Am 26. September ist in Deutschland die Bundestagswahl und überall hängen in Bremen die Wahlplakate. Doch nicht erst jetzt ist das Thema „Wahlen“ allgegenwärtig. Seit Monaten beherrscht es die Nachrichten. Denn mit der Entscheidung der Kanzlerkandidat*innen der einzelnen Parteien ging auch das Bashing los. Sei es #laschetlacht, Plagiatsvorwürfe oder andere Skandale, dieser Wahlkampf trägt harte Bandagen. Das ist auch nicht weiter wunderlich, denn zum ersten Mal nach 16 Jahren haben auch die Underdogs die Chance auf den Pokal. Denn nicht nur im Fußball wird es langweilig, wenn immer die Selben gewinnen, oder? Stell dir vor der FC Bayern steigt aus. Die Karten sind neu gemischt, die Motivation das Spiel für sich zu entscheiden groß.  Anders als auf dem Spielfeld werden hier aber versucht Integrität, Seriosität und Kompetenz der Kandidat*innen in Frage zu stellen. Mit der Pandemie und den aktuellen Klimakatastrophen hat die Politik alle Hände voll zu tun. Und auch im Alltag merke ich wie dieses Thema nicht nur medial in aller Munde ist. Es wird viel über das Wahlprogramm, die verschiedenen Fehltritte und die Unentschlossenheit, wen man wählen wird, gesprochen. Doch worüber viele nicht reden, ist welche Partei sie explizit wählen werden. Woher kommt dieses Tabuthema Wahlentscheidung?

Solche gesellschaftlichen Tabuthemen gibt es in jeder Kultur. Dinge wie „über Geld redet man nicht“ oder „so etwas fragt man nicht“ sind dir wahrscheinlich schon des Öfteren begegnet. Als mir ein Freund erzählte, dass er sich fragt, wieso das auch bei der Wahlentscheidung so ist, wurde ich nachdenklich. In meiner „Bubble“ passiert es mir selten, dass Menschen mir nicht anvertrauen, wen sie wählen wollen oder zwischen wem sie sich noch entscheiden müssen. Das ist sowohl für sie als auch für mich wichtig, nicht nur bei der Bundestagswahl sondern generell bei meiner politischen (Selbst-)Bildung. Es ist wichtig sich auszutauschen, Dinge zu hinterfragen, Meinungen anzuhören und Gründe für eine Wahlentscheidung zu verstehen. Wozu? Meiner Meinung nach gelingt es nur so in diesem irrsinnigen Wahlkampf Handlungen und Vorfälle zu reflektieren und objektiver zu betrachten, ohne den Taktiken der Parteien auf den Leim zu gehen. Der Austausch über das was gerade in der Politik passiert, ist für mich zudem wichtig zu verstehen oder wie Menschen handeln, wen sie unterstützen und ganz ehrlich: Auch um sicher zu gehen, dass sie weder Corona-Leugner sind noch rechtsgesinnte Parteien wählen. Das sind meine persönlichen Gedanken zu dem Tabuthema und ich verstehe auch die Angst der Personen aufgrund ihrer Parteiwahl kategorisiert zu werden. Noch weniger Bock haben viele auf Diskussionen wieso, weshalb, warum sie wen wählen. Dieser Austausch ist aber eben für jene wichtig, die sich noch nicht entschieden haben, aber ihre Stimme nicht ignorieren und vom Wahlrecht Gebrauch machen möchten. Es geht darum sich gegenseitig zu helfen, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Dazu gehört es auch zu wählen. Und mal Hand aufs Herz: Zukunft gemeinsam gestalten durchs Reden? Klingt für mich nach einem vergleichsweise einfachen Beitrag zur Gesellschaft.

Laut zdfheute sind zu den Bundestagswahlen 2021 ca. 60,4 Millionen Menschen Wahlberechtigt. Davon sind gerade mal 3,4% zwischen 18-20 Jahren und 11% zwischen 21-29 Jahren alt. Bei den 60-69-Jährigen sind es 16,9% und bei den über 70 jährigen ganze 21,3%. „Die Alten bestimmen die Zukunft“ betitelt das zdfheute diese Statistik von Statista. Ziemlich treffend. Ältere bestimmen die Zukunft in der vor allem jüngere noch länger leben werden bzw. müssen. Es gibt kein Plan B. Das liest man zu genüge auf „Fridays for Future“-Demos und dementsprechend sollten wir handeln. Auch jetzt bei den Wahlen. Über Instagram haben wir euch folgendes gefragt:

                        

Einig waren sich alle, dass es wichtig ist, wählen zu gehen. Jedoch gehen nicht alle Befragten wählen. Schließt dies sich nicht eigentlich aus? Interessant wird es bei den nächsten Fragen. Es steht fast 50 zu 50 bei der Frage, ob ihr bereits wisst, wen ihr wählen werdet. Bis zum Anpfiff gibt es also noch einiges zu bereden. Doch nicht alle sind bereit zu sagen wen sie wählen. Das ist auch ihr gutes Recht. Aber wo müsste man vielleicht mal von seinem Recht absehen und lieber offen reden? Auf unsere Frage hin, wieso ihr nicht darüber redet, bekamen wir leider nur eine Antwort. Diese ist aufgrund der Anzahl nicht repräsentativ für alle Befragten, weshalb wir diese hier vorenthalten. Doch wie sagt man so schön, „keine Antwort ist auch eine Antwort“.

Ist Reden demnach wirklich Silber und Schweigen Gold?

Lass uns gerne hier oder über Instagram deine Meinung zu dem Thema da. Wir würden uns sehr freuen deine Gedanken hierzu zu hören. Alle Nachrichten werden natürlich vertraulich behandelt.

 

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