Nachdem Steffi euch bereits im neuen Semester begrüßt hat, möchte auch ich euch alle wieder hier willkommen heißen! Ein nagelneues Semester liegt vor uns und wir freuen uns schon darauf, euch regelmäßig mit spannenden und interessanten Artikeln die Zeit zwischen euren Vorlesungen ein wenig zu versüßen. Mittlerweile stecken wir ja schon im dritten Corona-Semester und wer weiß – vielleicht ist es da dieses Mal das letzte dieser Art. Zwar ist eure Motivation, wie ihr uns auf unserer letzten Umfrage auf Instagram mitgeteilt habt, eher mäßig vorhanden, aber zumindest können wir uns auf ein paar Sonnenstrahlen in den nächsten Monaten freuen. Ob mit oder ohne Corona – wir bleiben euch in gewohnter Konstellation erhalten; mit der kleinen Änderung, dass es ab diesem Semester wöchentlich nicht mehr vier Artikel geben wird (eher zwei bis drei), wir euch dafür aber auch in der vorlesungsfreien Zeit regelmäßig neuen Lesestoff liefern werden.


Auch wenn es viel zu Büffeln gab während der letzten Wochen, war doch das ein oder andere Zeitfenster für ein paar Aktivitäten außer Haus zu finden. Eine dieser Aktivitäten liegt mir sehr am Herzen und hat erstaunlich viel Freude gebracht, daher möchte ich sie an dieser Stelle mit euch teilen.

Bestimmt habt ihr schon von der Aktion „Bremen räumt auf“ gehört. Es handelte sich hierbei um eine Aufräumaktion der Stadt Bremen, in der innerhalb von zwei Tagen einige tausend Bremer*innen nach vorheriger Anmeldung auf die Straßen gehen und all den Müll aufsammeln, der sich so über die Zeit angesammelt hat. Handelte schreibe ich deshalb, weil diese Aktion neuerdings unter dem Namen „Mission Orange“ zu finden ist – anderer Titel, gleiches Prinzip. 

Dieses Jahr fand die Aktion am 26. und 27. März statt, nachdem sie vorher aufgrund der unklaren Pandemiebedingungen bereits um zwei Wochen verschoben wurde. Doch das störte nicht – geregnet hat es ganz typisch für Bremen so oder so. 

Mitmachen ist bei dieser alljährlichen Aktion ganz einfach: Man meldet sich online mit einer bestimmten Personenzahl für ein Stadtgebiet an und kann dann in einem festgelegten Zeitraum sein Sammelequipment bei der Mülldeponie des Vertrauens abholen. Dieses besteht in der Regel aus Handschuhen, speziell bedruckten Müllsäcken und dieses Jahr (was mir besonders gut gefallen hat) sogar aus einem kleinen Dankeschön in Form von Blumensamen. Also gleich doppelt der Umwelt geholfen!

Müll zu sammeln klingt vermutlich nicht gerade wie die spaßigste Aktivität auf dem Planeten, ich für meinen Teil kann aber bestätigen, dass man dabei richtigen Ehrgeiz entwickelt und immer wieder neue erstaunliche Dinge findet. Man findet wirklich alles und überall etwas, wenn man nur mal genau hinschaut. Einerseits ist das natürlich traurig, andererseits auch ein gewaltiger Ansporn währenddessen. Waren bei meiner letzten Teilnahme vor allen Dingen Bierflaschen und Verpackungsmüll zu finden, stachen dieses Jahr natürlich die allgegenwärtigen OP-Masken hervor. Zwar wichtig für die eigene Gesundheit, sind sie alles andere als gut für die Umwelt, in der sie zu oft landen. Ein noch größeres Problem stellen jedoch die omnipräsenten Zigarettenstummel dar, die man wirklich aus jeder Ritze klauben kann. Da vergeht selbst der engagiertesten Person irgendwann die Lust am Aufsammeln. 

Nun ist die „Mission Orange“ für dieses Jahr erfolgreich beendet, doch Müll landet ohne Frage auch weiterhin auf den Straßen Bremens. Daher möchte ich gerne dazu anregen, auch unabhängig solcher Aktionen weiterhin auf die Straßen zu gehen und bei einem „Clean up walk“ das zu beseitigen, was andere achtlos weggeworfen haben. Mit Masken ausgerüstet oder auf genügend Abstand lässt sich auch gut gemeinsam mit einem weiteren Haushalt sammeln – dabei entstehen oft anregende Gespräche und man kommt mal weg vom tristen Schreibtisch-Dasein. Das Feedback der Passanten ist dabei meiner Erfahrung nach durchweg positiv, vielleicht geht man sogar dem einen oder anderen mit gutem Beispiel voran.

Natürlich löst so ein bisschen Müll-Aufsammeln nicht das eigentliche Problem, nämlich dass u.a. noch immer viel zu viel Verpackungsmüll überhaupt hergestellt und an den Verbraucher gebracht wird, ohne das größere Konsequenzen hieraus ersichtlich wären – um nur einen der für unseren Planeten kritischen Umstände kurz anzusprechen. Doch zumindest ist es eine Möglichkeit, etwas Produktives gegen den vorherrschenden Istzustand zu unternehmen, bis langfristige Lösungen errungen werden konnten, die diese Art von Aktion letztendlich und hoffentlich überflüssig machen.

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