Autor: lea.online Redaktionsteam

Hier schreibt das Lea.Online Redaktionsteam über Neuigkeiten und Ereignisse rund im das Lea.Online Projekt.

„Lernen mit und über Medien in einer digitalen Welt“ – globale Themen per Liveübertragung an die PH Weingarten #phweingartenfragt

-ein Rückblick

Die PH Weingarten hat gemeinsam mit der PH Zürich und mit Unterstützung der Internationalen Bodenseehochschule die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) der Sektion Medienpädagogik ausgerichtet. Die Tagung fand an der PH Zürich vom 26.9.-27.9.2019 statt. Der Haupttrack wurde an die PH Weingarten übertragen. Die Teilnehmer der Tagung konnten das Geschehen über einen großen Monitor im Institut für Bildungsconsulting verfolgen.

Dank Twitter-Wall und Liveübertragung konnten sich auch die Teilnehmenden in Weingarten aktiv beteiligen! Hier in Weingarten hat einer unserer studentischen Hilfskräfte alle Fragen gesammelt. Was liegt nun näher für die Fragen und den Inhalt der Tagung den Stil des twitterns zu nutzen?

PHWG Medienpädagogik HIWI berichtet #phweingartenfragt

  PHWG Medienpädagogik HIWI berichtet:
@PhwgH #DGfE_MP #phweingartenfragt via Twitter zur DGfE Tagung der Sektion Medienpädagogik nach Zürich

Zur diesjährigen DGfE Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik eröffnete sich nicht nur manch einer der Teilnehmenden hier in Weingarten extra einen Twitter Account, sondern auch wir. Eigens für die Tagung wurde also ein Twitter-Account eingerichtet.  Gefühlt war das Fragen stellen über die Twitter-Wall – beinahe in Echtzeit – sehr interessant und ein toller, innovativer Lösungsansatz, um die Distanz zu überbrücken.
Die Fragen und Inhalte der Tagung ließen einen Einblick in aktuelle Trends der Medienpädagogik zu. Der PHWG Medienpädagogik HIWI stellt hier nun inhaltliche Fragen an die Teilnehmenden der Tagung hier in Weingarten.

  PHWG Medienpädagogik HIWI #phweingartenfragt Tagungsteilnehmende in Weingarten:
Welche Fähigkeiten braucht es um in einer digitalen Welt teilzuhaben?

Die Antwort auf diese Frage findet sich möglicherweise im Keynote-Vortrag von Michael Kerres, der die Bildung in der digitalen Welt behandelt. Jedoch weniger den Fokus auf Medien für die Bildungsarbeit legt. Viel eher ist für eine Antwort relevant zu fragen: „Wie wollen wir Schule mit Medien gestalten?“
Die Durchdringung des Digitalen ist allgegenwärtig, somit bleibt als Schlussfolgerung, dass in einer digitalen Welt keine Alternative zum Zugang zu Wissen besteht, als den Zugang durch Medien.

Die Teilnehmenden in Weingarten waren sich einig darüber, dass der Vortrag von Michael Kerres ein Highlight war. Insbesondere regten seine Positionen zum Weiterdenken und zur Diskussion an. Ideen und Fragen schlossen sich an, wie beispielsweise Kreativität im Unterricht umgesetzt werden könne und wie Werkstattunterricht und MakerSpaces im Bezug dazu stehen. Anschließende Vorträge zur Digitalisierung von Lehrmitteln wie zum Beispiel book creator, der Einsatz von Agumed Reality zur Reflexion von Unterricht oder Virtual Reality Brillen zur inhaltlichen Erfahrbarkeit spezieller Themen im Unterricht, gaben einen sehr praxisbezogenen Einblick in die Gestaltung und Zukunft des Unterrichtens. Damit konnte ein Blick ermöglicht werden wie die Schule in Zukunft möglich sein könnte. Trotz aller digitaler Medien brauchen wir den Menschen als zentrale Verknüpfung zum Wissen.Final wurde der Wissenszuwachs über die Medienpädagogik und ihre Diskurse als bereicherndes Resümee festgehalten.

  PHWG Medienpädagogik HIWI #phweingartenfragt Tagungsteilnehmende in Weingarten:
Welche Inhalte haben zukünftige Lehrer*innen von der Herbsttagung mitgenommen und was bedeutet das für die Ausübung ihres Berufes?

Die Frage beantworten zwei Lehramtsstudierende, die auch Teilnehmende der Tagung waren:

TN1: Durch die Tagung wurde mir, als Lehramtsstudiernde, zum ersten Mal so richtig bewusst, wie vielseitig die Digitalisierung ist und sein kann. Obwohl ich ein Millennial bin, habe ich beispielsweise mit VR-Brillen im Unterricht nicht gerechnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass es für jeden wichtig ist, sich zu informieren. Denn nur, wenn man auf dem neusten Stand ist, kann man sich über seine Möglichkeiten bewusst sein.

Die Rolle der Lehrer*innen wird sich in Zukunft in einigen Bereichen verändern. Die Digitalisierung hat Einfluss auf die Methoden und Mittel im Unterricht. Die pädagogische Rolle der Lehrperson hingegen bleibt trotz der Digitalisierung immer bestehen. Denn die Aufgabe der Lehrperson kann von keiner App, VR-Brille oder Roboter übernommen werden und ist somit unersetzlich.

TN2: Auch ich als Student des Lehramts kann zu den Inhalten der Vorträge nur wiederholen, dass ich das Maschinen lernen unfassbar interessant fand. Auf die gleiche oder relativ ähnliche Art lernen Kinder oder allgemein gesagt Menschen. Wir haben eine Erwartung die wir erreichen möchten bekommen aber ständig andere Werte. Zum Beispiel die Erwartung für einen Wert von 16. Maschine antwortet 4…8…12…14…16. Aus Fehlern lernt man ob man eine Maschine oder ein Lebewesen ist- und das fand ich mega interessant und lehrreich.

Auf die zukünftige Rolle als Lehrer finde ich digitale Medien eine große Stütze und gute Möglichkeit Informationen schnell und einfach an Schüler*innen zu leiten. Ob sie diese aufnehmen ist natürlich eine andere Frage, aber ich finde die Möglichkeit sehr gut Hausaufgaben, Aufgaben allgemein oder Texte online den Schülern per Facebook- Gruppe oder sonstigen Plattformen zur Verfügung zu stellen.

Vielen Dank an die beiden Lehramtsstudierenden für ihre Einblicke in die Inhalte der Tagung und den Blick in ihre berufliche Zukunft!

  PHWG Medienpädagogik HIWI #phweingartenfragt Tagungsteilnehmende in Weingarten:
Wie kann man die Medienkompetenz von Lehrpersonal messen?

Im englischsprachigen Raum hat sich das TPACK-Modell (Technological, Pedagogical and Content Knowledge) als technologiebezogenes Kompetenzmodell für Lehrpersonen etabliert. Dieses Modell wurde durch Mirjam Schmid und Dominik Petko von der Universität Zürich vorgestellt und zeigte auf, dass nicht mehr nur Fachwissen zu den schulischen Lerninhalten, ein pädagogisches Wissen und fachdidaktisches Wissen genügen. Es benötigt auch ein technologiebezogenes Wissen. Die Referent*innen erklären damit, dass eine technologiebezogene Kompetenz auch Wissen um die Implikation von technologischem Wandel für schulische Lerninhalte umfasst. Dabei hilft dieses Modell Lehrkräften ihre technologischen Kompetenzen einzuschätzen und fachdidaktischen Ansätze unter anderem auf Kreativität hin zu reflektieren.

PHWG Medienpädagogik HIWI #phweingartenfragt Tagungsteilnehmende in Weingarten

Unser Fazit aus Weingarten:

Die Themen der Tagung das „Lernen mit und über Medien in einer digitalen Welt“ zeigten ein umfassendes Bild von den Gelingensbedingungen des Lernens mit digitalen Medien. Zum einen der verantwortungsvollen Aufgaben zukünftiger Lehrer*innen den Kindern zu ermöglichen sich Wissen anzueignen und zu verarbeiten, sowie zur Gestaltung didaktischer Möglichkeiten mit Medien.

Als abschließende Aussage sei die Sichtweise von Prof. Arjen Wals, einem Forscher zu Transformative Learning for Socio-Ecological Sustainability, interessant und angebracht. Sein Vortrag wurde auf der ECER 2019 in Hamburg gehalten. Im Allgemeinen werden seine Worte als passendes Geleit in die zukünftige medienpädagogische Entwicklung empfunden.

So the biggest challenge for education is to reorientate itself, towards people and the planet. And to find new ways of teaching and learning and capacity building, that will make it more possible for people to live more likely on the planet and more equitably and more healthy on this planet.“

Das Zitat des Nachhaltigkeitsforschers Prof. Arjen Wals, auf welche Zukunft das Bildungssystem junge Menschen vorbereiten sollte, ist für das Thema dieser medienpädagogischen Tagung ebenso relevant. Bildung, die globale Zusammenhänge beachtet, bedenkt und Teilhabe ermöglicht ist für eine zukünftige digitale Welt unerlässlich. Das „Lernen mit und über Medien in einer digitalen Welt“ ist somit ein Stück greifbarer geworden.

Der September war ein Monat der Tagungen!

Anfang September, vom 2.9.- 6.9.2019, fand die ECER in Hamburg unter dem Thema „Education in an Era of Risk – the Role of Educational Research for the Future“, statt. An diesem Thema haben wir uns aktiv beteiligt und ein Poster innerhalb der Poster-Sessions vorgestellt.

Inhaltlich ging es dabei um die Auswahl der für lea.online relevanten Berufsfelder und die inhaltliche Entwicklung der berufsbezogen Lernaufgaben.

Besonders bereichernd war der Austausch auf internationaler Ebene, insbesondere mit berufspädagogischen Projekten. Die Instrumente und Methoden, die in der Ausbildung und Entwicklung von berufsbezogenen Kompetenzen eingesetzt werden, waren besonders spannend. Mit Sicherheit kann lea.online von diesem Austausch profitieren!

Ende September vom 26.9.-27.9.19 endete der Tagungsmonat September mit der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) – Sektion Medienpädagogik an der PH Zürich und PH Weingarten unter dem Titel „Lernen mit und über Medien in einer digitalen Welt“. Neu war hier vor allem die Übertragung per Livestream von Zürich nach Weingarten sowie das Stellen von Fragen via Twitter. Trotz der geografischen Entfernung war Weingarten damit ganz nah in Zürich dabei. Dazu ein anderes Mal mehr!

Das lea.online-Team auf der AlphaDekade-Konferenz 2019

Unter dem Titel „Literalität und Teilhabe“ fand vom 7. bis zum 8. Mai 2019 die AlphaDekade-Konferenz in Berlin statt und natürlich war auch das lea.online-Team dabei. Auf der Konferenz wurden die schon mit Spannung erwarteten Ergebnisse der LEO-Studie 2018 – Leben mit geringer Literalität der Universität Hamburg vorgestellt.

Die Studie stellt die Lese- und Schreibkompetenzen von Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 64 Jahren dar und ist eine Fortsetzung der 2010 durchgeführten LEO – Level-One Studie. In der aktuellen Erhebung wurden insgesamt 7192 Menschen zu ihren Lese- und Schreibkompetenzen sowie zu Alltagspraktiken aus verschiedenen Lebensbereichen befragt. Im Mittelpunkt stand zum einen die Frage, ob sich der Anteil der Personen im niedrigen Kompetenzbereich im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorgängerstudie verändert hat. Zum anderen wurden durch geringe Literalität bedingte Einflussfaktoren auf die gesellschaftliche Teilhabe erfasst und diskutiert.

In der LEO-Studie 2018 werden sieben verschiedene (Lebens-)Bereiche genauer betrachtet:

  • Digitale Praktiken und Grundkompetenzen
  • Finanzbezogene Praktiken und Grundkompetenzen
  • Gesundheitsbezogene Praktiken und Grundkompetenzen
  • Politische Praktiken und Grundkompetenzen
  • Schriftbezogene Kompetenzen im Kontext von Arbeit, Familie und Alltag
  • Lese- und Schreibkompetenz im Kontext von Weiterbildung
  • Lese- und Schreibkompetenz im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit

Auf der Dekade-Konferenz wurden diese Themen in Fachforen auf Grundlage der Studienergebnisse genauer besprochen und diskutiert.

Die Vorstellung dieser Ergebnisse ist für die weitergehende Arbeit des lea.online-Teams sehr interessant und aufschlussreich. Darüber hinaus konnten die Diskussionen in den Fachforen neue Perspektiven eröffnen und bekannte Einblicke vertiefen. Impulse und Inspirationen zu neuen Aufgabenthemen für die Lernmaterialien der zu entwickelnden lea.online-App konnten z.B. durch die Erkenntnisse der Studie zu den Alltagspraktiken der Zielgruppe in den verschiedenen Lebensbereichen gewonnen werden. So wäre es u.a. denkbar, Aufgabensets zu den Themen „Umgang mit Online-Jobbörsen“, „Online Banking“ oder dem „Ausfüllen von Formularen im Krankenhaus“ zu entwickeln.

Das Team lernte weitere, interessante Projekte der AlphaDekade kennen, knüpfte neue Kontakte zu möglichen Kooperationspartnern und fuhr nach­­­ zwei Tagen intensiver Konferenzteilnahme zufrieden wieder nach Weingarten und Bremen zurück.

 

Zweites lea.online-Projekttreffen mit Scrum-Workshop

Vom 5. bis 6. März 2019 ist das lea.online Projektteam zum zweiten Mal zusammengekommen, um die konkreten Schritte zur Umsetzung der Anwendungen „otu.lea 2.0“ und der „lea.lernen“-App zu entwerfen. Die Agenda wurde dabei in einen Workshop zur Projektmanagement-Methodik Scrum eingebettet. Ziel des Workshops war es, innerhalb des Treffens zum einen die Inhalte und Schwerpunkte des agilen Projektmanagements mit Scrum näher kennenzulernen und zum anderen diese bereits während des Projekttreffens in die Planung des weiteren Projektverlaufs zu integrieren.

In einem Einführungsspiel „Ball Point Game“ wurde das Team dabei auf den neuen Arbeitsprozess (Scrum-Flow) eingestimmt. Darauf aufbauend wurden die Inhaltlichen Schwerpunkte „Product Backlog“, „User Stories“ und „Sprint Backlog“ in einer Präsentation von Projektmitarbeiterin Imke Meyer näher beleuchtet. Diese hat den Workshop im Vorfeld in Zusammenarbeit mit einem Coach aus dem Scrum-Umfeld vorbereitet und die Inhalte auf die Bedürfnisse des Projekts abgestimmt.

Der zweite Tag stand ganz im Fokus des Ausformulierens von User Stories und Anlegen der Backlogs. Neben einem ausführlichen Product Backlog wurde auch der erste Sprint bereits weitestgehend definiert. So konnten zuvor vage und wenig strukturierte Anforderungen und ToDo’s in konkrete Schritte überführt werden. Neben den Inhalten wurden somit auch der kommende Scrum-Flow festgelegt.

Absprachen und Updates zu den aktuellen Arbeitsschritten werden seit dem Projekttreffen in einem wöchentlichen Online-Meeting („Weekly“) durchgeführt. Nach den einmonatigen Sprints werden mit dem gesamten Projektteam ein „Sprint Review“ und eine „Retrospective“ vorgenommen, um die erarbeiteten Ergebnisse zu sichten und zu besprechen sowie um zu bewerten, was strukturell gut gelaufen ist und welche Mechanismen verbessert werden sollten.

Der Workshop und das Projekttreffen wurden dabei von einem „Themenspeicher“ begleitet. Dieser diente dazu, die Erwartungen und Gedanken des Teams an die eingeführte Methodik festzuhalten. Abschließend wurden die Inhalte und Ergebnisse aus dem Workshop mit dem Themenspeicher abgeglichen und im Rahmen einer Reflexion besprochen.

Das Projektteam hat während des zweitägigen Treffens sehr positive Erfahrungen beim Erstkontakt mit Scrum gemacht und ist sehr motiviert, diese Methodik fest in den Projektablauf zu integrieren.

Nach eingehender Recherche haben wir uns entschieden – das sind unsere drei Berufsfelder in lea.online.

Die berufsrelevanten Inhalte werden nun in die Lernmaterialien eingebunden, um neben den Grundbildungskompetenzen auch berufsbezogene Kompetenzen zu fördern und andererseits für diese Berufe zu sensibilisieren bzw. zu begeistern. In diesen drei vielseitigen Berufsfeldern beginnen wir nun in Zusammenarbeit mit Partnern aus der beruflichen sowie Kursleitendenpraxis die Förder- und Diagnostikaufgaben für lea.online zu entwickeln.

Für die Auswahl der Berufsfelder wurde eine umfassende Recherche durchgeführt, bei der viele Einflüsse auf relevante Faktoren wie z.B. Zugänglichkeit in das Berufsfeld, Beschäftigungsentwicklung, Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, die Gefährlichkeit von Tätigkeiten sowie das Geschlechterverhältnis zu bedenken waren. So waren bei der Recherche nicht nur die allgemeinen Studien zu Alphabetisierung in der Arbeitswelt relevant, sondern ebenso die Arbeitsmarktprognose bis ins Jahr 2030 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (2013).

Hauptsächlich stützt sich unsere Kriterienauswahl auf zwei empirische Studien: die erste leo. Level-One Studie (2012), sowie die SAPfA-Studie (2015) der Stiftung Lesen zur Sensibilisierung von Arbeitskräften für Analphabetismus. Weil beide Studien keine Aussagen zum Pflege- und Gesundheitsbereich machen, wurden zudem Ergebnisse aus dem Projekt INA-Pflege (2016) einbezogen.

Zur Entwicklung der berufsbezogenen Aufgaben sind die Aussagen der SAPfA-Studie zur Bekanntheit von Lese- und Schreibschwierigkeiten im Arbeitsalltag besonders spannend: Immerhin kennen 34 % der befragten Arbeitnehmer*innen und sogar 42 % der Arbeitgeber*innen eine Person aus ihrem Arbeitsalltag, die nicht oder nur schlecht lesen und schreiben kann (vgl. Ehmig/ Heymann/ Sehlmann, 2015, S.4). Meistens fällt dies innerhalb des Arbeitsalltages auf, wenn Fehler passieren und diejenige Person zur Lösung dann auf Hilfe angewiesen ist.
lea.online kann dazu beitragen, die Lese- und Schreibförderung der Menschen voranzubringen und sie selbstständiger und aktiver am Arbeits-, aber auch an ihrem persönlichen Alltag teilhaben zu lassen. Die Selbstständigkeit durch das Bearbeiten von Aufgaben mit Berufsfachsprache und Tätigkeiten aus dem beruflichen Alltag macht in der Folge unabhängiger von der Hilfe durch ihre Kolleg*innen und Fehler können vermieden werden.

Auch weitere positive Effekte von Alphabetisierung und Grundbildung sind im beruflichen Kontext erfassbar. Dazu zählen unter anderem die Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten, die beispielsweise durch eine psychosomatische Belastung entstehen, eine Erhöhung der Flexibilität, die Minimierung der Kosten durch die Qualifizierung bestehenden Personals und damit eine Minimierung von Kosten für die Personalrekrutierung (vgl. Alphabund, 2011, S.2).

Nun können sich alle interessierten und neugierigen Metallbauer*innen, Bäcker*innen, Köche und Köchinnen, Pflegehelfer*innen, Helfer*innen in der Küche, Maschinen- und Anlagenführer*innen und die vielen weiteren Beschäftigten in den ausgewählten Berufsfeldern auf spannende Lernaufgaben aus und zu ihrem Arbeitsalltag freuen.

Über das Berufsfeld der technischen Berufe durften wir bei einem interessanten Kooperationsbesuch der Technischen Akademie in Schwäbisch Gmünd bereits Einiges über die Herausforderungen des Lernens, die Berufsfachsprache sowie über die spezifischen Arbeitsbedingungen erfahren. Wir bleiben weiter dran und freuen uns auf eine tolle Kooperation mit der Technischen Akademie.

 

Quellen:

Alphabund (2011): Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland in der Arbeitswelt. Bonn: Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2013): Arbeitsmarktprognose bis 2030. Eine strategische Vorausschau für die Entwicklung von Angebot und Nachfrage in Deutschland. Bonn: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Ehmig, S.;  Heymann, L. & Seelmann, C. (2015): Alphabetisierung und Grundbildung am Arbeitsplatz. Sichtweisen im beruflichen Umfeld und ihre Potenziale. Eine Studie der Stiftung Lesen im Förderschwerpunkt „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mainz: Stiftung Lesen.

Grotlüschen, A.; Riekmann, W. (2012): Funktionaler Analphabetismus in Deutschland. Ergebnisse der ersten leo. – Level-One Studie. Reihe: Alphabetisierung und Grundbildung (Band 10), hrsg. vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e. V., Münster: Waxmann.

Stuckatz, D.; Badel, S. (2015): Arbeitsplatzorientierte Grundbildung für Geringqualifizierte in der Pflegehilfe – Analyse gegenwärtiger Kurskonzepte und Ableitung von Entwicklungsbedarf. In: Severing, E.; Baethge, M. (Hrsg.): Sicherung des Fachkräftepotenzials durch Nachqualifizierung. Befunde – Konzepte – Forschungsbedarf. Bundesinstitut für berufliche Bildung. Bielefeld, S. 117-132.

Girls´Day im lea.online-Projekt – Ein Tag als App-Designerin

Dieses Jahr fand der Girls´Day auch im lea.online-Projekt an der Uni Bremen statt. Unter dem Titel „Ein Tag als App-Designerin“ besuchten am 28.03.2019 sieben Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren die Uni.

Die Gruppe bekam unter der Leitung von Projektmitarbeiterin Imke Meyer Einblicke in die Grundlagen der Gestaltung und Benutzerführung von mobilen Anwendungen. In dem sechsstündigen Workshop konnten die Jugendlichen außerdem viel über das lea.online-Projekt erfahren und einen Eindruck von den besonderen Bedürfnissen funktionaler Analphabeten bei der App-Gestaltung bekommen. Mit großem Interesse entwickelten die Mädchen gemeinsam in Kleingruppen Ideen zur Benutzung und Gestaltung der lea.online-App. Sie definierten Anforderungen, Funktionen und Ziele und gestalteten darauf aufbauend ihre eigenen Entwürfe. Diese setzten die Teilnehmerinnen am Ende des Workshops in dem Prototyping-Tool Adobe XD interaktiv um.

So konnten die Mädchen einen praxisnahen Einblick in die mediendidaktische Forschungsarbeit der Arbeitsgruppe bekommen und sich selbst als Designerinnen ausprobieren.

Zwei Hilfskräfte für die Entwicklung und Erprobung einer App gesucht (Teilprojekt Weingarten)

(Diese Ausschreibung der Pädagogischen Hochschule Weingarten als PDF anzeigen)

In dem Projekt »lea.online« entwickeln wir gemeinsam mit der Universität Bremen eine App, die es Jugendlichen und Erwachsenen ermöglicht, Ihre Lese- und Schreibkompetenzen zu verbessern. Die Inhalte der App orientieren sich dabei sowohl an der Alltagswelt als auch an verschiedenen Berufsfeldern.

 

Voraussetzungen

  • Selbständige, zuverlässige und sorgfältige Arbeitsweise
  • Sicherer Umgang mit Microsoftanwendungen

Aufgabenspektrum

  • (Literatur-)Recherche
  • Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben und der Formatierung von Veröffentlichungen
  • Mitarbeit an der Gestaltung und Testung von Aufgaben für die zu entwickelnde App

Wir bieten

  • Vielfältige, abwechslungsreiche sowie anspruchsvolle Tätigkeit in einem jungen, engagierten Team
  • Möglichkeit, im Rahmen des Projektes Abschlussarbeiten anzufertigen
  • (Weitestgehend) flexible Arbeitszeiten

 

Kontakt

Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an:

Susanne Kley
Pädagogische Hochschule Weingarten
kley@ph-weingarten.de
Tel.: (0751) 501-8266

oder

Lena Kosmalla
Pädagogische Hochschule Weingarten
kosmalla@ph-weingarten.de
Tel.: (0751) 501-8567

Kick-off-Treffen – Offizieller Projektstart von lea.online

Anfang November fand in Bremen das Kick-Off-Treffen des Verbund-Forschungsprojekts lea.online statt. Daran beteiligt sind sowohl der Fachbereich 12 der Universität Bremen als auch das Fach Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Es verfolgt das Ziel, das bereits für die Alphabetisierungspraxis existierende Online-Diagnosetool otu.lea am Beispiel von drei ausgewählten Berufsfeldern zu einer umfassenden Förderdiagnostik weiter zu entwickeln. Dabei sollen u.a. die bereits in Papierform vorhandenen lea.-Lernmaterialien digitalisiert und das Tool nicht nur als App für mobile Endgeräte wie bspw. Smartphones und Tablets, sondern auch als Anwendung für Desktops bereitgestellt werden. Lernenden ermöglicht dies ein flexibles und anonymes Bearbeiten von allgemeinen und berufsspezifischen Lerneinheiten sowie die Einschätzung ihrer Schreib- und Lesekompetenzen. Lehrende können die Aufgaben zudem im Rahmen von Alphabetisierungskursen einsetzen und die Kompetenzen ihrer Kursteilnehmer sowohl kursbegleitend als auch summativ den im Projekt leo. – Level One entwickelten Alpha-Levels zuordnen. 

Gegenstand des persönlichen Zusammentreffens war nicht nur das gegenseitige Kennenlernen des interdisziplinär arbeitenden Projektteams. Darüber hinaus wurden Inhalte und Ziele konkretisiert als auch Meilensteine festgelegt. So steht unmittelbar die Auswahl des ersten Berufsfeldes sowie die Entwicklung und Erprobung neuer Diagnoseaufgaben in der Praxis bevor. 

Das Projektteam freut sich auf die kommenden zwei Jahre Forschung und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren und Trägern aus der Alphabetisierungspraxis. 

Das Projekt startete im September und wird aus Mitteln des BMBF gefördert.