts, (gegeben falls auch außerhalb), durch Sonderpädagogen. An all dies habe ich mir vorher keine Gedanken gemacht, doch durch diese Vorlesungen habe ich Denkanstöße gehabt und mir durch die Fragen, mit denen wir uns beschäftigen haben, weitere Gedanken darum gemacht.

 

3.) Hieran würde ich an Aufgabe 1.) verknüpfen. Mein Interesse an Inklusive Pädagogik hat sich seit der Vorlesung von Dr. Eileen Schwarzenberg gesteigert und daher würde ich gerne über bestimmte Dinge mehr herausfinden. Zum Beispiel wie man denn dafür sorgen kann, dass Schüler mit Förderbedarf erfolgreich inkludiert werden. Dies wäre für mich die zentrale Frage. Mir ist bewusst, dass die Antwort oder Antworten vielfältig sind und es keine einzige klare Antwort gibt, die alle Bereiche abdeckt und „richtig“ ist. Denn jedes Individuum ist unterschiedlich und reagiert somit anders auf unterschiedliche Verfahrensweise, die von den vielen Pädagogen entwickelt werden. Mit der einen Methode kommt der eine besser zurecht, während der andere mit der anderen Methode besser zurechtkommt.

Zudem interessiert mich, wie man in den einzelnen Schulen, interne Entscheidungen trifft, wie man mit Schülern umgeht, die kürzlich in Deutschland leben. Da jede Schule unterschiedlich bewertet, wann ein Schüler, der vorher in einer IVK Klasse war, dann zu einer regulären Klasse wechselt. Ich arbeite neben meinem Studium auf der Schule, wo ich mein Abitur gemacht habe und bekomme mit, dass es da unterschiedliche Mittel gibt, föderberechtigte Schüler zu helfen. Aber dies knüpft auch an das, was ich bei der ersten Frage gemeint habe. Es gibt mehrere Mittel, förderberechtigte Schüler zu helfen.

4.) Eine Herausforderung für mich besteht darin, die Grenze zwischen Erzieher und Lehrer zu kennen und nicht zu überqueren. Ich habe nämlich in der Zeit während meiner Arbeit bemerkt, dass mir das Wohlbefinden der Schüler, vor allem der Schüler mit Förderbedarf, sehr zu Herzen liegt. Ich gebe Lernförderung in einer sechsten Klasse in Englisch, dabei habe ich dieselbe Klasse jede Woche und kenne somit „meine Schüler“.  Dadurch kenne ich ihre Stärken und Schwächen. Mir ist bewusst, dass sie durch ihre Sprachbarriere von den anderen missverstanden werden und dadurch Schwierigkeiten haben, soziale Kontakte zu knüpfen. Dadurch kam es manchmal zu Auseinandersetzungen, weil sie sich auch vom Humor nicht direkt verstanden haben. Deswegen sind sie nur unter sich befreundet, weil sie sich durch die gemeinsame Sprache verstehen. Im Unterricht habe ich dann versucht den anderen zu erklären, was die Schüler meinen, wenn sie einen Witz gemacht haben und die anderen Schüler dies nicht verstanden. Zu dieser Zeit habe ich mir Gedacht, wenn ich einmal Lehrerin bin, werde ich versuchen mit den Schülern, zusammen mit den Eltern darüber reden, was man unternehmen kann, um die Atmosphäre zwischen den Schülern und Schüler mit Förderbedarf zu bessern. Zudem habe ich mir überlegt, meine Freizeit dafür zu nutzen, um mit denen zu lernen, nicht sofort zu beleidigen, wenn die anderen was missverstehen. Da habe ich aber bemerkt, dass ich mich zu sehr in die Rolle des Erziehers begebe und mich distanzieren muss, für mein eigenes Wohl. Denn letztendlich sind Eltern die Erzieher und ich bis dahin eine Lehrerin, die neben diesen Schüler, noch andere hat. Ich könnte nur dazu beitragen, dass die Beleidigungen aufhören, in dem ich so ein Verhalten, den Eltern übermittele. Ich darf mich meiner Empathie nicht komplett hingeben, sondern eine gesunde Mitte dazwischen finden. Damit habe ich immer noch Schwierigkeiten, da ich dieser Tätigkeit weiterhin ausübe. Ich  werde dies aber im Laufe des Studiums bessern können.

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