Lerneinheit 12: Hafenseminar, so what?!

Das digitale Sommersemester nähert sich so langsam dem Ende und damit endet auch unser Hafenseminar. In den nächsten Wochen werden aber noch viele Beiträge und Podcasts zu den Lerneinheiten Hafenarbeit, Bremerhaven und Kolonialismus auf dem Hafenblog eintrudeln werden und unsere digitale Diskussion über die Bremischen Häfen in der Globalen Politischen Ökonomie hier hoffentlich noch ein bisschen weitergeht. Es ist also Zeit für ein kleines Zwischenfazit: Was haben wir gelernt? Welche Fragen sind offen geblieben oder hinzugekommen? Welche Forschungserfahrungen haben wir in diesem Seminar gemacht und welche Möglichkeiten gibt es, sich über das Semester hinaus mit den Häfen zu beschäftigen?

Das Onlinemagazin up2date berichtet über unser Seminar (zum Beitrag aufs Bild klicken)

Im Hafenseminar haben wir die Häfen einerseits schrittweise als technische Infrastruktur des Welthandels kennengelernt, sie andererseits aber auch als sozialen Mikrokosmos und in ihrer Wechselwirkung mit Regionalwirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft untersucht. Dabei haben wir die Bremische Stadtgeschichte als Hafengeschichte zum Ausgangspunkt genommen und sind am Ende des Semesters mit den Verbindungen zum Kolonialismus wieder bei einem historischen Thema angelangt, das allerdings ganz aktuell eine neue Politisierung erfährt und durch neokoloniale Strukturen auch für die heutige Hafenwirtschaft eine große Bedeutung hat.

Durch den interdisziplinären Charakter der Seminars haben wir die Häfen aus einer politikwissenschaftlichen, politökonomischen, soziologischen, geschichtswissenschaftlichen und stadtgeographischen Perspektive in den Blick genommen und dabei hoffentlich auch das Verständnis anderer Blickwinkel und die Stärken und Grenzen des jeweils eigenen Studienfachs geschärft. Häfen eignen sich dabei hervorragend um die Stadt, in der man studiert, mit den Themen, die man studiert, produktive zu verbinden. Vielleicht denken Sie jetzt häufiger an die im Seminar diskutierten Fragen, wenn Sie irgendwo einen Container sehen.

Und vielleicht ist ja auch Ihre Neugier geweckt und haben Sie Lust, noch mehr über die Häfen zu erfahren. Hafenpolitik ist in der Politikfeldanalyse eine ziemliche Forschungslücke. Hier gibt es also viel Bedarf an interessanten Abschlussarbeiten. Auf dem Blog finden Sie viele Hinweise zu Forschungsdaten und Literatur rund um Häfen. Mit den Häfen kann man sich aber natürlich auch nicht-akademisch beschäftigen. Leider sind die meisten Exkursionspläne COVID-19 zum Opfer gefallen. Wenn Sie aber in den kommenden Monaten in Gruppen oder auf eigene Faust die Häfen weiter erkunden wollen, gibt es hier ein paar Ideen:

Fällt Ihnen noch etwas ein? Dann geben Sie gerne Tipps in den Kommentaren!

Was fanden Sie besonders interessant oder überraschend? Welche eigenen Forschungserfahrungen konnten Sie in diesem Seminar sammeln? Ich freue mich wie immer über Kommentare! Ansonsten erstmal eine schöne vorlesungsfreie Zeit und immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel!

2 Gedanken zu „Lerneinheit 12: Hafenseminar, so what?!

  1. Besonders interessant war es für mich mehr über die lokalen und globalen Beziehungen und Zusammenhänge zwischen den Häfen und der lokalen Wirtschaft/Politik, den anliegenden Stadtteilen (z.B. Einflüsse der Migration) und im Fall von Bremen der Stadtgeschichte zu erfahren.
    Die Blogbeiträge und Podcasts zum Thema Hafenarbeit im Hafen und auf der See waren auch sehr spannend, da man normalerweise solche Einblicke nicht erhält.

    In der letzten Zoom-Sitzung hatten wir in der Gruppe ja besprochen, dass im Rahmen des Seminars das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit leider etwas zu kurz gekommen ist. Jedoch gibt es zu diesem Thema ja einige Blogbeiträge. Sollten Sie das Seminar noch einmal durchführen, wäre eine Beschäftigung der Häfen im Kontext von Umweltfragen und -kontroversen sicherlich auch interessant.

    • Ja das stimmt auf jeden Fall. Danke für den Hinweis und gut, dass einige diesen Themenbereich in ihren Beiträgen aufgegriffen haben!

      bremenports wurde übrigens gerade für einen Nachhaltigkeitspreis nominiert!

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